{"id":136526,"date":"2015-03-20T19:31:35","date_gmt":"2015-03-20T18:31:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=136526"},"modified":"2015-03-20T19:31:35","modified_gmt":"2015-03-20T18:31:35","slug":"beeindruckender-komplex-aus-natur-und-kulturlandschaftselementen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=136526","title":{"rendered":"Beeindruckender Komplex aus Natur- und Kulturlandschaftselementen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-136529\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04-199x265.jpg\" alt=\"148-Himmelsberg04\" width=\"199\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04-199x265.jpg 199w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg04.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Das Naturschutzgebiet Himmelsberg, das 1980 mit einer Gr\u00f6\u00dfe von knapp 133 Hektar ausgewiesen wurde, geh\u00f6rt zum \u00f6stlichsten Ausl\u00e4ufer des Vorderen Vogelsbergs, und zwar zur naturr\u00e4umlichen Untereinheit des Gieseler Forsts, dessen h\u00f6chst Erhebung der Himmelsberg mit 490 Metern darstellt.<\/p>\n<p>Der plateauartigen Bergr\u00fccken wird von einer zungenf\u00f6rmigen Basaltschicht bedeckt, die sich von S\u00fcdosten nach Nordwesten erstreckt. Unter der Basaltdecke konnten sich Tone und Sande erhalten. Zudem findet sich hier ein Braunkohlevorkommen, das in seiner Ausdehnung und M\u00e4chtigkeit jedoch unbedeutend ist. Ansonsten wird der Untergrund haupts\u00e4chlich von Mittlerem Buntsandstein gebildet.<\/p>\n<p>Der Himmelsberg ist fast ausschlie\u00dflich von Laubholzbest\u00e4nden gepr\u00e4gt. Dabei zeichnet sich der Baumbestand der Gipfelregion durch eine gro\u00dfe Naturn\u00e4he aus. Gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chenanteile nehmen reine Auspr\u00e4gungen des anspruchsvollen Waldgersten-Buchenwalds ein, der durch eine klare Vorherrschaft gutw\u00fcchsiger Buchen sowie eine artenreiche Krautschicht gekennzeichnet ist. Einbl\u00fctiges Perlgras, Wald-Bingelkraut, Moschuskraut, Fr\u00fchlings-Platterbse, Einbeere, Aronstab oder Vielbl\u00fctige Wei\u00dfwurz sind auf diesen Fl\u00e4chen regelm\u00e4\u00dfig vertreten. Aber auch Orchideen kommen hier vereinzelt vor.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-136530\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02-199x265.jpg\" alt=\"148-Himmelsberg02\" width=\"199\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02-199x265.jpg 199w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg02.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Im Gegensatz zum Waldgersten-Buchenwald ist der Waldmeister-Buchenwald, der vor allem in den Randbereichen des Plateaus stockt, durch eine geringere Artenvielfalt sowie den Ausfall einer Reihe anspruchsvoller Arten charakterisiert. Waldmeister, Busch-Windr\u00f6schen, Wald-Veilchen oder Hain-Rispengras sind in der Krautschicht dieser Waldareale anzutreffen. Auch im Bereich der aufgelassenen Tonfelder k\u00f6nnen die Best\u00e4nde am ehesten diesen beiden Wald-Assoziationen zugeordnet werden. Die gut erhaltenen, heute mit Laubwald bestockten Tonfelder, in denen sich zahlreiche noch erkennbare Tongruben befinden, zeugen von der fr\u00fcheren Tongewinnung, die ringf\u00f6rmig unterhalb des Plateaus stattfand.<\/p>\n<p>Die Tone spielten f\u00fcr die Herstellung irdener T\u00f6pferware f\u00fcr das Gebiet des Klosters Fulda und dar\u00fcber hinaus vom Mittelalter bis in die Neuzeit eine wichtige Rolle. Durch diese Anordnung von Tonfeldern und Laubwaldbiotopen ergab sich am Himmelsberg ein interessanter Komplex aus Natur- und Kulturlandschaftselementen von hohem \u00f6kologischem und \u00e4sthetischem Wert. \u00dcber einen kurzen Zeitraum hinweg wurde am Himmelsberg dar\u00fcber hinaus Braunkohle abgebaut. Verf\u00fcllte Br\u00fcche weisen ferner auf den Abbau von Basalt hin.