{"id":136111,"date":"2015-03-10T15:11:30","date_gmt":"2015-03-10T14:11:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=136111"},"modified":"2015-03-10T15:11:30","modified_gmt":"2015-03-10T14:11:30","slug":"rekordbilanz-fuer-sehgeschaedigte-und-blinde-judoka-bei-meisterschaften-der-sehenden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=136111","title":{"rendered":"Rekordbilanz f\u00fcr sehgesch\u00e4digte und blinde Judoka bei Meisterschaften der Sehenden"},"content":{"rendered":"<p>Der hessische Landeskader Sehgesch\u00e4digtenjudo hat bei den Junioren-Meisterschaften der Vollseher gro\u00dfartige Erfolge erzielt. Mit der 16-j\u00e4hrigen Leichtgewichtlerin Tabea M\u00fcller konnte sich erstmals eine vollblinde Athletin f\u00fcr die Deutschen Meisterschaften U18 und U21 des Deutschen Judo-Bundes an den vergangenen beiden Wochenenden qualifizieren. Bereits in den Qualifikationswettk\u00e4mpfen waren die Athleten des Leistungszentrums HBRS\/Blau-Gelb\/Blista Marburg so erfolgreich wie nie zuvor. Bei den S\u00fcdwestdeutschen (14.\/15. Februar) und Hessischen (31. Januar) Meisterschaften der Nicht-Behinderten gewannen sie insgesamt f\u00fcnf Gold- und drei Bronzemedaillen. <\/p>\n<p>HBRS-Pr\u00e4sident Gerhard Knapp sagt: \u201eDie Erfolge unserer sehgesch\u00e4digten und blinden Judoka gegen Sehende zeigen, dass Inklusion beim Sport gro\u00dfartig funktionieren kann. Das Leistungszentrum und seine Judoka sind hinsichtlich ihrer Vorbildfunktion ein sprichw\u00f6rtlicher Leuchtturm f\u00fcr andere Sportarten. Menschen mit und ohne Behinderung k\u00f6nnen viele Wettbewerbe hervorragend gemeinsam bestreiten. Der HBRS zeigt, dass Inklusion im Sport nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktioniert und will auch in Zukunft anderen Sportarten und Verb\u00e4nden M\u00f6glichkeiten aufzeigen und sie unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Herausforderung f\u00fcr Blinde und Sehende gleicherma\u00dfen <\/p>\n<p>F\u00fcr den Kampf gegen sehende Gegner m\u00fcssen die sehgesch\u00e4digten und blinden Judoka au\u00dfergew\u00f6hnliche F\u00e4higkeiten entwickeln. HBRS-Landestrainer Markus Zaumbrecher sagt: \u201eTabea zum Beispiel ben\u00f6tigt als vollblinde Judoka einen extrem guten taktilen Sinn. Sie muss sp\u00fcren, was der Gegner mit ihr macht, sonst ist sie orientierungslos. Erst wenn ihr Gegen\u00fcber sie beim Griffkampf am Anzug packt, tappt sie nicht mehr buchst\u00e4blich im Dunkeln. F\u00fcr ihre sehenden Gegner ist das ebenfalls eine gro\u00dfe Herausforderung. Ein Kampf gegen eine blinde Gegnerin ist schlie\u00dflich nichts Allt\u00e4gliches.\u201c<\/p>\n<p>Auch der 18-j\u00e4hrige Schwergewichtler Tulga Demirel kann zufrieden auf die Meisterschaftsserie zur\u00fcckblicken. Nach einer Goldmedaille in der U21-Konkurrenz der Hessischen Meisterschaften und Silber bei der S\u00fcdwestdeutschen h\u00e4tte er ebenfalls auf Bundesebene starten k\u00f6nnen, musste aber wegen einer Verletzung passen. Demirel erkennt seine Gegner aufgrund einer Sehschw\u00e4che nur schemenhaft. Zaumbrecher traut ihm und weiteren Athleten eine erfolgreiche Laufbahn im Behindertensport zu. Die j\u00fcngsten Erfolge haben den Landeskader noch selbstbewusster werden lassen. Der Landestrainer meint: \u201eJa, das Ziel ist ambitioniert, aber im Jahr 2020 wollen wir mehrere Hessen bei den Paralympics in Tokio auf die Matte stellen.\u201c   <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Der hessische Landeskader Sehgesch\u00e4digtenjudo hat bei den Junioren-Meisterschaften der Vollseher gro\u00dfartige Erfolge erzielt. Mit der 16-j\u00e4hrigen Leichtgewichtlerin Tabea M\u00fcller konnte sich erstmals eine vollblinde Athletin f\u00fcr die Deutschen Meisterschaften U18 und U21 des Deutschen Judo-Bundes an den vergangenen beiden Wochenenden qualifizieren. 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