{"id":137187,"date":"2015-04-07T12:56:27","date_gmt":"2015-04-07T10:56:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137187"},"modified":"2015-04-07T12:56:27","modified_gmt":"2015-04-07T10:56:27","slug":"jeder-fuenfte-betrieb-hat-probleme-bei-der-stellenbesetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137187","title":{"rendered":"Jeder f\u00fcnfte Betrieb hat Probleme bei der Stellenbesetzung"},"content":{"rendered":"<p>Dr Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen: \u201eDie Betriebsbefragung zeigt, dass der Fachkr\u00e4fteengpass in den ausgewiesenen Branchen besonders kleineren Unternehmen zu schaffen macht. Diesem Mangel an qualitativ hochwertigen Bewerbungen kann mittelfristig auch durch den Versuch, un- oder angelernte Kr\u00e4fte f\u00fcr die vakanten Stellen zu qualifizieren, begegnet werden. Dabei sind die Kompromissbereitschaft der Betriebe und die Motivation derjenigen, die eine qualifizierte T\u00e4tigkeit aus\u00fcben m\u00f6chten, von entscheidender Bedeutung. Die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit bietet hierf\u00fcr auch eine breite Palette an Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten.\u201c<\/p>\n<p>Knapp 20 Prozent aller Betriebe in der Rhein-Main-Region konnten im Herbst 2014 offene Stellen nicht besetzen. Hochgerechnet entspricht dies einem Wert von etwa 38.000 offenen Stellen. Das ist das Ergebnis der jetzt vorliegenden IWAK-Betriebsbefragung in der Region Rhein-Main. Das Institut fragte die Betriebe ebenfalls nach den Gr\u00fcnden der Besetzungsschwierigkeiten, Reaktionen auf den Arbeitskr\u00e4fter\u00fcckgang, Ausbildungsaktivit\u00e4ten und der Kompromissbereitschaft bei Neueinstellungen.<\/p>\n<p>Stellenbesetzungsproblem trifft kleinere Betriebe<\/p>\n<p>Die Situation der Betriebe differiert stark zwischen den Wirtschaftszweigen. In den Bereichen Erziehung und Unterricht sowie Gesundheits- und Sozialwesen, die bereits seit l\u00e4ngerem \u00fcber Arbeitskr\u00e4fteengp\u00e4sse klagen, k\u00f6nnen erwartungsgem\u00e4\u00df \u00fcberdurchschnittlich viele Betriebe Stellen nicht besetzen. Im Informations- und Kommunikationssektor und vor allem im Baugewerbe blieben jeweils bei fast einem Drittel der Betriebe Vakanzen frei. Allein im Bereich der \u00d6ffentlichen Verwaltung bestanden kaum Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung.<\/p>\n<p>Die Betriebe in der Region Rhein-Main wurden auch gefragt, ob sich der R\u00fcckgang an verf\u00fcgbaren Arbeitskr\u00e4ften auf ihren Betrieb bereits bemerkbar mache. 20 Prozent aller Betriebe gaben an, dass dies der Fall sei. Am h\u00e4ufigsten sp\u00fcren dies Betriebe aus dem Bereich Erziehung und Unterricht (42 Prozent), dem Baugewerbe (38 Prozent) und dem Sektor Gesundheits- und Sozialwesen (32 Prozent). Demzufolge jene Wirtschaftszweige, die auch am h\u00e4ufigsten \u00fcber nicht zu besetzende Stellen klagen.<\/p>\n<p>Die meisten der nicht zu besetzenden Stellen sind bei kleinsten (1-9 Besch\u00e4ftigte) und kleineren Betrieben (10-49 Besch\u00e4ftigte) zu finden. Zusammen genommen sind dies etwa drei Viertel aller offenen Stellen der Region. 16 Prozent der offenen Stellen entfallen auf die mittelgro\u00dfen Betriebe, und nur sieben Prozent der nicht zu besetzenden Stellen finden sich in Gro\u00dfbetrieben mit 250 oder mehr Besch\u00e4ftigten.