{"id":135299,"date":"2015-02-23T21:11:57","date_gmt":"2015-02-23T20:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=135299"},"modified":"2015-02-23T21:11:57","modified_gmt":"2015-02-23T20:11:57","slug":"hessischer-hochschulpakt-erfolgreich-abgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=135299","title":{"rendered":"Hessischer Hochschulpakt erfolgreich abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p>Wissenschaftsminister Boris Rhein hat gemeinsam mit den Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der dreizehn staatlichen Hochschulen die Verhandlungen \u00fcber den neuen Hochschulpakt erfolgreich abgeschlossen.<\/p>\n<p>Alle Verhandlungspartner stimmen dem neuen Hochschulpakt zu. In diesem ist geregelt wie die Landesregierung in den Jahren 2016 bis 2020 die Hochschulfinanzierung von rund 9 Milliarden Euro verteilt.<\/p>\n<p>Wissenschaftsminister Boris Rhein: \u201eNeun Milliarden Euro in f\u00fcnf Jahren, ist die gr\u00f6\u00dfte Summe, \u00fcber die unsere Hochschulen jemals verf\u00fcgen konnten. Ich freue mich sehr, dass wir mit dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen finanzielle Planungssicherheit f\u00fcr unsere Hochschulen bis ins Jahr 2020 geschaffen haben. Ich danke allen Teilnehmern f\u00fcr ihre konstruktive Mitarbeit. Es waren schwierige Verhandlungen, von denen am Ende alle Hochschulen profitieren.\u201c<\/p>\n<p>Hochschulpolitische Ziele<\/p>\n<p>Der Hochschulpakt beinhaltet f\u00fcr die Laufzeit von 2016 bis 2020 folgende hochschulpolitischen Ziele: Die hessischen Hochschulen tragen dem wachsenden Fachkr\u00e4ftebedarf und der durch die gewachsene Bildungsbeteiligung gestiegenen und weiterhin steigenden Zahl von Studienberechtigten Rechnung. Nachhaltig und dauerhaft erh\u00f6ht werden soll der Anteil der Studierenden an den Hessischen Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften (Fachhochschulen).<\/p>\n<p>\u201eQuantitative Grundlage der hessischen Hochschulplanung ist die KMK-Vorausberechnung der Studienanf\u00e4nger bis 2025 aus dem Jahr 2014. Wir legen k\u00fcnftig st\u00e4rkeres Gewicht auf das Bem\u00fchen der Hochschulen um eine Erh\u00f6hung der Studienerfolgsquote. Zu diesem Zweck werden sich die Hochschulen beispielsweise um den \u00dcbergang von der Schule zur Hochschule und um eine gezielte Betreuung der Studierenden in der Studieneingangsphase k\u00fcmmern\u201c, erl\u00e4uterte Wissenschaftsminister Boris Rhein.<\/p>\n<p>Die Zusammenarbeit zwischen den hessischen Hochschulen untereinander sowie zwischen den Hochschulen und den im Land ans\u00e4ssigen Forschungseinrichtungen wird auf der Grundlage gemeinsamer strategischer Entwicklungskonzepte intensiviert.<\/p>\n<p>Als neues Instrument ist die Einf\u00fchrung von Personalkonzepten der Hochschulen vorgesehen, mit denen die Hochschulen eine aufgabengerechte und funktionale Personalstruktur anstreben. Sie entwickeln als Steuerungsinstrumente Personalkonzepte, die insbesondere auch die Personalstruktur und die Personalentwicklung des wissenschaftlichen Personals zum Gegenstand haben.<\/p>\n<p>\u201eMit dieser Zielvereinbarung wollen wir der Herausforderung der zunehmenden Befristung von Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen effektiv begegnen und gleichzeitig dem wissenschaftlichen Nachwuchs berechenbare Karriereperspektiven er\u00f6ffnen\u201c, erkl\u00e4rte Wissenschaftsminister Boris Rhein.