{"id":137279,"date":"2015-04-09T14:01:41","date_gmt":"2015-04-09T12:01:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137279"},"modified":"2015-04-09T14:01:41","modified_gmt":"2015-04-09T12:01:41","slug":"sterben-gehoert-zum-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137279","title":{"rendered":"\u201eSterben geh\u00f6rt zum Leben\u201c"},"content":{"rendered":"<p>\u201eMit gesellschaftlichem Engagement Verantwortung zu \u00fcbernehmen ist eine der L\u00f6sungen, um die Herausforderungen der Zukunft zu bew\u00e4ltigen. Mit dieser Zielsetzung arbeitet die B\u00fcrgerstiftung im Rahmen ihrer vorgegebenen M\u00f6glichkeiten. Das bedeutet hinsehen und nicht wegsehen; nicht zur Seite treten, sondern etwas tun\u201c, so der Vorstandsvorsitzende der B\u00fcrgerstiftung Gro\u00dfenl\u00fcder, J\u00fcrgen Bien,\u00c2\u00a0 an der 5. Stifterversammlung, die im B\u00fcrgerhaus in Uffhausen stattfand.<\/p>\n<p>Neben den Rechenschaftsberichten des Vorstandes und des Kuratoriums der Stiftung sprach traditionsgem\u00e4\u00df einer der Stifter ein Gru\u00dfwort. In diesem Jahr war das der Erststifter Hans Georg Gies, gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter der Metzgerei Gies aus Gro\u00dfenl\u00fcder. Mit den Worten \u201eDie B\u00fcrgerstiftung war, ist und bleibt eine gute Sache\u201c, brachte er sein Engagement auf den Punkt.<\/p>\n<p>Den diesj\u00e4hrigen Gastvortrag hielt der renommierte Palliativmediziner Thomas Sitte, der zum Thema \u201eSterben geh\u00f6rt zum Leben\u201c referierte.<\/p>\n<p>\u201eDer Mensch erlebt (meist) passiv drei Dinge im Laufe seines Lebens: er wird geboren, er wird geliebt, bzw. verliebt sich und er wird sterben. Deshalb geh\u00f6rt Sterben zum Leben\u201c, das nahm Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzende der Deutschen PalliativStiftung, zum Anlass, um die Zuh\u00f6rer aufzufordern, sich rechtzeitig mit ihrem letzten Lebensabschnitt auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Der mittlerweile guten Tradition folgend hatte die B\u00fcrgerstiftung zu ihrer 5. Stifterversammlung Thomas Sitte als namhaften Referenten eingeladen. In seiner Begr\u00fc\u00dfung stellte der Vorsitzende, J\u00fcrgen Bien, fest, dass das Thema einen Aktualit\u00e4tsbezug habe. Diese Aktualit\u00e4t griff Thomas Sitte auf, sprach \u00fcber das zur Zeit im Bundestag diskutierte Gesetz zur \u00c4nderung des Umgangs mit Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung, die bestehenden Rechtsprobleme am Lebensende, \u00fcber Patientenverf\u00fcgung und das Recht auf palliative Versorgung mit entsprechender Symptomkontrolle, wenn keine heilenden Ma\u00dfnahmen mehr erfolgen.<\/p>\n<p>Seine daraus abgeleitete Forderung: \u201eWerden sie Sterbehelfer\u201c h\u00e4tte sicher doppeldeutig sein k\u00f6nnen, wenn er sich nicht gleichzeitig als erfahrener Palliativmediziner und vielfacher Sterbehelfer von jeglicher Hilfe zur Lebensverk\u00fcrzung abgrenzen w\u00fcrde. Mit seinem Bekenntnis \u201eBeihilfe zum Sterben darf es f\u00fcr \u00c4rzte nicht geben\u201c sprach er sich gegen jedwede Sonderregelung f\u00fcr \u00c4rzte aus.<br \/>\nDamit warb er f\u00fcr mehr Zivilcourage \u201edas zu tun, was menschlich geboten ist\u201c. Denn das ist seine Definition von Sterbehilfe, ganz im Sinne einer hospizlichen Betreuung, die aus einer palliativ-medizinischen, einer palliativ-pflegerischen und einer menschlich-seelsorgerischen Begleitung besteht.<\/p>\n<p>Sittes Vortrag beschr\u00e4nkte sich aber nicht nur auf Rechtsfragen und \u00e4rztliche Zust\u00e4ndigkeiten, sondern er nahm seine Zuh\u00f6rer mit in seine Erfahrungswelt und eigene Erlebnisse mit Sterbenden. Sitte, der zur Zeit in einem Kinderhospiz arbeitet, sprach \u00e4u\u00dferst sensibel und achtsam \u00fcber die Betroffenen und deren Autonomieverluste. Daf\u00fcr forderte er menschenw\u00fcrdige Behandlungen gerade zum Zeitpunkt des Sterbens. Damit\u00c2\u00a0 r\u00fchrte er seine Zuh\u00f6rer an, er f\u00fchrte sie auf sehr menschliche Art durch dieses schwere Thema, versuchte dem Sterben seinen Schrecken zu nehmen, blieb aber immer Realist, der nichts besch\u00f6nigte, sondern immer um die Endg\u00fcltigkeit des menschlichen Lebens\u00c2\u00a0 wei\u00df. \u201eDas alles setzt rechtzeitiges palliatives Denken voraus\u201c.<\/p>\n<p>Die Rechenschaftsberichte zum Berichtsjahr 2014 wurden von J\u00fcrgen Bien, Klaus Sch\u00f6nherr, Heike M\u00fcnker und Karl-Heinz Buus vorgetragen.<\/p>\n<p>Als Erfolg wertete Bien die F\u00f6rderung von verschiedenen\u00c2\u00a0 Projekten und Initiativen mit einer Gesamtsumme von 3.318,28 \u00e2\u201a\u00ac, so ein Zuschuss f\u00fcr den Ankauf von Hard- und Software f\u00fcr das Senioren-Internet-Cafe,\u00c2\u00a0 die F\u00f6rderung der Anschaffung neuer Krippen des Kultur-, Heimat- und Geschichtsvereines Gro\u00dfenl\u00fcder sowie die Fortf\u00fchrung des Lese- und Erz\u00e4hlprojektes.<br \/>\nEin besonderer Dank ging an den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma IWETEC, Wilhelm Lang, der eine gro\u00dfz\u00fcgigen Spende in H\u00f6he von 5.000 \u00e2\u201a\u00ac anl\u00e4sslich des 25-j\u00e4hrigen Firmenjubil\u00e4ums an die B\u00fcrgerstiftung \u00fcberreichte.<\/p>\n<p>Das Highlight in 2014 war die gro\u00dfe Benefizveranstaltung der TSG K\u00fcnzell.<br \/>\nZum 31.12.2014 ergab sich ein Stiftungsverm\u00f6gen von 80.900 \u00e2\u201a\u00ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u201eMit gesellschaftlichem Engagement Verantwortung zu \u00fcbernehmen ist eine der L\u00f6sungen, um die Herausforderungen der Zukunft zu bew\u00e4ltigen. 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