<br \/>\nEin Vergleich mit 2007 zeigt, dass sich die Probleme deutlich zu Ungunsten der kleinsten Betriebe verschoben haben, w\u00e4hrend gro\u00dfe Betriebe ihre Vakanzen vergleichsweise leichter besetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Betriebe suchen verst\u00e4rkt Fachkr\u00e4fte und Auszubildende<\/p>\n<p>In 53 Prozent der Betriebe wurden Arbeitskr\u00e4fte mit abgeschlossener Berufsausbildung, in weiteren 25 Prozent Mitarbeiter mit abgeschlossenem Hochschul- oder Fachhochschulstudium gesucht. Nur zehn Prozent der nicht zu besetzenden Stellen betraf Geringqualifizierte, 12 Prozent Auszubildende. Wie schon in der Vergangenheit betraf der \u00fcberwiegende Teil der nicht zu besetzenden Stellen qualifizierte Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend nur etwa f\u00fcnf Prozent der in der Region Besch\u00e4ftigten Auszubildende sind, liegt der Anteil der unbesetzten Ausbildungsstellen an allen unbesetzten Stellen mit zw\u00f6lf Prozent mehr als doppelt so hoch. Die Probleme, offene Stellen zu besetzen, sind demnach vor allem im Ausbildungsbereich bereits heute gro\u00df.<\/p>\n<p>Mangel an Bewerbungen und unzureichende Qualifikationen<\/p>\n<p>Bei der Frage nach den Ursachen f\u00fcr die Stellenbesetzungsprobleme bestehen zwischen den Qualifikationsgruppen zum Teil deutliche Unterschiede. Bei allen ist der Mangel an Bewerbern der am h\u00e4ufigsten genannte Grund. An zweiter Stelle folgt bei allen Gruppen die unzureichende Qualifikation der Bewerber. 2007 war bei Ausbildungsstellen und bei Stellen f\u00fcr Arbeitskr\u00e4fte mit Berufsausbildung dies noch der am h\u00e4ufigsten genannte Grund. Innerhalb der letzten sieben Jahre ist so zu dem qualitativen Problem nicht zu besetzender Stellen demnach noch ein quantitatives Problem hinzugekommen.<\/p>\n<p>Kompromissbereitschaft der Betriebe variiert<\/p>\n<p>Die Reaktionen der Betriebe auf den R\u00fcckgang des Arbeitskr\u00e4fteangebots fallen sehr unter-schiedlich aus. Am h\u00e4ufigsten sind die Betriebe zu gr\u00f6\u00dferen Kompromissen bei der Einstellung bereit, daneben werden innerbetriebliche Reorganisationsma\u00dfnahmen und eine verst\u00e4rkte betriebliche Aus- und Weiterbildung noch recht h\u00e4ufig genannt. Die Aus- und Weiterbildung hat als Strategie in den letzten sieben Jahren deutlich an Bedeutung verloren und ihren Spitzenplatz ger\u00e4umt. Ein Grund f\u00fcr diese Verschiebung k\u00f6nnte sein, dass der absolute R\u00fcckgang an Arbeitskr\u00e4ftepotenzial die Betriebe kompromissbereiter macht und den Blick auf die innerbetriebliche Organisation lenkt, w\u00e4hrend die zus\u00e4tzlichen Qualifizierungs- und Ausbildungspotenziale tendenziell ausgereizt sind.<\/p>\n<p>Keine Zugest\u00e4ndnisse bei der Ausbildung<\/p>\n<p>Erg\u00e4nzend gaben die ausbildenden Betriebe an, zu welchen Zugest\u00e4ndnissen sie bereit w\u00e4ren, um die Besetzung von Ausbildungsstellen zu erleichtern bzw. zu erm\u00f6glichen. Knapp die H\u00e4lfte war zu keinerlei Zugest\u00e4ndnissen bereit. Ein Vergleich mit den Ergebnissen des Jahres 2007 zeigt, dass der generelle Anteil kompromissbereiter Betriebe trotz gr\u00f6\u00dferer Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von Auszubildenden bislang nicht zugenommen hat. Innerhalb der kompromissbereiten Ausbildungsbetriebe sind jedoch deutliche Ver\u00e4nderungen zu beobachten: Die Bereitschaft der Betriebe, bei der schulischen Vorbildung Zugest\u00e4ndnisse zu machen, stieg innerhalb von sieben Jahren von 19 auf 47 Prozent, Kompromisse bei sozialen Qualifikationen waren 2007 nur bei vier Prozent der Betriebe denkbar, 2014 lag dieser Wert mit 15 Prozent nahezu viermal so hoch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Dr Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen: \u201eDie Betriebsbefragung zeigt, dass der Fachkr\u00e4fteengpass in den ausgewiesenen Branchen besonders kleineren Unternehmen zu schaffen macht. Diesem Mangel an qualitativ hochwertigen Bewerbungen kann mittelfristig auch durch den Versuch, un- oder angelernte Kr\u00e4fte f\u00fcr die vakanten Stellen zu qualifizieren, begegnet werden. 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