{"id":135748,"date":"2015-03-03T11:25:32","date_gmt":"2015-03-03T10:25:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=135748"},"modified":"2015-03-03T11:25:32","modified_gmt":"2015-03-03T10:25:32","slug":"bilanz-in-der-jugendhilfe-kann-sich-sehen-lassen-mehr-qualitaet-bei-weniger-kosten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=135748","title":{"rendered":"Bilanz in der Jugendhilfe kann sich sehen lassen: Mehr Qualit\u00e4t bei weniger Kosten"},"content":{"rendered":"<p>Die umfangreichen Ver\u00e4nderungen innerhalb des Jugenddezernates zeigen bereits erste Auswirkungen: Das Rechnungsjahr 2013 schloss im Bereich des Jugendamtes mit 1,6 Mio. Euro besser ab als urspr\u00fcnglich im Haushalt veranschlagt. Der Erste Kreisbeigeordnete und Jugenddezernent, Peter Zielinski, zog anl\u00e4sslich einer \u00f6ffentlichen Sitzung des Ausschusses f\u00fcr Jugend, Gesundheit und Soziales eine Bilanz der Entwicklungen in der Jugendhilfe seit seinem Amtsantritt im Juli 2012. \u201eWir haben uns vorgenommen, die Jugendhilfe im Vogelsberg wirtschaftlicher zu machen. Dies bedingt,  dass wir viel st\u00e4rker in den pr\u00e4ventiven Bereich und in die Qualit\u00e4t der Hilfen investieren m\u00fcssen. Neben den Einspareffekten, die durchaus erw\u00fcnscht sind, darf die Fachlichkeit nicht auf der Strecke bleiben. An diesen Zielen arbeiten sowohl die freien Tr\u00e4ger als auch die Mitarbeiter des Jugendamtes aktiv mit. Dies ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr den weiteren Erfolg dieses ambitionierte Projektes\u201c, so Peter Zielinski.<\/p>\n<p>Die Kosten der Schulbezogenen Jugendsozialarbeit, die Ausweitung der Erziehungsberatung, die Kosten eines Modellprojektes zur Budgetierung, die Ausweitung der Fr\u00fchen Hilfen und die Mehrkosten f\u00fcr die Tagespflegesatzung wurden allesamt aus dem Budget des Jugendamtes erwirtschaftet. \u201eDies entspricht einer Summe von rund einer Million Euro, die komplett durch die eingeleiteten Ma\u00dfnahmen im Budget des Jugendamtes erwirtschaftet wurden. In den Jahren 2013 und 2014 gab es zudem keine Ausweitung der Ans\u00e4tze f\u00fcr die Entgeltsteigerungen der Einrichtungen, auch diese wurden aus dem Budget erwirtschaftet\u201c, so der Jugenddezernent weiter.<\/p>\n<p>Im Haushalt 2015 gab es erstmals eine Erh\u00f6hung des Ansatzes f\u00fcr die Jugendhilfe um 3,25 Prozent, die genau der erwarteten Kostensteigerung der Einrichtungen in H\u00f6he von knapp 650.000,&#8211; Euro entspricht. Im Zeitraum der Amtszeit Zielinskis wurden im Jugendamt also bisher 1,6 Mio. Euro eingespart bzw. durch Ertr\u00e4ge haushaltsrelevant erwirtschaftet und rund 1.000.000 Euro in pr\u00e4ventive Ma\u00dfnahmen umgeschichtet. Im laufenden Jahr ist zudem eine Ver\u00e4nderung im Bereich des Pflegekinderdienstes geplant. Die Aufgaben sollen teilweise an einen Tr\u00e4ger vergeben werden, die Kosten daf\u00fcr m\u00fcssen ebenfalls aus dem Haushalt des Jugendamtes finanziert werden.<\/p>\n<p>Zielinski beschrieb den Organisationsentwicklungsprozess im Jugendamt, der mit einer inhaltlichen Neuausrichtung der Jugendhilfe im Vogelsbergkreis verkn\u00fcpft ist. Ausgehend von einem Workshop, der im Januar 2013 mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Jugendamtes stattgefunden hatte, wurden in der Folge Entscheidungen zur Verbesserung der Arbeits- und Rahmenbedingungen getroffen. Neben der r\u00e4umlich verbesserten Unterbringung und Zug\u00e4nglichkeit des Jugendamtes am Standort Lauterbach wurde das Personal in der Formulierung sogenannter \u201eSMART\u201cer Ziele geschult (SMART = spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert). Au\u00dferdem erhielten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im allgemeinen sozialen Dienst eine Fortbildung in Sachen Fachcontrolling in der Jugendhilfe, damit waren die Grundlagen zur Einf\u00fchrung eines Fach- und Finanzcontrollings gelegt.