{"id":133946,"date":"2015-01-17T00:09:45","date_gmt":"2015-01-16T23:09:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133946"},"modified":"2015-01-16T13:58:35","modified_gmt":"2015-01-16T12:58:35","slug":"lebendes-kulturgut-die-alten-rhoener-haus-und-nutztierrassen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133946","title":{"rendered":"Lebendes Kulturgut: Die alten Rh\u00f6ner Haus- und Nutztierrassen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-133947\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Rassige-Rarit\u00e4ten-Foto-2.jpg\" alt=\"Rassige Rarit\u00e4ten, Foto 2\" width=\"560\" height=\"359\" \/><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. Jeder wei\u00df, dass viele wild lebende Tier- und Pflanzenarten in der freien Natur vom Aussterben bedroht sind oder bereits ausgestorben sind. Der Gedanke des Artenschutzes an sich ist also nichts Neues. Doch den wenigsten ist bekannt, dass auch zahlreichen alten Haus- und Nutztierrassen in unserer unmittelbaren Umgebung, vor allem in der Landwirtschaft, ein \u00e4hnliches Schicksal droht: zu verschwinden. Eine anschauliche neue Brosch\u00fcre des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n stellt einige teilweise gef\u00e4hrdete heimische Haus- und Nutztiere vor.<!--more--><\/p>\n<p>Wer nach einem Rh\u00f6ner Nutztier sucht, der denkt sofort an das Rh\u00f6nschaf. Doch es gibt noch viele weitere regionale Rassen, die die Menschen in der Rh\u00f6n \u00fcber Jahrhunderte zu sch\u00e4tzen wussten. Vom gelben Frankenvieh \u00fcber das Coburger Fuchsschaf bis zur Th\u00fcringer M\u00e4user-Taube reicht da das Spektrum. Sie und viele andere heute weithin unbekannte Rassen waren \u00fcber Jahrhunderte aufs Engste mit den Menschen und der kargen Landschaft in der Rh\u00f6n verbunden und haben mit dazu beigetragen, den Lebensunterhalt der b\u00e4uerlichen Bev\u00f6lkerung zu sichern.<\/p>\n<p>\u201eDie verbliebenen Best\u00e4nde der alten Haus- und Nutztierrassen sind ein einzigartiges heimisches Kulturgut und stehen deshalb im Fokus unseres Interesses\u201c, unterstreicht Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n. \u201eDie Erhaltung genetischer Ressourcen war der erste Auftrag, den die UNESCO den Biosph\u00e4renreservaten in den 70er-Jahren mitgegeben hat.\u201c<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat das UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n in Zusammenarbeit mit Experten die Brosch\u00fcre \u201eRassige Rarit\u00e4ten. Alte Haus- und Nutztierrassen in der Rh\u00f6n\u201c erstellt, die jetzt in Oberelsbach pr\u00e4sentiert wurde.<\/p>\n<p>Auf 32 Seiten gibt sie einen anschaulichen \u00dcberblick \u00fcber die traditionellen heimischen Nutztiere und ermutigt zu deren Haltung. Christel Simantke von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gef\u00e4hrdeter Nutztierrassen (GEH) berichtete \u00fcber die Ergebnisse ihres zweij\u00e4hrigen Forschungsprojekts zu tiergenetischen Ressourcen in deutschen Biosph\u00e4renreservaten. Ingesamt wurden bei der Untersuchung 181 Nutztierrassen (gef\u00e4hrdete und nicht gef\u00e4hrdete) erfasst. Das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n, so die Referentin, habe sich dabei besonders kooperativ gezeigt. Hier ergab die Untersuchung, dass im Jahr 2013 in 72 Rh\u00f6ner Betrieben 42 gef\u00e4hrdete Nutztierrassen gehalten werden.