{"id":137119,"date":"2015-04-03T11:45:53","date_gmt":"2015-04-03T09:45:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137119"},"modified":"2015-04-03T11:45:53","modified_gmt":"2015-04-03T09:45:53","slug":"regionalmanagement-mittelhessen-kooperiert-mit-wissenschaftler-der-jlu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137119","title":{"rendered":"Regionalmanagement Mittelhessen kooperiert mit Wissenschaftler der JLU"},"content":{"rendered":"<p>Gie\u00dfen hat die h\u00f6chste Studierendendichte aller deutschen St\u00e4dte. Dennoch nimmt die Region um die Universit\u00e4tsstadt beim Anteil von Akademikern in der Bev\u00f6lkerung bundesweit nur einen hinteren Platz ein \u2013 Nr. 75 laut einer Erhebung des N\u00fcrnberger Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Wie erkl\u00e4rt sich dieses Missverh\u00e4ltnis? Eine Frage, der sich Master-Studierende der Betriebswirtschaftslehre und der Geographie der Justus-Liebig-Universit\u00e4t vor kurzem w\u00e4hrend eines fach\u00fcbergreifenden Seminars in Gie\u00dfen stellten. Unter den beratenden Experten: Jens Ihle, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH, der bei dieser Gelegenheit den Teilnehmer ein wenig den Wind aus den Segeln nahm: Denn ein L\u00f6sungsansatz der Seminarteilnehmer gegen den \u201eBraindrain\u201c wird in Mittelhessen bereits umgesetzt.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund haben die Studierenden des Seminars, das von Dr. Christian Diller, Professor f\u00fcr Stadtgeographie und Raumplanung an der Gie\u00dfener Justus-Liebig-Universit\u00e4t, mit dem Marketing-Professor Alexander Haas und Stephan Volpers (Professur f\u00fcr Marketing und Verkaufsmanagement) geleitet wurde, Strategien entwickelt, um Mittelhessen \u201eauch im Kontext der Metropolregion Frankfurt zu positionieren\u201c. Einige Tage sp\u00e4ter er\u00f6rterten Christian Diller und Alexander Haas die Ergebnisse bei einem Treffen mit Jens Ihle und Regionalmanager Christian Piterek in den Gie\u00dfener B\u00fcros des Regionalmanagements. F\u00fcr Ihle ein klares Bekenntnis der Akademiker zur Region: \u201eDie Hochschule zeigt ihre Verwurzelung in Mittelhessen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eF\u00fcr die Intention, sich bei einem Arbeitgeber zu bewerben, ist die Attraktivit\u00e4t der Region genauso wichtig, wie die Attraktivit\u00e4t des Unternehmens selbst\u201c, sagte Diller in dieser Runde. Hier gelte es, Marketing-Ressourcen von Unternehmen und Region zu b\u00fcndeln. Doch ein Aspekt sei noch wichtiger: \u201eEine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen zum einen Informationsdefizite\u201c, sagte Diller. Zum andern w\u00fcssten die regionalen Betriebe die Lebensqualit\u00e4ten der Region zum Teil zu wenig f\u00fcr ihre Anwerbestrategien zu nutzen. \u201eDabei sprechen die g\u00fcnstigen Lebenshaltungskosten, die gute Erreichbarkeit, eine hohe Umweltqualit\u00e4t und ein durchaus hochwertiges und modernes Kulturangebot f\u00fcr die mittelhessische Region. W\u00e4hrend ihrer Abschlusspr\u00e4sentation h\u00e4tten die Studierenden daher den Slogan \u201eAuf die inneren Werte kommt es an\u201c entwickelt, um auszudr\u00fccken, dass \u201esich Vorurteile \u00fcber Mittelhessen schnell abbauen, wenn man die Region besser kennt\u201c, berichtete Ihle.<\/p>\n<p>Zudem h\u00e4tten die Seminarteilnehmer Ma\u00dfnahmen vorgeschlagen, von denen einige bereits vom Regionalmanagement umgesetzt werden, die es aber zu intensivieren gelte, wie es hie\u00df. Neben \u201eCareer Days\u201c und St\u00e4rkung des Profils als Kultur- und Einkaufsregion zielten die Studierenden auch auf \u201eAnwendungen f\u00fcr mobile Endger\u00e4te\u201c ab, die Job-M\u00f6glichkeiten transparenter machen \u2013 so, wie es sie unter anderem bereits in Form der Job-Matching-Plattform Mittelhessen Connect (www.mittelhessenconnect.de) gibt. \u201eDas zeigt, dass wir zuh\u00f6ren und mit unseren Projekten auf dem richtigen Weg sind\u201c, sagte dazu der RMG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Das Regionalmanagement habe schon vor einiger Zeit erkannt: \u201eWir m\u00fcssen uns mehr auf den Mittelstand fokussieren; wir m\u00fcssen Kompetenzen f\u00fcr \u00e2\u20ac\u0161Human Ressources\u00e2\u20ac\u02dc missionieren.