<\/p>\n<p>Das Controlling wurde schrittweise seit 2014 eingef\u00fchrt. \u201eAb dem ersten Quartal 2015 wird es zuk\u00fcnftig alle drei Monate einen Controlling-Bericht f\u00fcr die Jugendamts- und die Dezernatsleitung geben\u201c, k\u00fcndigt Dezernent Zielinski an, \u201eDies gew\u00e4hrleistet, dass zuk\u00fcnftig bei besonderen Abweichungen von der Finanz- und Fachplanung schneller reagiert und gegengesteuert werden kann.\u201c Auch den politischen Gremien sollen die Berichte aus dem Controlling zugeleitet werden, damit die Arbeit des Jugendamtes nach au\u00dfen transparenter wird. \u201eAuch dies war ein Wunsch aus den Reihen der Mitarbeiterschaft.\u201c Das Jugendamt arbeitet derzeit noch an der Endredaktion eines Prozesshandbuches, in dem alle im Jugendamt anfallenden Prozesse beschrieben werden. Es soll als Dienstanweisung die Grundlage f\u00fcr die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein sowie als Basisbaustein f\u00fcr den Aufbau eines Qualit\u00e4tsmanagements Verwendung finden.<\/p>\n<p>Da ein wesentliches Manko der Vergangenheit die sehr knappe Personalausstattung im allgemeinen sozialen Dienst war, wurden im Jahr 2014 zwei zus\u00e4tzliche befristete Stellen in diesem Bereich geschaffen und besetzt. Im Jahr 2015 werden nochmals zwei befristete Stellen folgen, so Zielinski.<br \/>\n\u201eVon dieser Ma\u00dfnahme verspreche ich mir die Entlastung der Kolleginnen und Kollegen im allgemeinen sozialen Dienst. Sie sollen wieder mehr Zeit f\u00fcr die Sozialarbeit in ihren Bezirken haben und damit eine kleinteiligere und intensivere Betreuung der Familien im Zust\u00e4ndigkeitsbereich bewerkstelligen k\u00f6nnen.\u201c Bei anderen Jugendhilfetr\u00e4gern habe sich gezeigt, dass eine gute Personalausstattung im Bereich der sozialen Dienste f\u00fcr geringere Kosten auf der Seite der station\u00e4ren Unterbringung sorgen k\u00f6nne. Kinder w\u00fcrden nicht so schnell aus den Familien genommen, wenn die fallbearbeitenden Fachkr\u00e4fte mehr Zeit f\u00fcr individuelle Betreuung h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Tagespflege: Ein Attraktives Angebot!<br \/>\nNeben den Ver\u00e4nderungen innerhalb des Amtes gab es eine ganze Reihe wegweisender inhaltlicher Neuausrichtungen. So wurde im Bereich der Kindertagespflege eine Tagespflegesatzung auf den Weg gebracht. Diese trat zum 01.01.2013 in Kraft und wurde zum 01.01.2015 inhaltlich an die in der Evaluation gewonnenen Aspekte angepasst. Die Tagespflegesatzung regelt die Rechtsverh\u00e4ltnisse zwischen Tagespflegepersonen, Eltern und Jugendamt. Vor Inkrafttreten der Satzung mussten sich die Eltern und die Tagespflegepersonen selbst \u00fcber die Konditionen und Rahmenbedingungen einigen. Nun ist geregelt, dass Tagespflegepersonen f\u00fcr jedes betreute Kind  5,&#8211; Euro pro Stunde erhalten. Daneben regelt sie Satzung auch die Fortzahlung des Entgelts bei Krankheit und Urlaub. Mit der j\u00fcngsten Anpassung der Satzung wurden die Elternbeitr\u00e4ge auf das Niveau der Beitr\u00e4ge f\u00fcr Kindertageseinrichtungen der Kommunen gesenkt. Somit ist die Tagespflege nun auch im Vogelsberg ein attraktives Angebot im Bereich der Kindertagesbetreuung, welches zur Familienfreundlichkeit des Kreises einen wesentlichen Beitrag leistet.