<\/p>\n<p><strong>Unverwechselbar und einzigartig<\/strong><br \/>\nWie in allen Kulturkreisen und Regionen dieser Erde haben auch die Menschen in Deutschland die Tiere ihrer nat\u00fcrlichen Umgebung zu nutzen gelernt, berichtete Frau Simantke. Im Laufe der Zeit entstand so durch gezielte Z\u00fcchtungen eine einzigartige Vielfalt an Tierrassen mit oft ganz speziell ausgepr\u00e4gten Eigenschaften. Sie waren optimal an die jeweiligen Klima-, Futter- und Landschaftsverh\u00e4ltnisse angepasst. Und sie wurden den jeweiligen Anspr\u00fcchen und Nutzungsbed\u00fcrfnissen des Menschen gerecht \u2013 sei es als Nahrungsquelle, als Rohstofflieferant, als Helfer bei der Arbeit oder aber als Partner f\u00fcr besondere Aufgaben. So entstand eine differenzierte Vielfalt an Tierrassen, zumeist mit ganz charakteristischen und individuellen Eigenschaften und Merkmalen.<\/p>\n<p>In der modernen Welt von heute, so die Referentin, gehe es vor allem um gro\u00dfe Mengen billiger Lebensmittel. Fr\u00fcher so wichtige Eigenschaften wie tierische Zugleistungen seien nicht mehr gefragt. Da k\u00f6nnten die seit alters her gez\u00fcchteten Rassen zumeist nicht mehr mithalten. Sie gelten als nicht mehr rentabel und effizient genug und werden von wenigen Hochleistungsrassen verdr\u00e4ngt, die sich zur \u00fcberregionalen und sogar globalen Vermarktung eignen.<\/p>\n<p>So ist die Situation f\u00fcr die meisten traditionellen Nutz- und Haustierrassen dramatisch. Viele von ihnen sind vom Aussterben bedroht, andere bereits g\u00e4nzlich verschwunden. Allein in Deutschland stehen derzeit \u00fcber 100 von ihnen auf der \u201eRoten Liste der gef\u00e4hrdeten Nutztierrassen\u201c. Sie wird von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gef\u00e4hrdeter Haustierrassen e.V. (GEH) gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>Wertvolle genetische Ressourcen<\/strong><br \/>\nAls Gegenbewegung entstanden in den letzten Jahrzehnten aber auch Initiativen und Projekte engagierter Menschen, Vereine und Verb\u00e4nde, deren Ziel es ist, diese Entwicklung zu stoppen und die bunte Vielfalt unserer alten Nutz- und Haustierrassen zu erhalten und zu f\u00f6rdern. Ihre Erhaltung ist nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch der Zukunftssicherung sowie der kulturellen, landwirtschaftlichen und kulinarischen Diversit\u00e4t. Die vom UNESCO-Biosph\u00e4renreservat vorgenommene Erfassung der heimischen Rassen und deren Vorstellung in der neuen Brosch\u00fcre sind ein Schritt in diese Richtung. Auch die GEH nimmt als Ergebnis ihrer Arbeit bereits ein verst\u00e4rktes Interesse an den alten Rassen wahr.<\/p>\n<p>\u201eIn unserem Heft Rassige Rarit\u00e4ten entdecken die Leser seltene und einzigartige Haus- und Nutztierrassen, die einst das kleinb\u00e4uerliche Leben in der Rh\u00f6n pr\u00e4gten\u201c, erl\u00e4utert Julia R\u00f6sch von der Verwaltungsstelle in Oberelsbach, die das Projekt koordinierte. \u201eDamit wollen wir die gef\u00e4hrdeten Rassen bekannt machen und \u00fcber M\u00f6glichkeiten der Haltung informieren. Wenn das dann Landwirte oder private Tierhalter inspiriert, solche Nutztiere auf dem eigenen Hof zu halten, w\u00fcrde uns das nat\u00fcrlich freuen.\u201c Die Brosch\u00fcren sind in allen Infozentren des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats gratis erh\u00e4ltlich<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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