{"id":135531,"date":"2015-02-26T16:48:16","date_gmt":"2015-02-26T15:48:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=135531"},"modified":"2015-02-26T16:48:16","modified_gmt":"2015-02-26T15:48:16","slug":"waerme-hat-noch-groesseres-energiespar-potenzial","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=135531","title":{"rendered":"W\u00e4rme hat noch gr\u00f6\u00dferes Energiespar-Potenzial"},"content":{"rendered":"<p>In der W\u00e4rme-Erzeugung steckt noch viel mehr Potenzial zum Energie-Sparen als beim Strom. Darauf haben die hessischen Industrie- und Handelskammern hingewiesen. \u201eBeim Endenergieverbrauch ist die Prozess- und Raumw\u00e4rme mit \u00fcber f\u00fcnfzig Prozent dabei. In diesem Segment m\u00fcssen noch gr\u00f6\u00dfere Anstrengungen unternommen werden, um die politischen Ziele der Energiewende zu erreichen\u201c, sagte Matthias Gr\u00e4\u00dfle, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE), bei der Vorstellung eines neuen Energie-Spar-Ratgebers \u201eW\u00e4rme in Hessen\u201c. \u201eDer W\u00e4rmemarkt ist der schlafende Riese der Energiewende. Dort liegt ein gro\u00dfes Potenzial zur Energieeinsparung und Energieeffizienz, das wir erschlie\u00dfen sollten.\u201c<\/p>\n<p>In nahezu jedem Keller in Deutschland steht eine W\u00e4rmeerzeugungsanlage. \u201eNur 29 Prozent der Heizungs-Anlagen in Deutschland sind hinsichtlich der Energie-Effizienz auf dem neuesten Stand der Technik\u201c, sagte Burghard Loewe, ARGE-Federf\u00fchrer Energie und Umwelt.\u00c2\u00a0 Zudem w\u00fcrden nur in 17 Prozent der F\u00e4lle erneuerbare Energien in der W\u00e4rmeerzeugung einbezogen. \u201eEs besteht somit ein erhebliches Optimierungspotenzial hinsichtlich einer effizienten W\u00e4rmeerzeugung.\u201c<\/p>\n<p>Daher haben die hessischen Industrie- und Handelskammern in Zusammenarbeit mit der Forschungsgesellschaft f\u00fcr Energiewirtschaft in M\u00fcnchen ein Faktenbuch entwickelt, um den Unternehmen einen \u00dcberblick \u00fcber die neuesten W\u00e4rmeerzeugungstechnologien zu geben. In dem Ratgeber werden auch M\u00f6glichkeiten der W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung sowie die alternative K\u00e4lteerzeugung durch W\u00e4rme und die F\u00f6rderprogramme von Bund und Land f\u00fcr den Einsatz von\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0\u00c2\u00a0 erneuerbaren Energien oder Energieeffizienzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Industrie aufgezeigt.<\/p>\n<p>Kritisch \u00e4u\u00dferten sich die IHKs zum Scheitern der Politik bei der F\u00f6rderung der Geb\u00e4uded\u00e4mmung. Bund und L\u00e4nder streiten seit Jahren \u00fcber die F\u00f6rderinstrumente f\u00fcr die w\u00e4rmesparende Geb\u00e4udesanierung. Gro\u00dfe Minderungspotenziale an CO2 in der zentralen und dezentralen W\u00e4rmeerzeugung liegen daher weiterhin brach.<\/p>\n<p>Loewe zeigte sich \u00fcberzeugt, dass sich im Zuge von Modernisierungsma\u00dfnahmen in Unternehmen bezahlbare L\u00f6sungen mit akzeptablen Amortisationszeiten finden lassen. \u201eWer die Betriebe in der mittelst\u00e4ndischen Wirtschaft kennt, wei\u00df, dass W\u00e4rme oft nicht ausreichend effizient genutzt wird.\u201c Mit einem W\u00e4rmetauscher ist es nicht immer getan. Die Nutzung oder R\u00fcckgewinnung der W\u00e4rme aus dem Produktionsprozess ist oft technologisch kompliziert und sehr unternehmensspezifisch. \u201eEs ist notwendig, noch mehr Energiekompetenz\u00c2\u00a0 in die Unternehmen zu bringen und K\u00fcmmerer zu haben, die die Zusammenh\u00e4nge verstehen und entsprechende Projekte aufsetzen k\u00f6nnen.