{"id":134318,"date":"2015-01-29T01:01:37","date_gmt":"2015-01-29T00:01:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=134318"},"modified":"2015-01-28T20:33:12","modified_gmt":"2015-01-28T19:33:12","slug":"neues-landesprogramm-hessen-aktiv-fuer-demokratie-und-gegen-extremismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=134318","title":{"rendered":"Neues Landesprogramm \u201eHessen \u2013 aktiv f\u00fcr Demokratie und gegen Extremismus\u201c"},"content":{"rendered":"<p>In Kooperation mit dem Bund f\u00f6rdert das Land Hessen Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der Demokratie und zur Extremismuspr\u00e4vention und -intervention in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren mit insgesamt rund 13,5 Millionen Euro. Dies gab der Hessische Innenminister Peter Beuth anl\u00e4sslich der Vorstellung des hessischen Landesprogramms \u201eHessen \u2013 aktiv f\u00fcr Demokratie und gegen Extremismus\u201c bekannt.<\/p>\n<p>\u201eMit dem neuen Landesprogramm erf\u00fcllen wir nicht einfach nur einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag. Vielmehr setzen wir gerade in diesen bewegten Zeiten ein deutliches Zeichen, dass wir uns als Landesregierung und als Gesellschaft aktiv f\u00fcr unsere Demokratie einsetzen. Wir lassen uns nicht als Gesellschaft auseinanderdividieren und entziehen Extremisten den N\u00e4hrboden\u201c, sagte der Hessische Innenminister.<\/p>\n<p>Ziel ist es, neben den repressiven Ma\u00dfnahmen der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden, verst\u00e4rkt Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen durchzuf\u00fchren, um junge Menschen nicht in den Extremismus abdriften zu lassen. Im Falle einer Radikalisierung soll fr\u00fchzeitig interveniert und so auch das jeweilige pers\u00f6nliche Umfeld beim Umgang mit schwierigen Situationen unterst\u00fctzt werden. \u201eMit dem neuen Landesprogramm kommen wir diesen Zielen einen gro\u00dfen Schritt n\u00e4her\u201c, so Beuth.<\/p>\n<p>Das Landesprogramm ist mit 1,05 Millionen Euro pro Jahr hinterlegt. Hinzu kommen Mittel aus dem Bundesprogramm \u201eDemokratie leben!\u201c (2015-2019) im Umfang von etwa 1,66 Millionen Euro pro Jahr. Prim\u00e4r zielt das Landesprogramm darauf ab, bereits bew\u00e4hrte Ma\u00dfnahmen zur Pr\u00e4vention und Intervention zu verstetigen und zus\u00e4tzlich neue Programme und Projekte zu f\u00f6rdern, die sinnvoll und notwendig sind, erkl\u00e4rte der Minister.<\/p>\n<p>Mit jeweils 400.000 Euro pro Jahr aus Landes- und Bundesmitteln wird das Demokratiezentrum Hessen gef\u00f6rdert, das an der Philipps-Universit\u00e4t Marburg angebunden ist und neuerdings \u00fcber eine Au\u00dfenstelle in Kassel verf\u00fcgt. Das Demokratiezentrum unterbreitet und vermittelt ein umfassendes Angebot an Beratungen, insbesondere im Kontext von Rechtsextremismus und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Dazu geh\u00f6ren mobile Beratungen bei rechtsextremen Vorf\u00e4llen sowie die Beratung von Kommunen bei der Neuaufnahme von Fl\u00fcchtlingen. Das Programm \u201eRote Linie \u2013 Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg\u201c versucht insbesondere zu verhindern, dass Jugendliche mit zun\u00e4chst diffuser rechter Orientierung die \u201erote Linie\u201c zum organisierten Rechtsextremismus \u00fcberschreiten. Die Arbeit fokussiert sich nicht ausschlie\u00dflich auf rechtsextrem gef\u00e4hrdete Jugendliche, sondern schlie\u00dft auch Eltern, Angeh\u00f6rige und das Umfeld mit ein. Neu hinzugekommen ist eine spezifische Beratung f\u00fcr Betro ffene bzw. Opfer von rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt.