{"id":133548,"date":"2014-12-31T09:25:44","date_gmt":"2014-12-31T08:25:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133548"},"modified":"2014-12-31T09:25:44","modified_gmt":"2014-12-31T08:25:44","slug":"wieder-mehr-wildkatze-in-der-rhoen-funde-von-verdachtskatzen-melden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133548","title":{"rendered":"Wieder mehr Wildkatze in der Rh\u00f6n \/ Funde von Verdachtskatzen melden"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-133549\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/632-Wildkatze-265x205.jpg\" alt=\"632-Wildkatze\" width=\"265\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/632-Wildkatze-265x205.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/632-Wildkatze.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/>Fulda. Die Urform unserer Hauskatzen stammt von der in Asien, Pal\u00e4stina und Afrika lebenden Falbkatze (Felis sylvestris lybica) ab. Die in ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet im Wesentlichen auf Europa beschr\u00e4nkte Wildkatze (Felis sylvestris sylvestris) gilt dagegen als nicht domestizierbar. Ihr urspr\u00fcngliches Verbreitungsareal reicht von der Iberischen Halbinsel bis zum Kaukasus und im Norden bis Schottland.<!--more--><\/p>\n<p>Nach Freigabe der vorher nur dem Adel vorbehaltenen Jagd nach dem Revolutionsjahr 1848 wurde die Wildkatze als \u201eNiederwildsch\u00e4dling\u201c intensiv verfolgt. Zu Unrecht, denn sie ist fast ausschlie\u00dflich M\u00e4usej\u00e4ger. Wegen ihres unheimlich klingenden Geschreis w\u00e4hrend der Paarungszeit im Februar\/M\u00e4rz wurde sie mit Hexen in Verbindung gebracht. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs konzentrierten sich Restvorkommen in Hessen auf gro\u00dfe W\u00e4lder oder d\u00fcnn besiedelte Gebiete von Taunus, Mei\u00dfner-Kaufunger Wald und Rh\u00f6n. Von dort breitete sie sich seit dem Zweiten Weltkrieg langsam wieder aus. Dazu trug auch das jahrelange Verbot des privaten Waffenbesitzes im Nachkriegsdeutschland bei. Reparationsholzeinschl\u00e4ge sowie zahlreiche Sturmschadensereignisse beg\u00fcnstigten die Entwicklung nahrungsreicher Waldstrukturen.<\/p>\n<p>Seit 1922 genoss die Wildkatze per Gesetz einen ganzj\u00e4hrigen Schutz in preu\u00dfischen Staatsw\u00e4ldern. Mit dem Reichsjagdgesetz von 1936 wurde die Wildkatze ganzj\u00e4hrig geschont. Auch das Bundesjagdgesetz von 1952 \u00fcbernahm diese Regelung. In der DDR wurde die Wildkatze seit 1955 ganzj\u00e4hrig geschont. Mit der EG-Richtlinie 338 von 1998, der so genannten FFH-Richtlinie, erhielt die Wildkatze europaweiten Schutz.<\/p>\n<p>Um Erkenntnisse \u00fcber ihre aktuellen Vorkommen zu erlangen, wurden deutschlandweit baldriangetr\u00e4nkte Holzpfosten, von denen Wildkatzen angelockt werden und sich daran reiben, ausgebracht. Die an den Pfosten dabei h\u00e4ngenbleibenden Haare geben nach ihrer genetischen Analyse Aufschluss \u00fcber Wildkatzenvorkommen. Seit Anfang der 1990er Jahre stiegen landesweit die Totfunde an Stra\u00dfen, und die Sichtbeobachtungen nahmen zu. Ab 1986 wurden mehrere Hundert Wildkatzen im bayerischen Spessart ausgewildert. Nach den Ergebnissen der genetischen Analysen der Wildkatzenhaare von den Holzpfosten konnte eine mittlerweile wieder weite Verbreitung der Wildkatze auch in der Rh\u00f6n festgestellt werden, wo die Wildkatze nie ganz ausgestorben war.<\/p>\n<p>Die Wildkatze lebt sowohl im Wald als auch in der Kulturlandschaft, die Deckung und gen\u00fcgend M\u00e4use als Nahrung bieten. In H\u00f6hlen, in liegenden Baumst\u00e4mmen oder in Felsen, unter Wurzeltellern oder Holzstapeln sowie in ungenutzten Geb\u00e4uden im Wald sucht die Wildkatze Schutz und bringt im April\/Mai ihre Jungen zur Welt. Nach einem halben Jahr Betreuung durch die Mutter werden die Jungen selbst\u00e4ndig und suchen sich ein eigenes Revier. Harn- und Kotmarken dienen der Reviermarkierung, Duftstoffe im Urin verk\u00fcnden Paarungsbereitschaft. Vielbefahrene Stra\u00dfen bilden Ausbreitungsbarrieren und Todesfallen.<\/p>\n<p>Durch die Entsch\u00e4rfung der Wildunfallschwerpunkte soll der Wildkatze und anderen wandernden Tierarten den Genaustausch zwischen Populationen erm\u00f6glicht werden. Verbesserungen in den Lebensr\u00e4umen wie W\u00e4lder verbindende Hecken, der Erhalt von Lichtungen und Waldwiesen, die Reduzierung der Waldwegedichte und das Belassen von hohlen B\u00e4umen im Bestand tragen ebenfalls dazu bei, die Wildkatze zu sch\u00fctzen. J\u00e4ger k\u00f6nnen der Wildkatze helfen, indem sie keine wildfarbenen Katzen schie\u00dfen und auf Totschlagfallen verzichten.<\/p>\n<p>Obwohl der Kenntnisstand \u00fcber aktuelle Vorkommen der Wildkatze mittlerweile recht gut ist, sollen auch weiterhin Totfunde untersucht werden. Melden Sie Totfunde wildfarbener \u201eVerdachtskatzen\u201c dem Ansprechpartner der Naturschutzeinrichtung von Hessen-Forst vor Ort, Dr. Franz M\u00fcller, unter Telefon (06656)1634, den hiesigen Forst\u00e4mtern, der Unteren Naturschutzbeh\u00f6rde beim Landkreis oder dem Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n auf der Wasserkuppe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. Die Urform unserer Hauskatzen stammt von der in Asien, Pal\u00e4stina und Afrika lebenden Falbkatze (Felis sylvestris lybica) ab. Die in ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet im Wesentlichen auf Europa beschr\u00e4nkte Wildkatze (Felis sylvestris sylvestris) gilt dagegen als nicht domestizierbar. 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