{"id":137079,"date":"2015-04-02T11:08:57","date_gmt":"2015-04-02T09:08:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=137079"},"modified":"2015-04-02T11:08:57","modified_gmt":"2015-04-02T09:08:57","slug":"bildungs-und-erziehungsplan-als-herausforderung-und-chance-zugleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=137079","title":{"rendered":"Bildungs- und Erziehungsplan als Herausforderung und Chance zugleich"},"content":{"rendered":"<p>Ist der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) eine zus\u00e4tzliche Belastung oder eine Chance f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten? Die Mitarbeiterinnen der Kindertagesst\u00e4tten-Fachberatung beim Landkreis Fulda k\u00f6nnen nach einem Jahr BEP-Fachberatung eine erste Bilanz ziehen, die beide Seiten der Medaille in den Blick nimmt.<\/p>\n<p>Die Fachberaterinnen Karin Wachtel-Petschenka, Manuela Bienert und Katrin Kister haben in den letzten zw\u00f6lf Monaten ganz unterschiedliche Erfahrungen machen k\u00f6nnen. \u201eZun\u00e4chst einmal konnten sich die meisten Kitas nicht sehr viel unter unserer Beratung vorstellen. Hinzu kamen Bedenken, dass mit der BEP-Beratung und -Umsetzung ein wesentlicher zeitlicher Mehraufwand verbunden w\u00e4re, der sich kaum mit dem Arbeitsalltag in einer Kita vereinbaren lie\u00dfe\u201c, berichtet Manuela Bienert.<\/p>\n<p>Fakt ist: Der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan l\u00e4sst sich nicht \u201enebenbei\u201c verstehen oder gar umsetzen. \u201eF\u00fcr Qualit\u00e4t, die das \u00fcbergeordnete Ziel des BEP ist, braucht es Zeit und Raum\u201c, wissen die Fachberaterinnen, die selbst Fortbildungen zum BEP absolviert haben und eine Art Dolmetscherfunktion zwischen Wissenschaft, Politik und Kindertagesst\u00e4tten einnehmen.<\/p>\n<p>\u201eWir vermitteln Inhalte, geben fachlichen Input, moderieren Teamsitzungen, begleiten Ver\u00e4nderungsprozesse, bieten Konzeptionsberatung an und f\u00f6rdern auch die Vernetzung der Einrichtungen untereinander\u201c, erl\u00e4utert Karin Wachtel-Petschenka. Um dieses Angebot in Anspruch nehmen und in den Kita-Alltag integrieren zu k\u00f6nnen, m\u00fcssten die Einrichtungen beziehungsweise die Tr\u00e4ger entsprechend lange vorausplanen und auch die Eltern mit ins Boot holen.<\/p>\n<p>Neben Unsicherheiten und Bedenken zur praktischen Umsetzung von BEP berichten die Fachberaterinnen auch von einer gro\u00dfen Offenheit und Akzeptanz der Einrichtungen berichten. Zahlreiche Einrichtungsleiterinnen haben selbst eine sogenannte Tandem-Fortbildung zum BEP in Kooperation mit den Grundschulen absolviert. Auf diesem Wissen, aber auch auf der Arbeit, die bisher in den Kitas gemacht wurde und wird, k\u00f6nnen die Beraterinnen nach eigenen Aussagen gut aufbauen. \u201eEs wird enorm viel geleistet in den Kitas. Vieles entspricht schon dem BEP, anderes passt nicht mehr in die Zeit, die gro\u00dfe Anforderungen an die Kindertagesst\u00e4tten und die Familien stellt\u201c, unterstreichen die Fachberaterinnen.<\/p>\n<p>Doch was will der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan eigentlich? Im BEP sind Prinzipien und Grunds\u00e4tze der p\u00e4dagogischen Arbeit definiert. Zu den Kernaussagen geh\u00f6ren unter anderem die St\u00e4rkung der Basiskompetenzen der Kinder, der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern oder der Umgang mit der soziokulturellen Vielfalt. Das klingt alles sehr theoretisch. \u201eIm Kern geht es darum, innezuhalten und zu schauen, was die Kinder f\u00fcr einen Bedarf haben\u201c, wei\u00df Manuela Bienert. \u201eWir unterst\u00fctzen die Kitas dabei, ihre p\u00e4dagogischen Kompetenzen auf BEP-Tauglichkeit zu \u00fcberpr\u00fcfen. Mit dem Input, den wir geben, ist es m\u00f6glich, die Konzeption auf BEP und die individuellen Rahmenbedingungen sowie Strukturen der Einrichtung zuzuschneiden.\u201c<\/p>\n<p>Die Fachberaterinnen verstehen BEP als Qualit\u00e4ts(weiter)entwicklungsprozess, der vom Land Hessen gef\u00f6rdert werde. Einrichtungen, deren Leiterinnen eine Tandem-Fortbildung absolviert haben beziehungsweise die BEP-Fachberatung in Anspruch nehmen, k\u00f6nnen eine Qualit\u00e4tspauschale in H\u00f6he von 100 Euro pro Kind und Jahr abrufen. In 2013 haben 40 Kindertagesst\u00e4tten des Landkreises die BEP-Fachberatung in Anspruch genommen. In diesem Jahr sind es 54.<\/p>\n<p>Jugenddezernent Dr. Heiko Wingenfeld zieht nach zw\u00f6lf Monaten BEP-Fachberatung folgendes Fazit: \u201eWir befinden uns in einer Zeit der Ver\u00e4nderung. Diese Zeit gilt es aktiv zu gestalten. Die BEP-Fachberatung ist als\u00c2\u00a0 Chance zu begreifen \u2013 denn sie unterst\u00fctzt mit ihrer Arbeit in erster Linie die Teams in den Kitas, damit aber auch die Eltern und Kinder, sodass alle Beteiligten dem Wandel gest\u00e4rkt begegnen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Ist der Hessische Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) eine zus\u00e4tzliche Belastung oder eine Chance f\u00fcr Kindertagesst\u00e4tten? Die Mitarbeiterinnen der Kindertagesst\u00e4tten-Fachberatung beim Landkreis Fulda k\u00f6nnen nach einem Jahr BEP-Fachberatung eine erste Bilanz ziehen, die beide Seiten der Medaille in den Blick nimmt. 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