<\/p>\n<p>Der im randlichen Gipfelbereich vorhandene Waldmeister-Buchenwald leitet insbesondere an der Nord- und Nordostflanke des Himmelsbergs zum bodensauren Hainsimsen-Buchenwald \u00fcber. Wei\u00dfe Hainsimse, Sauerklee oder Draht-Schmiele sind hier in der eher artenarmen Krautschicht zu finden. Zudem grenzt der Waldmeister-Buchenwald auch an st\u00e4rker forstlich beeinflusste Misch- und Nadelforste mit Fichten, Kiefern und L\u00e4rchen an. In der s\u00fcdlichen Plateauh\u00e4lfte werden gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen von \u00dcberg\u00e4ngen des Waldgersten-Buchenwalds und von Waldbest\u00e4nden gepr\u00e4gt, die sich durch einen erheblichen Anteil der Hainbuche auszeichnen. Daneben gibt es Eichen-Hainbuchenw\u00e4lder, die auf Standorten vorkommen, die aufgrund der im Jahresverlauf stark wechselnden Bodenfeuchteverh\u00e4ltnisse f\u00fcr das Gedeihen der Buche weniger geeignet sind.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-136531\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03-199x265.jpg\" alt=\"148-Himmelsberg03\" width=\"199\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03-199x265.jpg 199w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03-265x353.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03-450x600.jpg 450w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/148-Himmelsberg03.jpg 900w\" sizes=\"(max-width: 199px) 100vw, 199px\" \/><\/a>Dort, wo der Boden relativ blockschuttreich und damit die Konkurrenzkraft der Buche eingeschr\u00e4nkt ist, kann sie nicht zur Vorherrschaft gelangen. Hier kommt ein Waldbestand vor, der abgesehen von Eichen und Hainbuchen Edelh\u00f6lzer wie Bergahorn, Esche, Ulme und Linde aufweist. Auch in diesen Bereichen ist die Krautschicht recht artenreich ausgebildet.<\/p>\n<p>Neben den Waldbiotopen sind im Naturschutzgebiet Himmelsberg aber auch einige Wiesenfl\u00e4chen vorhanden. Hierbei reicht das Spektrum von frischem Wirtschaftsgr\u00fcnland, das den gr\u00f6\u00dften Anteil ausmacht, \u00fcber feuchte bis hin zu wechseltrockenen, mageren Wiesen, die zum Teil eine Reihe von Orchideen, wie beispielsweise verschiedene Knabenkraut-Arten, Gro\u00dfes Zweiblatt oder M\u00fccken-H\u00e4ndelwurz, beherbergen.<\/p>\n<p>Zu den Bildern: Vollst\u00e4ndig bemooste Baumst\u00fcmpfe, die nicht nur einer Reihe verschiedener Moosarten, sondern auch Farnen, Gr\u00e4sern und Zunderschw\u00e4mmen angemessene Lebensbedingungen bieten.<\/p>\n<p>Totholz stellt einen wichtigen Bestandteil in naturbelassenen Waldbereichen dar. Je nach Verfalls- und Verrottungstadium wird das Totholz von Pilzen, Moosen, Flechten und zum Teil auch h\u00f6heren Pflanzen besiedelt, bietet aber auch wichtigen Lebensraum f\u00fcr verschiedene Tierarten und \u2013gruppen.<\/p>\n<p>Zunderschwamm<br \/>\nBlick vom Parkplatz Siebertzheiligen auf den Wanderweg, der durch das Naturschutzgebiet Himmelsberg f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Das Naturschutzgebiet Himmelsberg, das 1980 mit einer Gr\u00f6\u00dfe von knapp 133 Hektar ausgewiesen wurde, geh\u00f6rt zum \u00f6stlichsten Ausl\u00e4ufer des Vorderen Vogelsbergs, und zwar zur naturr\u00e4umlichen Untereinheit des Gieseler Forsts, dessen h\u00f6chst Erhebung der Himmelsberg mit 490 Metern darstellt. Der plateauartigen Bergr\u00fccken wird von einer zungenf\u00f6rmigen Basaltschicht bedeckt, die sich von S\u00fcdosten nach Nordwesten erstreckt. 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