\u201c<\/p>\n<p>\u201eDer Faktor Mensch ist der Erfolgsfaktor\u201c, best\u00e4tigte auch Marketing-Professor Haas. \u201eDas macht f\u00fcr einen Betrieb oft den Unterschied zwischen \u00e2\u20ac\u0161nur okay\u00e2\u20ac\u02dc und \u00e2\u20ac\u0161durchstarten\u00e2\u20ac\u02dc aus. Auch Theaterwissenschaftler und Germanisten k\u00f6nnten f\u00fcr Unternehmen dort den Unterschied\u00c2\u00a0 machen, wo bislang \u201enicht die Notwendigkeit f\u00fcr akademischen Nachwuchs\u201c gesehen werde. Vor diesem Hintergrund treibe Mittelhessen Connect eine Neuausrichtung des Bewerbungsprozesses voran. Denn: \u201eEs ist hilfreich, sich in Erinnerung zu rufen, dass es ein ganzer Mensch ist, der eingestellt werden soll\u201c, sagte Ihle. Fachliche Qualifikationen k\u00f6nnten Unternehmen gerade bei jungen Menschen \u201enachziehen\u201c, \u201eAber die individuelle Pers\u00f6nlichkeit eines neuen Mitarbeiters \u00e4ndert kein Chef so leicht.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Berufsstart in der Region biete Mittelhessen Connect, das in seinem Algorithmus auch Pers\u00f6nlichkeiten von Bewerbern zum Kriterium macht, daher eine \u201eneutrale Instanz, die eine Empfehlung ausspricht\u201c. Das wissenschaftliche Prinzip dahinter wurde von der K\u00f6lner Firma Talents Connect mit Unterst\u00fctzung des K\u00f6lner Instituts f\u00fcr Managementberatung entwickelt. Ein Ansatz, den auch die Gie\u00dfener Forscher unterst\u00fctzen: \u201eIm Mittelstand herrscht oft die Denke, \u00e2\u20ac\u0161es reicht, es l\u00e4uft ja gut\u00e2\u20ac\u02dc\u201c, res\u00fcmierte Haas. Und dann w\u00fcrden Chancen h\u00e4ufig nicht gesehen.<\/p>\n<p>Das Regionalmanagement Mittelhessen st\u00e4rkt und vermarktet den Wirtschafts- und Hochschulstandort in der Mitte von Hessen. Der Schulterschluss aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist in den Themenfeldern Infrastruktur, Bildung und Fachkr\u00e4fte sowie Forschung und Innovation t\u00e4tig. In der Regionalmanagement Mittelhessen GmbH (RMG) haben sich 2013 alle Handwerkskammern, Hochschulen, Industrie- und Handelskammern, Landkreise und Oberzentren mit dem Verein Mittelhessen zusammen getan, um das seit 2003 bestehende Regionalmanagement weiter zu entwickeln, und Strategien f\u00fcr die Region zu planen und gemeinsam umzusetzen. Das Regionalmanagement wird von der Europ\u00e4ischen Union aus dem Europ\u00e4ischen Fonds f\u00fcr regionale Entwicklung kofinanziert. Mehr zur Region, den Zielen, Strukturen und den Mitgliedern der Regionalmanagement GmbH findet man auf der Webseite http:\/\/www.mittelhessen.eu.<\/p>\n<p>Zum Bild: Prof. Alexander Haas, RMG-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Jens Ihle, Prof. Christian Diller und Regionalmanager Christian Piterek (von links) w\u00e4hrend des Gespr\u00e4chs beim Regionalmanagement Mittelhessen in Gie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gie\u00dfen hat die h\u00f6chste Studierendendichte aller deutschen St\u00e4dte. Dennoch nimmt die Region um die Universit\u00e4tsstadt beim Anteil von Akademikern in der Bev\u00f6lkerung bundesweit nur einen hinteren Platz ein \u2013 Nr. 75 laut einer Erhebung des N\u00fcrnberger Instituts f\u00fcr Arbeitsmarkt und Berufsforschung. Wie erkl\u00e4rt sich dieses Missverh\u00e4ltnis? 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