<\/p>\n<p>Die Finanzierung<\/p>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr den erfolgreichen Abschluss des Hochschulpaktes 2020 haben die Regierungsfraktionen von CDU und B\u00dcNDNIS 90\/Die Gr\u00fcnen im aktuellen Koalitionsvertrag geschaffen. Danach sollte die Grundfinanzierung f\u00fcr die Laufzeit des neuen Paktes mit einem Prozent oberhalb der Inflation, maximal mit drei Prozent gesteigert werden. F\u00fcr den Fall einer niedrigen Inflationsrate wird den Hochschulen garantiert, dass die Tarif- und Besoldungssteigerungen auf jeden Fall ausgeglichen werden, solange der hierf\u00fcr erforderliche Finanzbedarf die mittelfristige Finanzplanung nicht \u00fcbersteigt.<\/p>\n<p>Das Hochschulbudget betr\u00e4gt im Jahr 2016 rund 1,9 Milliarden Euro:<\/p>\n<p>1,1  Mrd. Euro Grundbudget,<br \/>\n257 Mio. Euro Erfolgsbudget,<br \/>\n190 Mio. Euro Sondertatbest\u00e4nde,<br \/>\n300 Mio. Euro Bund-L\u00e4nder-Hochschulpakt 2020,<br \/>\n25 Mio. Euro Ger\u00e4temittel,<br \/>\n24 Mio. Euro Innovations- und Strukturentwicklungsbudget. (Das 2017 um  weitere 8 Millionen Euro, auf insgesamt 32 Millionen Euro erh\u00f6ht wird.)<\/p>\n<p>Hinzu kommen noch die Mittel aus dem landeseigenen Bauprogramm Heureka und dem Forschungsf\u00f6rderungsprogramm LOEWE.<\/p>\n<p>Das Grundbudget mit 1,1 Milliarden Euro, der Schwerpunkt der Hochschulfinanzierung, bleibt leistungsorientiert. Hier honoriert die Landesregierung  weiterhin die Studierendenzahlen in der Regelstudienzeit.<\/p>\n<p>\u201eWir wollen keinen ruin\u00f6sen Wettbewerb unter den Hochschulen. Deshalb haben wir die Zahl der verg\u00fcteten Studierenden je Hochschule festgeschrieben. So wollen wir den hohen Stand an Studierenden weiter halten und gleichzeitig die Qualit\u00e4t des Studiums erh\u00f6hen. Die beiden wichtigsten Neuerungen im k\u00fcnftigen Pakt stellen die Verstetigung des Grundbudgets und die deutliche Erh\u00f6hung des Absolventenbezugs im Erfolgsbudget dar\u201c, sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein.<\/p>\n<p>\u201eDie Universit\u00e4ten begr\u00fc\u00dfen, dass im neuen Hochschulpakt durch einen realen Zuwachs des Gesamtbudgets, durch vermehrte Stabilit\u00e4t der Finanzierung und damit erh\u00f6hte Planungssicherheit die Strategief\u00e4higkeit der Hochschulen gest\u00e4rkt wird\u201c,  erkl\u00e4rte Prof. Dr. Katharina Krause, Sprecherin der Konferenz hessischer Universit\u00e4tspr\u00e4sidien (KHU). Sie betonte, dass die Universit\u00e4ten in den letzten Jahren ihre Leistungen in Forschung und Lehre kontinuierlich gesteigert h\u00e4tten. Aus gemeinsamer Sicht von Landesregierung und Universit\u00e4ten stellt es eine Herausforderung dar, dieses hohe Leistungsniveau in Zukunft zu halten.<\/p>\n<p>Das Erfolgsbudget honoriert Hochschulen, wenn sie beispielsweise erfolgreich Drittmittel einwerben, viele Frauen zu Professorinnen berufen oder besonders viele Studierende zum Abschluss innerhalb der Regelstudienzeit f\u00fchren. Boni gibt es unter anderem auch f\u00fcr Promotionen f\u00fcr Frauen in MINT-F\u00e4chern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) oder f\u00fcr erfolgreiche Abschl\u00fcsse von Bildungsausl\u00e4ndern.