{"id":133921,"date":"2015-01-16T00:09:14","date_gmt":"2015-01-15T23:09:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133921"},"modified":"2015-01-16T09:31:36","modified_gmt":"2015-01-16T08:31:36","slug":"ein-domizil-seltener-und-gefaehrdeter-arten-haunestausee-bei-marbach-seit-1990-als-grossflaechiges-naturschutzgebiet-ausgewiesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133921","title":{"rendered":"Ein Domizil seltener und gef\u00e4hrdeter Arten &#8211; Haunestausee bei Marbach seit 1990 als gro\u00dffl\u00e4chiges Naturschutzgebiet ausgewiesen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-133922\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/016-Haunesee1.jpg\" alt=\"016-Haunesee1\" width=\"560\" height=\"410\" \/><\/p>\n<p>Marbach. Der Haunestausee befindet sich in der Talaue der Haune ungef\u00e4hr einen Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich des Petersberger Ortsteils Marbach. Im Westen wird das Gebiet von der Bahnlinie Fulda-Bad Hersfeld und im Osten vom bewaldeten Westhang der Ro\u00dfkuppe begrenzt.<!--more--><\/p>\n<p>Das Naturschutzgebiet geh\u00f6rt zum Naturraum Fulda-Haune-Tafelland. Die \u201eTafel\u201c, die vor allem von Mittlerem Buntsandstein gepr\u00e4gt ist, wird durch die T\u00e4ler von Jossa, Fulda und Haune zerschnitten. W\u00e4hrend ihre Hochfl\u00e4chen und H\u00e4nge zumeist bewaldet sind, werden die tieferen Lagen ackerbaulich genutzt. In den Flu\u00dfauen \u00fcberwiegt dabei die Gr\u00fcnlandnutzung.<\/p>\n<p>Durch die Anlage des Stausees als Hochwasserr\u00fcckhaltebecken hat die Haune aufgrund des Dauerstaus innerhalb des Naturschutzgebiets ihren Flie\u00dfgew\u00e4ssercharakter weitgehend eingeb\u00fc\u00dft, wodurch auch die Vegetation des Talgrunds ma\u00dfgeblich beeinflusst wird. Zudem weist der Wasserstand des Stausees \u2013 abgesehen von den Hochwassern \u2013 nur relativ geringe Schwankungen auf, und das Grundwasser steht in den tief gelegenen Bereichen ganzj\u00e4hrig sehr hoch an.<\/p>\n<p>Bereits 1990 wurde der s\u00fcdliche Teil des Sees f\u00fcr den Naturschutz \u201evorl\u00e4ufig sichergestellt\u201c. Nach Verl\u00e4ngerung der Sicherstellung erfolgte dann 2003 die Ausweisung der Fl\u00e4che als Naturschutzgebiet mit einer Gr\u00f6\u00dfe von fast 30 Hektar. Gr\u00fcnde f\u00fcr die Unterschutzstellung waren die Erhaltung des Sees sowie der sich anschlie\u00dfenden \u00f6kologisch wertvollen Auenbereiche als Brut- und Rasthabitate f\u00fcr eine Reihe seltener und bedrohter Vogelarten, als Laichbiotope von Amphibien und Fischen sowie anderer an die Strukturen dieses Lebensraums gebundener Organismengruppen, wie zum Beispiel Libellen oder Wasserinsekten. Die faunistische Artenvielfalt ist wiederum mit dem Vorkommen einer Vielzahl von f\u00fcr eine solche Auenlandschaft typischer Vegetationstypen verbunden. Ufergeh\u00f6lzs\u00e4ume, R\u00f6hrichtbest\u00e4nde, Gro\u00dfseggenriede, Hochstaudenfluren, Auenwaldreste und Feuchtwiesenareal mit zum Teil gef\u00e4hrdeten Pflanzenarten stellen derartige Einheiten dar.<\/p>\n<p>Nach der Fertigstellung und Inbetriebnahme des Haunestausees im Jahr 1991 bot sich hier die Gelegenheit, die nat\u00fcrliche Sukzession vor allem auf den im Rahmen der Umgestaltung neu angelegten Fl\u00e4chen von ihren Anf\u00e4ngen, das hei\u00dft von zun\u00e4chst unspezifischen Pionier- \u00fcber verschiedene Zwischenstadien bis hin zum Endstadium, langfristig zu beobachten.<\/p>\n<p>Dieser Aufgabe haben sich Mitglieder der verschiedenen Arbeitskreise des Vereins f\u00fcr Naturkunde in Osthessen (VNO) angenommen und botanische Kartierungen der vorhandenen Vegetationskomplexe sowie Erhebungen \u00fcber unterschiedliche Organismengruppen, wie den bereits oben erw\u00e4hnten Tiergruppen sowie \u00fcber Tagfalter, Wespen und Bienen durchgef\u00fchrt. Die erzielten Ergebnisse sind in einer vom VNO herausgegebenen Publikation (\u201eNaturerlebnis Hauneteiche. Entwicklung eines Naturschutzgebietes zum Domizil seltener Arten.\u201c) dokumentiert. Zuk\u00fcnftig bleibt nun abzuwarten, wie sich dieses Gebiet, das seiner nat\u00fcrlichen Dynamik weitgehend \u00fcberlassen bleiben soll, weiter entwickeln wird.<\/p>\n<p>Neben seiner bemerkenswerten floristischen und faunistischen Ausstattung soll an dieser Stelle ein weiterer Aspekt angef\u00fchrt werden. Denn der Haunestausee dient auch als wichtiges Naherholungsgebiet, so dass hier die unterschiedlichen Anspr\u00fcche von Naturschutz und Freizeitgestaltung in Einklang gebracht werden m\u00fcssen. Zum anderen ergibt sich neben der M\u00f6glichkeit zur Entspannung und Ruhe f\u00fcr die Besucher auch die Gelegenheit, vertiefte Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt zu erwerben, von denen sich m\u00f6glicherweise ein sorgsamerer beziehungsweise nachhaltigerer Umgang mit der Natur ableiten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Marbach. Der Haunestausee befindet sich in der Talaue der Haune ungef\u00e4hr einen Kilometer s\u00fcd\u00f6stlich des Petersberger Ortsteils Marbach. 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