{"id":134889,"date":"2015-02-11T20:13:50","date_gmt":"2015-02-11T19:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=134889"},"modified":"2015-02-11T20:13:50","modified_gmt":"2015-02-11T19:13:50","slug":"neujahrskaffee-des-pflegekinderdienstes-leben-mit-neuen-perspektiven-fuer-beide-seiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=134889","title":{"rendered":"Neujahrskaffee des Pflegekinderdienstes &#8211; Leben mit neuen Perspektiven f\u00fcr beide Seiten"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. Ein voll besetztes Caf\u00e9. Auf den ersten Blick ein ganz gew\u00f6hnlicher Anblick, dazu entspannte und entspannende Livemusik. Doch beim zweiten Hinschauen f\u00e4llt auf, dass an den Tischen in der Cafeteria des Antoniusheims nur Familien mit Kindern sitzen. Das ist auch kein Wunder; denn es ist das Neujahrskaffee des Pflegekinderdienstes von Stadt und Landkreis Fulda.<\/p>\n<p>\u201eEinmal im Jahr laden wir alle Familien mit ihren Pflegekindern zu einem gem\u00fctlichen Nachmittag ein \u2013 seit ein paar Jahren \u00fcbrigens schon in die Cafeteria des Antoniusheims\u201c, erkl\u00e4rt Annette Windler vom Pflegekinderdienst. Ihre Kollegin Dorothea Zeitner erg\u00e4nzt: \u201eWir machen das anstelle einer Weihnachtsfeier, da in der Adventszeit viele Familien arg im Stress sind und sich daher Ende Januar viel mehr \u00fcber diese Einladung freuen.\u201c Und dass sich viele freuen und diese Einladung annehmen, das ist \u00fcberall im Raum zu sp\u00fcren. Entspannt sitzen die Familien zusammen, trinken Kaffee und unterhalten sich \u2013 miteinander oder mit den Fachkr\u00e4ften vom Pflegekinderdienst, weil Gespr\u00e4che in dieser Atmosph\u00e4re einfach Spa\u00df machen und gut tun.\u00c2\u00a0 Begleitet wird der Nachmittag von den Gitarrenkl\u00e4ngen von Mike Ryan, der an diesem Tag ganz unentgeltlich spielt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen sind immer mehr Kinder verschwunden. Ihre Spuren f\u00fchren in die Festscheune, wo sie unter Anleitung von P\u00e4dagoginnen der Spielwiese toben und spielen, schneiden und kleben \u2013 alles, was Kinder gerne machen. Man\u00c2\u00a0 merkt, sie f\u00fchlen sich wohl und sind stolz auf das, was da durch ihre H\u00e4nde entsteht.<\/p>\n<p>Erfahren, wo der Schuh dr\u00fcckt<\/p>\n<p>Zu Besuch sind auch B\u00fcrgermeister Dag Wehner und Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld, die wie jedes Jahr, wie sie betonen, auch heute gekommen sind, um von den Pflegeeltern direkt zu erfahren, \u201ewo der Schuh dr\u00fcckt\u201c. \u201eAber wir wollen mit unserer Anwesenheit und der Einladung \u00fcberhaupt vor allem zeigen, dass wir sehr dankbar sind f\u00fcr das gro\u00dfe Engagement der Pflegeeltern\u201c, so Wingenfeld. B\u00fcrgermeister Wehner meint: \u201eImmer wieder entstehen f\u00fcr Kinder Situationen, in denen sie f\u00fcr eine kurze oder lange Zeit nicht bei ihren Eltern wohnen k\u00f6nnen. Aber gerade kleine Kinder brauchen den Schutz und die Geborgenheit einer Familie. Sie sollen doch m\u00f6glichst normal aufwachsen. Daher suchen wir immer wieder Familien, die ein fremdes Kind auf Zeit aufnehmen.\u201c Annette Windler erkl\u00e4rt, dass sich heute sowohl Pflegeeltern treffen, die Kinder f\u00fcr viele Jahre, manchmal bis zum Erwachsenwerden, aufnehmen, als auch sogenannte \u201eBereitschaftspflegestellen\u201c, die Kinder in akuten Notsituationen direkt aufnehmen und ihnen nur vor\u00fcbergehend, also f\u00fcr zwei bis drei Monate einen famili\u00e4ren Rahmen bieten.<\/p>\n<p>Untersch\u00e4tzten Herausforderungen<\/p>\n<p>Es ist spannend, was die Pflegeeltern alles erz\u00e4hlen \u00fcber die Herausforderung, ein fremdes Kind aufzunehmen: Von schlaflosen N\u00e4chten, von der gro\u00dfen Verunsicherung zu Beginn und von Kindern, die inzwischen Erwachse sind und doch noch immer zur Familie geh\u00f6ren. Eine Teilnehmerin schaut staunend und begeistert dem Breakdance von Enrico zu. Sie sagt, dass sie es manchmal genau so empfindet: \u201eDas Leben ist durch die Aufnahme unseres Pflegkindes wie auf den Kopf gestellt. Wir mussten uns erst aneinander gew\u00f6hnen, und das brachte uns alle manchmal an die Grenzen. Aber inzwischen sind wir dankbar f\u00fcr dieses Leben mit neuen Perspektiven. Wir freuen uns und sind stolz, wenn wir miterleben d\u00fcrfen, dass sie wirklich bei uns angekommen sind und sich so rasant entwickeln.\u201c<\/p>\n<p>Ihr Nachbar glaubt, dass vieles darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, dass der Pflegekinderdienst eine tolle Vorbereitung f\u00fcr die zuk\u00fcnftigen Pflegeeltern organisiert: \u201eWir wurden gut und intensiv beraten und mussten an einer ziemlich aufw\u00e4ndigen Schulung teilnehmen. Erst fand ich das \u00fcbertrieben, aber heute wei\u00df ich, wie wichtig das war.\u201c Das gute Miteinander von Pflegefamilien und den Fachkr\u00e4ften des Pflegekinderdienstes ist greifbar an diesem Nachmittag im Raum. Immer wieder sind sie ins Gespr\u00e4ch vertieft, manchmal ernst, oft fr\u00f6hlich und immer von dem Wissen getragen: Wir sorgen daf\u00fcr, dass Kinder ein gutes Zuhause finden \u2013 und sei es nur auf Zeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Ein voll besetztes Caf\u00e9. Auf den ersten Blick ein ganz gew\u00f6hnlicher Anblick, dazu entspannte und entspannende Livemusik. Doch beim zweiten Hinschauen f\u00e4llt auf, dass an den Tischen in der Cafeteria des Antoniusheims nur Familien mit Kindern sitzen. 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