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in den Jahren 2011 bis 2015 die Leistungsentwicklung aller Parameter in Konkurrenz zueinander standen, werden ab 2016 zu den einzelnen Bereichen Teilbudgets eingef\u00fchrt. Au\u00dferdem verst\u00e4rkt die Landesregierung die Anreize f\u00fcr die Lehre und den Studienerfolg, indem sie das Budget f\u00fcr die Absolventenparameter um 30 Millionen Euro j\u00e4hrlich f\u00fcr die Laufzeit des Paktes erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Das Struktur- und Innovationsbudget wird ab 2016 um 8 Millionen Euro und 2017 um weitere 8 Millionen Euro auf insgesamt 32 Millionen Euro erh\u00f6ht. Hiermit finanziert das Land neue Projekte und Programme zum Ausbau der Forschungsaktivit\u00e4ten an Fachhochschulen mit 3 bis 5 Millionen Euro j\u00e4hrlich, Ma\u00dfnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz mit 2 Millionen Euro in 2016 und 4 Millionen Euro j\u00e4hrlich ab 2017 sowie hochschul\u00fcbergreifende Projekte im Bereich Informationsinfrastruktur. Hinzu kommen auch Aufwendungen beim Kauf von Gro\u00dfger\u00e4ten.<\/p>\n<p>\u201eDie Hessischen Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften begr\u00fc\u00dfen, dass sowohl das Grundbudget als auch das Erfolgsbudget im Rahmen des neuen Hochschulpakts erh\u00f6ht werden konnte und dass es insgesamt eine verbesserte Stabilit\u00e4t in der Geldzuweisung gibt. Als positiv bewerten wir, dass der Lehre im Erfolgsbudget k\u00fcnftig eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zukommt und sie somit neben der Forschung einen h\u00f6heren Stellenwert erh\u00e4lt. Gleichzeitig begr\u00fc\u00dfen wir die Untermauerung eines Forschungsauftrags an die Hessischen Hochschulen f\u00fcr Angewandte Wissenschaften durch den Einstieg in eine Finanzierung von Forschungsstrukturen\u201c, sagte Prof. Dr. Ralph Stengler, stellvertretend f\u00fcr die Konferenz hessischer Fachhochschulpr\u00e4sidien (KHF).<\/p>\n<p>Auch die beiden hessischen Kunsthochschulen bewerten die Vereinbarung positiv. &#8220;Wir sehen uns durch den Hochschulpakt 2016 &#8211; 2020 in unserer erfolgreichen nationalen und internationalen Arbeit best\u00e4tigt. Die vereinbarten finanziellen Rahmenbedingungen erm\u00f6glichen die dringend notwendige Planungssicherheit f\u00fcr die kommenden f\u00fcnf Jahre und bilden eine sehr gute Basis f\u00fcr die kontinuierliche Weiterentwicklung auf h\u00f6chstem k\u00fcnstlerischem und wissenschaftlichem Niveau\u201c, erkl\u00e4rte Prof. Bernd Kracke, Pr\u00e4sident HfG Offenbach.<\/p>\n<p>In Erg\u00e4nzung zu Grund- und Erfolgsbudget finanzieren Sondertatbest\u00e4nde besondere Aufgaben einzelner Standorte oder gleichen Wettbewerbsnachteile einzelner Standorte aus. Verg\u00fctet werden hier weiterhin beispielsweise die landesbibliothekarischen Aufgaben einzelner Hochschulen, die Studienkollegs und die botanischen G\u00e4rten. Enthalten sind auch die 92 Millionen Euro j\u00e4hrlich f\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung der Lehre.<\/p>\n<p>Die seit 2005 erh\u00f6hte Ausbildungsleistung wird weiterhin durch die von Bund und Land gemeinsam zu je 50 Prozent aufgebrachten Mittel des sogenannten Bund-L\u00e4nder-Hochschulpakt 2020 (HSP 2020) entgolten. Hier geht es um durchschnittlich rund 300 Millionen Euro pro Jahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wissenschaftsminister Boris Rhein hat gemeinsam mit den Pr\u00e4sidentinnen und Pr\u00e4sidenten der dreizehn staatlichen Hochschulen die Verhandlungen \u00fcber den neuen Hochschulpakt erfolgreich abgeschlossen. Alle Verhandlungspartner stimmen dem neuen Hochschulpakt zu. In diesem ist geregelt wie die Landesregierung in den Jahren 2016 bis 2020 die Hochschulfinanzierung von rund 9 Milliarden Euro verteilt. 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