{"id":136330,"date":"2015-03-16T12:31:05","date_gmt":"2015-03-16T11:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=136330"},"modified":"2015-03-16T12:31:05","modified_gmt":"2015-03-16T11:31:05","slug":"tk-pflegestudie-pflegende-angehoerige-sind-belastet-angebote-zur-entlastung-sind-oft-nicht-bekannt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=136330","title":{"rendered":"TK-Pflegestudie: Pflegende Angeh\u00f6rige sind belastet \u2013 Angebote zur Entlastung sind oft nicht bekannt"},"content":{"rendered":"<p>\u00dcber 205.000 Menschen in Hessen sind pflegebed\u00fcrftig. Rund die H\u00e4lfte davon \u2013 etwa 110.000 Pflegebed\u00fcrftige \u2013 werden ausschlie\u00dflich durch enge Angeh\u00f6rige zu Hause betreut. Jeder zweite pflegende Angeh\u00f6rige in Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland k\u00fcmmert sich um einen Elternteil, jede f\u00fcnfte um den Ehe- oder Lebenspartner. Das zeigt eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der Techniker Krankenkasse (TK), in der Menschen, die Angeh\u00f6rige pflegen, zu Belastungen und Unterst\u00fctzungsm\u00f6glichkeiten befragt wurden.<\/p>\n<p>In der TK-Befragung bewerten die pflegenden Angeh\u00f6rigen ihre Situation durchaus differenziert: Demnach f\u00fchlt sich jeder zweite Pflegende k\u00f6rperlich belastet. Zwei von Drei haben das Gef\u00fchl, dass sie die Pflege viel von ihrer eigenen Kraft kostet, da sich der gr\u00f6\u00dfte Teil der Tagesplanung stark an den Bed\u00fcrfnissen des Pflegebed\u00fcrftigen orientiert. St\u00e4ndig in Bereitschaft zu sein, strengt sie an und die Betroffenen haben das Gef\u00fchl, sie sollten mal wieder ausspannen. Zwei Drittel der Pflegenden versorgen und betreuen die pflegebed\u00fcrftige Person t\u00e4glich bis zu vier Stunden. Wer Pflegebed\u00fcrftige mit einer Demenz pflegt, ist st\u00e4rker belastet: In Hessen sind zwei von f\u00fcnf Pflegebed\u00fcrftigen, die zu Hause leben, an einer Demenz erkrankt; jeder zweite Pflegebed\u00fcrftige ist in seiner Mobilit\u00e4t eingeschr\u00e4nkt und beispielsweise an den Rollstuhl gebunden.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Mehrheit der pflegenden Angeh\u00f6rigen sch\u00f6pft aber auch Kraft aus ihrer Rolle. Fast alle (\u00fcber 90 Prozent) empfinden den Kontakt zum Erkrankten als gut und f\u00fchlen sich in der Lage, die Pflege gut zu bew\u00e4ltigen. Vier von f\u00fcnf haben das Gef\u00fchl, dass die geleistete Hilfe von anderen anerkannt wird. Sie ziehen viel Kraft daraus, dass sie mit dazu beizutragen, dem Pflegebed\u00fcrftigen weiterhin ein Leben zu Hause zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>&#8220;Die meisten Menschen w\u00fcnschen sich, wenn sie pflegebed\u00fcrftig werden, zu Hause zu bleiben. Sie m\u00f6chten dann gern entweder von den Angeh\u00f6rigen oder von einem ambulanten Pflegedienst versorgt werden. Das ist in der modernen Arbeitswelt, in der Eltern und Kinder zunehmend seltener am gleichen Ort wohnen, leider nicht immer m\u00f6glich&#8221;, sagt Alexandra Sch\u00e4tzle, Pr\u00e4ventionsberaterin bei der TK in Hessen. Zudem werden in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels k\u00fcnftig immer mehr \u00e4lteren pflegebed\u00fcrftigen Menschen immer weniger J\u00fcngere gegen\u00fcberstehen, die die Pflege \u00fcbernehmen k\u00f6nnten. F\u00fcr das Jahr 2030 rechnen Experten die Zahl der Pflegebed\u00fcrftigen in Hessen mit 259.000 voraus. Dies bedeutet einen Anstieg um ein Viertel gegen\u00fcber dem Jahr 2013. &#8220;Da die Vereinbarkeit der Pflege mit einer Berufst\u00e4tigkeit eine immer wichtigere Rolle spielt, wird es unumg\u00e4nglich sein, dass sich pflegende Angeh\u00f6rige k\u00fcnftig mehr Unterst\u00fctzung suchen&#8221;, so Sch\u00e4tzle.<\/p>\n<p>\u00dcberraschend ist, dass pflegende Angeh\u00f6rige schon heute viele Entlastungs- und Beratungsangebote entweder nicht nutzen oder sogar \u00fcberhaupt nicht kennen. Am st\u00e4rksten nehmen Angeh\u00f6rige in Hessen zurzeit den ambulanten Pflegedienst (60 Prozent der Befragten) in Anspruch. Angebote der Pflegekassen wie Tages- oder Kurzzeitpflege sind zwar \u00fcber 90 Prozent der Pflegepersonen bekannt, aber nur maximal ein Viertel nutzt sie ab und zu oder regelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Auch mit kostenlosen Angeboten der Kassen oder der Wohlfahrtsverb\u00e4nde wie etwa individuellen Pflegeschulungen zu Hause oder Pflegekursen in der Gruppe sind die pflegenden Angeh\u00f6rigen insgesamt weniger vertraut. &#8220;Menschen, die einen nahestehenden Angeh\u00f6rigen pflegen m\u00f6chten und Tipps und Hilfen ben\u00f6tigen, k\u00f6nnen \u2013 wann immer sie dies ben\u00f6tigen \u2013 Pflegekurse oder eine Schulung zu Hause in Anspruch nehmen&#8221;, so Sch\u00e4tzle. Pflegenden Angeh\u00f6rigen werden dabei entlastende Pflegetechniken vermittelt oder sie erhalten Hinweise, wie sie sich mit gezielten \u00c4nderungen in der Wohnung oder mit speziellen Pflegehilfsmitteln helfen k\u00f6nnen. Weitere Angebote, die Angeh\u00f6rige zu ihrer Entlastung in Anspruch nehmen k\u00f6nnen und die bislang kaum genutzt werden, sind zus\u00e4tzliche Betreuungsleistungen bei Pflegebed\u00fcrftigen, Ersatz-pflege im Krankheitsfall der Pflegeperson oder eine Pflegeberatung durch die Pflegekasse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>\u00dcber 205.000 Menschen in Hessen sind pflegebed\u00fcrftig. Rund die H\u00e4lfte davon \u2013 etwa 110.000 Pflegebed\u00fcrftige \u2013 werden ausschlie\u00dflich durch enge Angeh\u00f6rige zu Hause betreut. Jeder zweite pflegende Angeh\u00f6rige in Hessen, Rheinland Pfalz und dem Saarland k\u00fcmmert sich um einen Elternteil, jede f\u00fcnfte um den Ehe- oder Lebenspartner. 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