{"id":133899,"date":"2015-01-15T00:09:26","date_gmt":"2015-01-14T23:09:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133899"},"modified":"2015-01-15T12:45:08","modified_gmt":"2015-01-15T11:45:08","slug":"die-rettung-der-eselskeller-in-burgruine-haselstein-ehrenamtliche-leisten-ueber-500-stunden-freiwillige-fronarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133899","title":{"rendered":"Die Rettung der Eselskeller in Burgruine Haselstein \/ Ehrenamtliche leisten \u00fcber 500 Stunden freiwillige Fronarbeit"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-133900\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/015-Eselskeller_wim.jpg\" alt=\"015-Eselskeller_wim\" width=\"560\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Haselstein. Versteck spielen am Nordosthang des Schlossbergs von Haselstein &#8211; daran erinnern sich noch viele Ehemalige aus dem Kinder- und Jugendheim der Caritas, das bis zum Jahr 1986 im Amtsschloss, einem zweigeschossigen Profanbau im Renaissancestil, untergebracht war. Die Eselskeller waren, obwohl verboten, weil verfallen und mit allerlei Material aufgef\u00fcllt, ein d\u00fcsterer Ort und trotzdem beliebtes Versteck.<!--more--><\/p>\n<p>Nach dem Auszug der Kinder und Jugendlichen und dem Weggang der Vinzentinerinnen aus Fulda, wurde das Amtsschloss aufw\u00e4ndig zu einer Werkstatt f\u00fcr Menschen mit Behinderung umgebaut. Die Eselskeller im Hang, unterhalb der Burgruine auf dem Schlossberg, gerieten in Vergessenheit. Der Haselsteiner Andreas Kn\u00fcttel, der heute in Wiesbaden lebt, hat sich intensiv mit der Geschichte Haselsteins befasst. So auch mit den Eselkellern. Bereits vor zwanzig Jahren habe man die Idee gehabt, die Eselkeller frei zu legen und daraus einen Weinkeller werden zu lassen, berichtet er. Doch Besitzverh\u00e4ltnisse, Bauauflagen sowie Zugangs- und Versorgungsschwierigkeiten h\u00e4tten die Umsetzung verhindert.<\/p>\n<p>Bei der Gr\u00fcndung des Heimat-, Kultur- und Geschichtsvereins mit Ortsvorsteher Berthold Vogt an der Spitze im Jahre 2012, anl\u00e4sslich des 900-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums von Haselstein, hatte sich dieser auch die Rettung der Eselskeller auf die Fahnen geschrieben. Das Institut f\u00fcr Steinkonservierung, eine Einrichtung der staatlichen Denkmalpflege Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Th\u00fcringen, stellte im November 2013 fest, dass die Eselskeller \u201eim Fugenbereich durch Dauerfeuchtigkeit stark ausgewaschen\u201c waren. Nach statischer Begutachtung und bauhistorischer Untersuchung durch das Landesdenkmalamt Hessen und in Abstimmung mit Diplom-Ingenieurin Eva Kohlmann von der Denkmalbeh\u00f6rde des Landkreises Fulda ging der Bautrupp &#8211; J\u00fcrgen Herbert, Ewald Kling, Alexander K\u00f6hler, J\u00fcrgen Pfeffermann, Berthold Vogt, J\u00f6rg Wiegand-Kling \u2013 tatkr\u00e4ftig ans Werk.<\/p>\n<p>Es wurden Gestr\u00fcpp und Bewuchs zur\u00fcckgeschnitten und erste Sicherungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Unmengen Unrat, Schutt und eingef\u00fclltes Erdreich wurde auf Schubkarren geladen in Handarbeit abtransportiert. Eine Unterst\u00fctzung durch einen Minibagger war nur bedingt m\u00f6glich, da ansonsten die historische Bausubstanz gef\u00e4hrdet worden w\u00e4re. Mit fortschreitender Freilegung wurde das Ausma\u00df der Sch\u00e4den am Mauerwerk und den Widerlagern, die stabilisiert wurden, sichtbar. Die Schildmauer des gr\u00f6\u00dferen Kellers war teilweise eingebrochen und musste neu ausgemauert werden.<\/p>\n<p>Was vorher nur in geb\u00fcckter Haltung betreten werden konnte, entpuppte sich als ein unterirdischer Raum mit einer L\u00e4nge von 8,50 und einer Breite von 5,50 Metern. Die Scheitelh\u00f6he variiert zwischen 2,70 bis 2,80 Metern. Es folgte die Ausbesserung der Fugen. Einem Vorschlag des Instituts f\u00fcr Steinkonservierung folgend, wurde ein von einer Spezialfirma nach historischem Rezept angemischter Trass-Kalk-M\u00f6rtel in Drainagek\u00f6rnung verarbeitet, der in die Fugen maschinell eingespritzt wurde. Der unmittelbar \u00f6stlich anschlie\u00dfende kleiner Keller war noch besser erhalten.<\/p>\n<p>Zurzeit ruhen die Arbeiten. Der Abschluss der Erhaltungsma\u00dfnahmen ist f\u00fcr dieses Jahr geplant. 521 Stunden h\u00e4tten die Ehrenamtlichen in freiwilliger Fronarbeit geleistet, ist Ortsvorsteher und Vorsitzender Berthold Vogt stolz. Die Kosten f\u00fcr Ger\u00e4teeinsatz und Baumaterial tage bis jetzt der Heimat-, Kultur- und Geschichtsverein. Eine Zusage \u00fcber einen Kreiszuschuss in H\u00f6he von 2.000 Euro liege vor. Nicht nur der Verein und die Haselsteiner sind mit dem derzeitigen Sanierungsergebnis der Eselskeller zufrieden, auch Statiker Uli Th\u00fcmmler und Kreisarch\u00e4ologe Dr. Frank Verse. Stammen doch die beiden Keller aus dem 13.\/14. Jahrhundert und waren nachweislich von einem 160 Quadratmeter gro\u00dfen Wirtschaftsgeb\u00e4ude, das zum Schloss geh\u00f6rte und von dem nur noch Reste des Sockelmauerwerks vorhanden sind, \u00fcberbaut. (Text &amp; Bild: Winfried M\u00f6ller)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Haselstein. 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