<\/p>\n<p>\u201eRechtsextremismus ist seit vielen Jahren ein Dauerph\u00e4nomen, vor allem in der jungen Generation. Die \u00fcber 350 Anfragen aus Kommunen, Schulen, Verb\u00e4nden und von Eltern zeigen den Bedarf an Beratung\u201c, sagte Prof. Dr. Benno Hafeneger von der Philipps-Universit\u00e4t Marburg. Deren Pr\u00e4sidentin Prof. Dr. Katharina Krause erg\u00e4nzte, dass \u201ees mit einer nunmehr f\u00fcnfj\u00e4hrigen F\u00f6rderung jetzt m\u00f6glich ist, am Marburger Demokratiezentrum Hessen kontinuierlich und fachlich ausgewiesen zu beraten und pr\u00e4ventiv zu arbeiten, um menschenfeindlichen Orientierungen entgegenzuwirken und einen wichtigen Beitrag zur F\u00f6rderung von Demokratie zu leisten.\u201c<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich zu diesen Ma\u00dfnahmen wird das beim Hessischen Landeskriminalamt angebundene Ausstiegsprogramm IKARus weiterhin mit j\u00e4hrlich 50.000 Euro aus Landesmitteln finanziert.<\/p>\n<p>Mit weiteren 400.000 Euro pro Jahr aus Landesmitteln wird die Arbeit der \u201eBeratungsstelle Hessen \u2013 religi\u00f6se Toleranz statt Extremismus\u201c des Violence Prevention Networks (VPN) gef\u00f6rdert, die seit Mitte 2014 im Rahmen des Hessischen Pr\u00e4ventionsnetzwerks gegen Salafismus landesweit t\u00e4tig ist. \u201eWir sind mit unserem Pr\u00e4ventionsnetzwerk gegen Salafismus gut aufgestellt und bundesweit Vorreiter. Ich hoffe, dass andere von den positiven Erfahrungen in Hessen profitieren k\u00f6nnen\u201c, betonte Beuth. Es seien bereits zahlreiche Anfragen aus anderen Bundesl\u00e4ndern eingegangen.<\/p>\n<p>Thomas M\u00fccke, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von VPN, erkl\u00e4rte, dass die bisherige Arbeit der Beratungsstelle gezeigt habe, dass ein sehr gro\u00dfer Beratungs- und Unterst\u00fctzungsbedarf bei betroffenen Eltern und gesellschaftlichen Institutionen vorhanden sei. Seit Er\u00f6ffnung der Beratungsstelle wurden 58 Familien unterst\u00fctzend beraten und begleitet, deren Kinder gef\u00e4hrdet sind. \u201eDie Arbeit der Beratungsstelle hat aber auch eindrucksvoll verdeutlicht, dass es m\u00f6glich ist, gef\u00e4hrdete junge Menschen \u2013 auch Syrienr\u00fcckkehrer \u2013 anzusprechen, Arbeitsbeziehungen aufzubauen und Ausstiegsprozesse zu initiieren. Damit konnten weitere Gef\u00e4hrdungseskalationen verhindert werden.\u201c Mit 28 gef\u00e4hrdeten jungen Menschen wird seit Projektbeginn gearbeitet. \u201eDamit zeigt sich die Notwendigkeit und die M\u00f6glichkeiten pr\u00e4ventiver Arbeit mit jungen Menschen\u201c, so M\u00fccke.<\/p>\n<p>Auch Partnerschaften f\u00fcr Demokratie und Modellprojekte, die im Rahmen des Bundesprogramms initiiert wurden, werden durch Ko-Finanzierungen aus dem Landesprogramm gef\u00f6rdert. Ein gef\u00f6rdertes Modellprojekt der Bildungsst\u00e4tte Anne Frank befasst sich mit dem Thema Antisemitismus, ein weiteres Modellprojekt der Goethe-Universit\u00e4t Frankfurt am Main befasst sich mit dem Aufbau universit\u00e4rer Expertisen im Bereich \u201eGemeinde und Jugendarbeit\u201c und deren Transfer in die praktische Arbeit mehrerer Moscheegemeinden mit muslimischer Jugendarbeit. Dar\u00fcber hinaus sollen weitere Projekte gef\u00f6rdert und Studien durchgef\u00fchrt werden. Derzeit werde die Durchf\u00fchrung einer Studie zur schulischen und au\u00dferschulischen Extremismuspr\u00e4vention gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Die konkreten Hilfsangebote werden auf der neuen Internetplattform www.hessen-gegen-extremismus.de ver\u00f6ffentlicht. Auf der Plattform sind zudem zahlreiche Informationen rund um das Thema Extremismus verf\u00fcgbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>In Kooperation mit dem Bund f\u00f6rdert das Land Hessen Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der Demokratie und zur Extremismuspr\u00e4vention und -intervention in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren mit insgesamt rund 13,5 Millionen Euro. 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