\u201c Die hessischen Industrie- und Handelskammer haben dies schon vor vielen Jahren erkannt und unterbreiten den Mitarbeitern der Unternehmen Schulungs-Angebote, um sich notwendiges Spezialwissen anzueignen, etwa mit dem Lehrgang Energiemanager.<\/p>\n<p>Der Ratgeber \u201eW\u00e4rme in Hessen\u201c ist ein Teil des Aktionsprogramms, das die IHK-Organisation und das Bundeswirtschaftsministerium aufgesetzt haben mit dem Ziel, in den n\u00e4chsten Jahren \u00fcberall Netzwerke zwischen den Unternehmen zum Thema Energieeffizienz zu schaffen. \u201eWir wollen in K\u00fcrze ein hessenweites Energieeffizienznetzwerk gr\u00fcnden\u201c, sagte Loewe. \u201eDazu sollen im Rahmen einer Selbstverpflichtung verbindliche Festlegungen der Unternehmen geh\u00f6ren, mit Zeitpl\u00e4nen und dem Umfang der eingesparten Energie.&#8221;<\/p>\n<p>\u201eWichtig ist, dass Ma\u00dfnahmen zur Energieeinsparung beim W\u00e4rmeverbrauch grunds\u00e4tzlich freiwillig bleiben\u201c, sagte Loewe. Anreize im W\u00e4rmemarkt m\u00fcssten technologieneutral sein und sich grunds\u00e4tzlich an den geringsten CO2-Vermeidungskosten orientieren. Auch Kraftw\u00e4rmekopplung (KWK) k\u00f6nne einen wichtigen Beitrag zur Senkung von CO2-Emissionen auch im W\u00e4rmemarkt leisten. \u201eInsofern appellieren wir an die Politik in Berlin, aber auch in Wiesbaden, die Belastung der Eigenerzeugung mit EEG-Umlage r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen.\u201c Zudem sollte eine Freistellung von der Stromsteuer f\u00fcr Anlagen \u00fcber 2 Megawatt Neubauten anreizen und die Leistungsbeschr\u00e4nkung der F\u00f6rderung von Nachr\u00fcstungen sollte aufgehoben werden. \u201eF\u00fcr die Unternehmen gibt es viel zu tun, aber auch die Politik muss ihre Hausaufgaben machen, um ihre Ziele mit den richtigen Ma\u00dfnahmen zu flankieren.\u201c<\/p>\n<p>Mit dem Ratgeber \u201eW\u00e4rme in Hessen\u201c setzen die hessischen IHKs den Schwerpunkt auf einen bisher vernachl\u00e4ssigten Aspekt der Energiewende. Einsparungen und der Ausbau der erneuerbaren Energien im Bereich der W\u00e4rme lassen jedoch noch erheblich zu w\u00fcnschen \u00fcbrig, und das, obwohl allein in Hessen der W\u00e4rmebedarf Wirtschaft und Haushalte bei gut 40 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs liegt. Rechnet man den Verkehr heraus, liegt der Anteil der W\u00e4rme sogar bei mehr als drei Viertel des Endenergieverbrauchs.<\/p>\n<p>\u201eDie Erfahrung zahlreicher Energieeffizienz-Netzwerke hat gezeigt, dass durch einfache Ma\u00dfnahmen, wie z.B. Anpassung der Regelung und durch das D\u00e4mmen von Rohrleitungen, Pumpen und Armaturen deutliche Einsparerfolge erzielt werden k\u00f6nnen&#8221;, sagte Dr.-Ing. Serafin von Roon, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Forschungsgesellschaft f\u00fcr Energiewirtschaft mbH und Leiter des Autorenteams des Ratgebers \u201eW\u00e4rme in Hessen&#8221;.<\/p>\n<p>Den Ratgeber \u201eW\u00e4rme in Hessen\u201c finden Sie unter:\u00c2\u00a0 www.ihk-hessen.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In der W\u00e4rme-Erzeugung steckt noch viel mehr Potenzial zum Energie-Sparen als beim Strom. Darauf haben die hessischen Industrie- und Handelskammern hingewiesen. \u201eBeim Endenergieverbrauch ist die Prozess- und Raumw\u00e4rme mit \u00fcber f\u00fcnfzig Prozent dabei. 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