{"id":134568,"date":"2015-02-02T12:57:17","date_gmt":"2015-02-02T11:57:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=134568"},"modified":"2015-02-02T12:57:17","modified_gmt":"2015-02-02T11:57:17","slug":"jedes-produkt-kostet-auch-wasser-neue-ausstellung-auf-der-wasserkuppe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=134568","title":{"rendered":"Jedes Produkt \u201ekostet\u201c auch Wasser: Neue Ausstellung auf der Wasserkuppe"},"content":{"rendered":"<p>Jedes Produkt, das wir kaufen hat seinen Preis \u2013 in mehrerer Hinsicht. In die Produktion flie\u00dfen Arbeitskraft und Ressourcen ein. Wenige wissen, dass bei der Herstellung von Produkten auch Trinkwasser verbraucht wird \u2013 oft erstaunlich viel. Dies will die Ausstellung \u201eVirtuelles Wasser\u201c deutlich machen, die bis Ende M\u00e4rz im Groenhoff-Haus auf der Wasserkuppe zu sehen ist. Gerade auch die Winterwanderer und Wintersportler sind herzlich eingeladen, bei ihrem Aufenthalt in der Rh\u00f6n einmal hereinzuschauen.<\/p>\n<p>Der direkte Pro-Kopf-Verbrauch von Trinkwasser ist in Deutschland in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken und betr\u00e4gt inzwischen etwa 123 Liter pro Tag. Mit Blick auf die heimische Trinkwasser-Versorgungslage besteht damit kein Anlass zur Beunruhigung. Deutschland hat in der Regel Wasser genug.<\/p>\n<p>Gleichzeitig aber verbraucht jeder Mitteleurop\u00e4er t\u00e4glich indirekt weitere 4.000 Liter Wasser \u00fcber die Produkte, die er kauft und verbraucht. Dies ist Wasser anderer L\u00e4nder, in denen Trinkwasser h\u00e4ufig eher knapp ist. So stecken in einem Kilo Rindfleisch aus S\u00fcdamerika rechnerisch 9.750 Liter Wasser, das z. B. zur Herstellung des Sojafutters oder zum Tr\u00e4nken der Rinder ben\u00f6tigt wird. Auf ein T-Shirt kommen beispielsweise 1.000 Liter, denn die Baumwollplantagen der Erzeugerl\u00e4nder m\u00fcssen zumeist k\u00fcnstlich bew\u00e4ssert werden.<\/p>\n<p>Diese Zusammenh\u00e4nge anschaulich darzustellen, ist Ziel der 2013 vom Umweltzentrum Fulda konzipierten Ausstellung \u201eVirtuelles Wasser\u201c, die seither als Wanderausstellung bereits an mehreren Orten zu sehen war. Auf Roll-Ups und anhand von Exponaten wird der Blick der Besucher f\u00fcr den heimlichen zus\u00e4tzlichen Wasserverbrauch gesch\u00e4rft. Die dabei gewonnene Erkenntnis kommt f\u00fcr viele \u00fcberraschend. Die Spartaste an der WC-Sp\u00fclung allein tut es \u2013 global betrachtet \u2013 wohl doch nicht &#8230;<\/p>\n<p>\u201eDie Verbraucher der Industriel\u00e4nder entziehen den Erzeugerl\u00e4ndern Wasser\u201c, sagt Volker Strauch, Leiter des Umweltzentrums Fulda und zusammen mit Ellen Plo\u00df geistiger Vater der Ausstellung. \u201eDieser Zusammenhang ist den meisten Menschen noch nicht bewusst. Kritisch zu betrachten ist der Wasserentzug vor allem in L\u00e4ndern, die ihrer Bev\u00f6lkerung keinen ausreichenden Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser bieten k\u00f6nnen. Da sind dann im Zweifel die Rinder, deren Fleisch exportiert wird, besser mit Wasser versorgt, als viele Einheimische. Das sollte man als K\u00e4ufer zumindest wissen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eIch freue mich \u00fcber die neue Ausstellung hier in unserem Infozentrum\u201c, erkl\u00e4rt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n. \u201eEine wichtige S\u00e4ule unserer Arbeit ist die Bildung f\u00fcr Nachhaltige Entwicklung (kurz BNE genannt). Mit der Ausstellung m\u00f6chten wir deutlich machen, dass jede einzelne Kaufentscheidung hier in der Region auch globale Auswirkungen hat, die \u00fcber den Verkaufspreis der Ware nicht erkennbar werden. Als Teil eines weltumspannenden Netzwerks von UNESCO-Biosph\u00e4renreservaten m\u00f6chten wir hier in der Rh\u00f6n immer wieder einmal auch den Blick nach au\u00dfen lenken. Obwohl sie keinen unmittelbaren Bezug zur Rh\u00f6n hat, ist diese Ausstellung daher bei uns thematisch sehr gut verortet. \u201eDas Thema Virtuelles Wasser ist f\u00fcr uns alle wichtig. Aufgekl\u00e4rte Verbraucher sind daher f\u00fcr uns der Schl\u00fcssel zum Erfolg!\u201c, so Raab.<\/p>\n<p>Die Ausstellung im Groenhoff-Haus, dem Sitz der Hessischen Verwaltungsstelle auf der Wasserkuppe, ist bis zum 29. M\u00e4rz 2015 t\u00e4glich zu besichtigen. Man findet sie, zusammen mit dem beliebten Regionalladen, im Erdgeschoss des Geb\u00e4udes. Der Eintritt ist frei.<\/p>\n<p>Virtuelles Wasser \u2013 Rechnerischer Wasserbedarf in Litern*<\/p>\n<p>Rindfleisch, Bio Deutschland (500 g): 3.400 l<br \/>\nRindfleisch, Brasilien (500 g): 9.750 l<br \/>\nKartoffeln, Bio &amp; regional Deutschland (1 kg): 95 l<br \/>\nBaumwoll-T-Shirt, Pakistan: 1.450 l<br \/>\nPapier, Frischfaser hochwei\u00df (500 Blatt): 5.000 l<\/p>\n<p>* Quelle: Ausstellung \u201eVirtuelles Wasser\u201c<\/p>\n<p>Foto: \u201eVirtuelles Wasser\u201c \u2013 ganz real, und zwar auf der Wasserkuppe. Von links Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n sowie Volker Strauch, Leiter des Umweltzentrums Fulda.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Jedes Produkt, das wir kaufen hat seinen Preis \u2013 in mehrerer Hinsicht. In die Produktion flie\u00dfen Arbeitskraft und Ressourcen ein. Wenige wissen, dass bei der Herstellung von Produkten auch Trinkwasser verbraucht wird \u2013 oft erstaunlich viel. 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