{"id":137273,"date":"2015-04-09T10:43:31","date_gmt":"2015-04-09T08:43:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137273"},"modified":"2016-02-10T22:39:01","modified_gmt":"2016-02-10T21:39:01","slug":"mehrzahl-der-rauschgiftdelikte-gehen-auf-cannabis-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137273","title":{"rendered":"Mehrzahl der Rauschgiftdelikte gehen auf Cannabis zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Die meisten Rauschgiftdelikte in Osthessen gingen 2014 auf Cannabis zur\u00fcck, wie das Polizeipr\u00e4sidium Osthessen im M\u00e4rz bekannt gab. Ob die steigende Anzahl an Cannabisdelikte jedoch beunruhigen muss, gilt als umstritten. So haben die Gr\u00fcnen j\u00fcngst den Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes eingereicht, das die Legalisierung der Cannabisp\u00dfanze vorsieht.<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.polizei.hessen.de\/Dienststellen\/Polizeipraesidium-Osthessen\/Ueber-uns\/Statistik\/\"><em>Polizeilicher Kriminalstatistik 2014<\/em><\/a> gingen in Osthessen von 1.241 Rauschgiftdelikten insgesamt 556 auf das Konto der Hanfp\u00dfanze. Verglichen mit den 19 Heroin- und 38 Kokaindelikten des letzten Jahres ist das sehr viel. Vor allem fielen vermehrt B\u00fcrger auf, die das beliebte Rauschmittel heimlich zu Hause anbauten. 2013 waren lediglich elf F\u00e4lle von illegalem Anbau von Bet\u00e4ubungsmitteln zu verzeichnen, letztes Jahr stieg die Zahl auf 27.<\/p>\n<p>Ob das ein Grund zur Sorge ist, wird in Berlin momentan heftig diskutiert. Die Gr\u00fcnen haben j\u00fcngst den Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes (<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/video.php?v=10153307871640116\">CannKG<\/a>) vorgelegt, durch das sie Cannabis auch jenseits von medizinischen Zwecken entkriminalisieren wollen. Cannabis soll dann nach niederl\u00e4ndischem Vorbild legal in Coffee-Shops zu erwerben sein.<\/p>\n<h3>Cannabis vergleichsweise wenig gef\u00e4hrlich<\/h3>\n<p>Zumindest wenn man den Vergleich zu den legalen Drogen Nikotin und Alkohol als Ma\u00dfstab heranzieht, erscheint das Vorhaben der Gr\u00fcnen gerechtfertigt. Im Gegensatz zu Alkohol und Nikotin gilt Cannabis als nur m\u00e4\u00dfig giftig. Eine letale Dosis der Cannabinoide konnte von Medizinern bislang nur gesch\u00e4tzt werden, denn einen Todesfall hat es davon noch nie gegeben. Angenommen wird, dass die t\u00f6dliche Dosis bei etwa 150 Milligramm pro Kilogramm liegt. Diese Dosis k\u00f6nnte man, selbst wenn man wollte, nicht durch Inhalation erreichen. Sie ist um das Hundertfache h\u00f6her als die \u00fcbliche Einnahmemenge eines starken Cannabis-Konsumenten. Auch das <a href=\"http:\/\/sensiseeds.com\/de\/blog\/abhaengigkeit-von-cannabis\/\">Suchtpotential von Cannabis<\/a> h\u00e4lt sich nach Auffassung von Experten in Grenzen. Es sei jedenfalls als niedriger einzustufen als das von Nikotin. Einmal abh\u00e4ngig, falle der Entzug f\u00fcr gew\u00f6hnlich wesentlich leichter als der von Alkohol.<\/p>\n<h3>Nichts f\u00fcr Minderj\u00e4hrige<\/h3>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Gesundheitsrisiken, die von Cannabiskonsum ausgehen, k\u00f6nnten vermieden werden, wenn man die Droge erst als Erwachsener zu sich nehme, sie nicht regelm\u00e4\u00dfig konsumiere und sie vor allem nicht rauche. Durch das Verbrennen von Cannabis entstehen verschiedene Giftstoffe, deren Inhalation \u00c3\u00b1 \u00e4hnlich dem Tabakrauchen \u00c3\u00b1 Krebs und schwerwiegende chronische Atemwegserkrankungen hervorrufen kann. Die orale Einnahme ist daher aus medizinischer Sicht zu bevorzugen. Das vermutlich gr\u00f6\u00dfte Risiko, das die Zuf\u00fchrung von Cannabisprodukten birgt, ist die Erkrankung an einer Psychose. Diese Gefahr bestehe allerdings vor allem f\u00fcr Minderj\u00e4hrige und Menschen mit entsprechenden Dispositionen. Personen, die wegen psychischen Erkrankungen in der Familie m\u00f6glicherweise eine Veranlagung zur Psychose oder Schizophrenie haben k\u00f6nnten, sollten Cannabis daher meiden, insbesondere regelm\u00e4\u00dfigen Konsum. Eine besondere Gefahr f\u00fcr Minderj\u00e4hrige ist jedoch bekannterma\u00dfen ebenfalls beim Alkohol- und Nikotinkonsum zu verzeichnen. Regelm\u00e4\u00dfiger Konsum f\u00fchrt auch bei diesen Drogen zu erheblichen Gesundheitssch\u00e4den. Gerade der Jugendschutz, so argumentieren die Gr\u00fcnen, w\u00fcrde einen guten Grund <em>f\u00fcr<\/em> das Cannabiskontrollgesetz bieten. Nur so k\u00f6nne man den illegalen Handel eind\u00e4mmen und den Konsum kontrollieren.<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm8.staticflickr.com\/7051\/6958936263_ab166bbfa7.jpg\" alt=\"Day 66 - West Midlands Police - Cannabis set up discovered in Dudley shed\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p>\u00c2\u00a9 Flickr <a href=\"https:\/\/www.Flickr.com\/photos\/westmidlandspolice\/6958936263\" rel=\"nofollow\">Day 66 &#8211; West Midlands Police &#8211; Cannabis set up discovered in Dudley shed<\/a> by <a href=\"https:\/\/www.Flickr.com\/photos\/westmidlandspolice\/\" rel=\"nofollow\">West Midlands Police<\/a> CC BY-SA 2.0 <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/2.0\/\" rel=\"nofollow\">Bestimmte Rechte vorbehalten<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die meisten Rauschgiftdelikte in Osthessen gingen 2014 auf Cannabis zur\u00fcck, wie das Polizeipr\u00e4sidium Osthessen im M\u00e4rz bekannt gab. 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