<\/p>\n<p>Familienservice Fr\u00fche Hilfen:<br \/>\nDen \u201eFamilienservice Fr\u00fche Hilfen\u201c gibt es seit Beginn des Jahres 2013. Seitdem wurde das Angebot kontinuierlich angepasst und erweitert. Mittlerweile verf\u00fcgt die Stelle des Jugendamtes \u00fcber Sachmittel von 100.000,&#8211; Euro. Damit werden Familienhebammen, Familienbegleiter oder andere Angebote in einem kreisweiten Netzwerk Fr\u00fche Hilfen f\u00fcr Familien mit kleinen Kindern angeboten \u2013 alles sehr einfach und unb\u00fcrokratisch. So ist gew\u00e4hrleistet, dass Jugendhilfe fr\u00fch ansetzt und Eltern von Kleinkindern Unterst\u00fctzung bei ihren allt\u00e4glichen Aufgaben und Problemstellungen erhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Erziehungsberatung kreisweit und innovativ aufgestellt:<br \/>\nUm die Unterst\u00fctzung von Erziehungsberechtigen nachhaltig zu verbessern wurde im Mai 2014 das \u201eNetzwerk Erziehungsberatung\u201c gegr\u00fcndet. Neun verschiedene Tr\u00e4ger bieten kreisweit ihre Dienstleistung in Sachen Erziehungsberatung an. Eltern, Jugendliche und Kinder k\u00f6nnen dieses Angebot bis zu f\u00fcnfmal sehr unb\u00fcrokratisch in Anspruch nehmen und sich von den Fachkr\u00e4ften unterst\u00fctzen und beraten lassen. Der besondere Mehrwert des Angebotes liegt darin, dass die Erziehungsberatung kreisweit fl\u00e4chendeckend angeboten wird und auf Wunsch auch zuhause oder an einem Ort der Wahl stattfinden kann. Bis zur Umstellung des Konzeptes waren beim Kreisjugendamt lediglich zwei Mitarbeiter mit jeweils einer halben Stelle in diesem Bereich t\u00e4tig. \u201eIch wollte das Angebot der Erziehungsberatung ausweiten, schlagkr\u00e4ftiger machen und somit viel fr\u00fcher ansetzen als bisher. Das nunmehr geschaffene Tr\u00e4gernetzwerk ist ein pr\u00e4ventives Angebot, welches einmalig in der Jugendhilfelandschaft ist.\u201c Die Tr\u00e4ger im Netzwerk \u00fcbernehmen f\u00fcr Schulen und Kindertageseinrichtungen auch die Funktion der insoweit erfahrenen Fachkr\u00e4fte nach dem Kinderschutzparagraphen 8a des SGB VIII.<\/p>\n<p>Schulbezogene Jugendsozialarbeit: Ab 2015 fl\u00e4chendeckend einheitliches Konzept<br \/>\nSeit 2012 gibt es die Schulbezogene Jugendsozialarbeit, mit Wirkung zum 01.01.2015 wurde sie zu einem kreisweiten Angebot an allen Schulen des Kreises und f\u00fcr alle Gemeinden ausgebaut. Dieses pr\u00e4ventive Angebot im Sozialraum vernetzt die Arbeit des Jugendamtes mit kommunaler Jugendarbeit der St\u00e4dte und Gemeinden. Erstmals in der Geschichte des Vogelsbergkreises sind acht Personalstellen (drei beim Kreisjugendamt und f\u00fcnf bei anderen Tr\u00e4gern) in der schulbezogenen Jugendsozialarbeit t\u00e4tig. Der Kreis finanziert dieses Angebot mit knapp 500.000,&#8211; Euro pro Jahr.<\/p>\n<p>\u00dcbernahme der Kommunalen Jugendarbeit durch den Kreis<br \/>\nDie Gemeinde M\u00fccke sowie die St\u00e4dte Alsfeld und Schotten haben dem Vogelsbergkreis die kommunale Jugendarbeit mittels einer \u00f6ffentlich-rechtlichen Vereinbarung \u00fcbertragen. Der Kreis hat mit der Wahrnehmung dieser Aufgabe jeweils einen Tr\u00e4ger beauftragt, der gleichzeitig auch f\u00fcr die Schulbezogenen Jugendsozialarbeit verantwortlich zeichnet. Dies stellt sicher, dass sich die Arbeitsbereiche der kommunalen Jugendarbeit und der schulbezogenen Jugendsozialarbeit eng miteinander verzahnen. Die Gemeinden haben zudem den Vorteil, dass die Vertretungsregelung der kommunalen Jugendarbeit \u00fcber die Tr\u00e4ger mit abgesichert wird. Damit wird Jugendarbeit zu einer wegweisenden interkommunalen Zusammenarbeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Die umfangreichen Ver\u00e4nderungen innerhalb des Jugenddezernates zeigen bereits erste Auswirkungen: Das Rechnungsjahr 2013 schloss im Bereich des Jugendamtes mit 1,6 Mio. Euro besser ab als urspr\u00fcnglich im Haushalt veranschlagt. 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