{"id":133748,"date":"2015-01-10T00:09:23","date_gmt":"2015-01-09T23:09:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133748"},"modified":"2015-01-09T17:00:18","modified_gmt":"2015-01-09T16:00:18","slug":"mitglieder-des-fliedener-heimatvereins-beschaeftigen-sich-mit-historischen-wegebezeichnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133748","title":{"rendered":"Mitglieder des Fliedener Heimatvereins besch\u00e4ftigen sich mit historischen Wegebezeichnungen"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-133750\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/009-Henkel2.jpg\" alt=\"009-Henkel2\" width=\"560\" height=\"380\" \/><\/p>\n<p>Flieden. Stra\u00dfennamen sind im wahrsten Sinne des Wortes Aush\u00e4ngeschilder einer Kommune. Diese Feststellung konnten die Zuh\u00f6rer einem Vortrag entnehmen, den Raimund Henkel vor Mitgliedern des Heimatvereins K\u00f6nigreich Flieden \u00fcber das Thema \u201eInteressantes und Kurioses zu Fliedener Stra\u00dfennamen\u201c im H\u00fcttnergut Lenzis hielt. F\u00fcr seine Ausf\u00fchrungen hatte der Referent historische Quellen ab 1560 und die Adressb\u00fccher von 1925, 1937 und 1951 ausgewertet.<!--more--><\/p>\n<p>Im mittelalterlichen Dorf kannte jeder Einwohner seinen Nachbarn, so dass zu dessen Identifizierung der Name gen\u00fcgte, bei Bedarf erg\u00e4nzt durch handwerkliche T\u00e4tigkeit oder besondere Eigenschaften, aus denen oft auch die Haus- und Hofnamen hervorgingen. F\u00fcr Flieden konnten zur genaueren Adressierung noch die vier Dorfviertel Untergasse, Zent, Renzergasse und Hinzergasse hinzugef\u00fcgt werden. Au\u00dferdem gab es bereits seit 1792 Hausnummern, die 1805 bei der Einf\u00fchrung der obligatorischen Brandversicherung im Fuldaer Land zur Registrierung verwendet wurden. Diese Zahlenfolge endete um 1960 bei der Abl\u00f6sung des Adressensystems bei der Hausnummer 223. Weil bis dahin viele Baul\u00fccken geschlossen worden waren, erg\u00e4nzte man mit Bruchzahlen oder Buchstaben.<\/p>\n<p>Mit optischer Unterst\u00fctzung der Kalenderbl\u00e4tter \u201eFlieden in alten Ansichten 2015\u201c begaben sich die Zuh\u00f6rer auf einen Gang durch Fliedens Stra\u00dfen. Der wichtigste aller Verkehrswege war die Handelsstra\u00dfe Frankfurt-Leipzig, im lokalen und beh\u00f6rdlichen Gebrauch mit Landstra\u00dfe oder Chaussee (= durch Schotter befestigte Fahrbahndecke) bezeichnet. Mit zunehmender Benutzung offizieller Namen hie\u00df sie innerorts Alte Stra\u00dfe, Hauptstra\u00dfe und Fuldaer Stra\u00dfe (wie heute). Im Dritten Reich trug sie im Ortskern den Namen Adolf Hitler und nach Kriegsende taufte sie Pfarrer Georg Kind eigenm\u00e4chtig auf den Kirchen- und Ortspatron St. Goar um, was jedoch keinen Bestand hatte. Es sollte einfach wieder die Hauptstra\u00dfe sein. Seit 2006 ist der gesamte Verlauf der historischen Fernstra\u00dfe Bestandteil der vom Europarat zur Kulturroute erkl\u00e4rten Via Regia.<\/p>\n<p>Ab den 1930-er Jahren und schon zuvor wurden die Stra\u00dfenbezeichnungen der bisherigen Hausnummern erheblich ausgeweitet und Schilder angebracht. Dabei verschwanden nicht nur die aussagelosen Angaben Am gemeinen Weg, Stra\u00dfweg, Gassenweg oder Fahrweg, es gingen auch \u00fcberlieferte Namen unter. So wurde der Aspenweg zur Schl\u00fcchterner Stra\u00dfe, der Struthweg zum Ringweg, der Riegelweg zur Lindenstra\u00dfe, der Entenpfad zur Bornm\u00fchle, der Eylgraben (?) zur Gelben Hohle, der R\u00fcbenk\u00fcppel zum H\u00f6llrain und der Steinbacher Weg zur Bahnhofsstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach neuen Namen orientierte man sich zum Teil an Flurbezeichnungen, M\u00fchlen, Besonderheiten der \u00d6rtlichkeit oder markanten Hofnamen. F\u00fcr das inner\u00f6rtliche Wegenetz mussten zus\u00e4tzliche Namen gefunden werden. Daf\u00fcr standen dorfbekannte Personen Pate (Elisabethweg, Heinrichstra\u00dfe), weil sie zuf\u00e4llig dort wohnten. Der verkehrstechnische Begriff Sackgasse wurde zur Stra\u00dfenbezeichnung f\u00fcr einen Seitenweg der Zentstra\u00dfe. Leider fand die Anregung des Heimatvereins bislang keine Geh\u00f6r, diese Wegef\u00fchrung in Turmgasse umzubenennen uns somit eine historische St\u00e4tte, das Zentgef\u00e4ngnis, in Erinnerung zu behalten. Allein der Hausname \u201eD\u00f6rmesch (=T\u00fcrmers)\u201c weist auf die ehemalige \u201eJustizvollzugsanstalt\u201c hin.<\/p>\n<p>Eine ganz kuriose Wegebezeichnung entstand auf der D\u00f6ngesm\u00fchle. Dort erbaute 1798 Johannes We\u00df eine abseits liegendes Geh\u00f6ft, auf dem sich bis heute der Hausname \u201eWe\u00e4sse\u201c erhalten hat. Das Stra\u00dfenschild dort lautet \u201eWersenberg\u201c! F\u00fcr die Stra\u00dfen der j\u00fcngeren Wohngebiete wurden zum Beispiel ehemalige deutsche Ostgebiete und lokale oder \u00fcber\u00f6rtliche Pers\u00f6nlichkeiten ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Flieden. Stra\u00dfennamen sind im wahrsten Sinne des Wortes Aush\u00e4ngeschilder einer Kommune. 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