{"id":133542,"date":"2014-12-31T00:09:05","date_gmt":"2014-12-30T23:09:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133542"},"modified":"2014-12-31T09:22:23","modified_gmt":"2014-12-31T08:22:23","slug":"sportlich-in-die-zukunft-joerg-meinhardt-staerkt-benachteiligte-jugendliche-landkreis-fulda-ist-an-bord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133542","title":{"rendered":"Sportlich in die Zukunft: J\u00f6rg Meinhardt st\u00e4rkt benachteiligte Jugendliche \u2013 Landkreis Fulda ist an Bord"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_133544\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133544\" class=\"size-full wp-image-133544\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/631-Meinhard-1.jpg\" alt=\"Basketball ist eine der M\u00f6glichkeiten, Alleing\u00e4nger in der Gruppe zu integrieren.   Foto: M. Traber\u00e2\u20ac\u00a6 \" width=\"560\" height=\"357\" \/><p id=\"caption-attachment-133544\" class=\"wp-caption-text\">Basketball ist eine der M\u00f6glichkeiten, Alleing\u00e4nger in der Gruppe zu integrieren.<br \/>Foto: M. Traber\u00e2\u20ac\u00a6<\/p><\/div>\n<p>FULDA. Dehn\u00fcbungen stehen auf dem Programm. Die Beine sind durchgestreckt, mit ihren H\u00e4nden m\u00fcssen die Jugendlichen m\u00f6glichst weit bis Richtung F\u00fc\u00dfe kommen. Anschlie\u00dfend wird jeweils ein Bein hinter dem K\u00f6rper angewinkelt, bis der Oberschenkel schmerzt. Die ersten st\u00f6hnen. Doch dann bringt J\u00f6rg Meinhardt endlich auch einen Ball ins Spiel.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eJugendliche werden durch Sport aufgefangen\u201c, erkl\u00e4rt er die Philosophie hinter dem Projekt. Der 50-J\u00e4hrige arbeitet bei Perspektiva mit benachteiligten Jugendliche, um diese f\u00fcr den Arbeitsmarkt fit zu machen, ihnen eine langfristige Perspektive zu bieten und ihre Pers\u00f6nlichkeit zu st\u00e4rken. Das gelingt in der Regel nicht von heute auf morgen, aber die bisherigen Erfolge k\u00f6nnen sich sehen lassen. Meinhardt k\u00fcmmert sich im Schnitt um 10 bis 15 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 16 und 35 Jahren und arbeitet dabei eng mit Tr\u00e4gern wie Gr\u00fcmel und AWO sowie den Schulen zusammen.<\/p>\n<p>Das w\u00f6chentliche Pensum umfasst jeweils einmal Sport und Schwimmen. Schwerpunkte sind k\u00f6rperliche Stabilisation, Laufen, Spielen, Ausdauertraining und das Kr\u00e4ftigen der R\u00fcckenmuskulatur. \u201eSpeziell beim Schwimmen werden Muskeln bewegt, von denen viele Jugendliche gar nicht wussten, dass es diese \u00fcberhaupt gibt\u201c, erz\u00e4hlt der Fuldaer schmunzelnd. W\u00e4hrend der Einheiten sucht Meinhardt zudem das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch und bezieht P\u00e4dagogen mit ein. Auch eine gesunde Ern\u00e4hrung wird thematisiert.<\/p>\n<p>Neben der Verbesserung der k\u00f6rperlichen Fitness f\u00f6rdert der Sport zentrale soziale Komponenten. \u201eEs geht darum, Regeln einzuhalten und Alleing\u00e4nger in die Gruppe zu integrieren.\u201c Dies wird beispielsweise beim Basketball trainiert, indem nach nur wenigen Schritten ein Pass zum Mitspieler erfolgen muss. Positiver Nebeneffekt: \u201eJugendliche sollen etwas machen, bei dem sie akzeptiert werden\u201c, betont Meinhardt. Auch hier biete Sport den perfekten Rahmen. Wer Sport treibe, treffe Gleichgesinnte, werde aufgefangen und lerne zu kommunizieren. \u201eAkzeptanz tut gut!\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr eine zweite Gruppe bietet Meinhardt gemeinsam mit einer Fuldaer Kickbox-Schule ein w\u00f6chentliches Anti-Aggressions-Training an. Hieran k\u00f6nnen Jugendliche teilnehmen, die ein hohes Aggressionspotenzial aufweisen und Probleme mit der Disziplin haben. Der Coach selbst schaut sich m\u00f6gliche Kandidaten im Schulsport-Unterricht an, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Wichtig: In den \u00dcbungseinheiten wird auf jeglichen K\u00f6rperkontakt verzichtet. Daf\u00fcr holen die Trainer aus ihren Sch\u00fctzlingen k\u00f6rperlich alles raus.<\/p>\n<p>\u201eWir bringen die Jugendlichen an ihr absolutes Limit und fahren sie komplett herunter\u201c, erkl\u00e4rt Meinhardt den Trainingsansatz. Wer immer dabei ist und sich engagiert, erh\u00e4lt einen besonderen Bonus und darf das Fitnessstudio zus\u00e4tzlich zwei Mal pro Woche kostenlos nutzen. Andererseits legt Meinhardt Wert auf h\u00f6chste Disziplin: Einfach so fehlen ist nicht drin, umgehende Entschuldigungen oder Abmeldungen im Vorfeld sind Pflicht. Auch so werden die Jugendlichen auf die Anforderungen im Berufsleben vorbereitet.<\/p>\n<p>Kraft und Psyche k\u00f6nnen die jungen Menschen im Niedrigseilgarten trainieren. Hier lernen sie ebenfalls, \u00c4ngste zu \u00fcberwinden und sich etwas zu trauen. \u201eSelbstvertrauen, auch darauf kommt es im Beruflichen an\u201c, wei\u00df ihr Coach. Deshalb setzt er regelm\u00e4\u00dfig auf die K\u00f6rperstabilisation und die Arbeit mit dem eigenen K\u00f6rpergewicht. Erfolge motivierten die Jugendlichen und st\u00e4rkten ihr Ego.<\/p>\n<p>Viele von ihnen sind am Anfang des Projekts \u00fcberhaupt nicht dazu in der Lage, stundenlang einer T\u00e4tigkeit nachzugehen. Es fehlen k\u00f6rperliche und psychische Voraussetzungen, etwa Konzentrationsf\u00e4higkeit. Ziel: \u00dcber ein Praktikum sollen sie einen Ausbildungsplatz und eine dauerhafte Arbeitsstelle erhalten. Zufrieden beobachtet Meinhardt, wie sich \u00fcber die Jahre ein solides Netzwerk zwischen Landkreis, Perspektiva, Schulen und anderen Tr\u00e4gern aufgebaut und stabilisiert hat.<\/p>\n<p>Ein entscheidendes Puzzleteil im Gesamtwerk stellen auch die Sportvereine der Region dar. Der Projektleiter kennt dort viele Verantwortliche und Ansprechpartner, ist stets darum bem\u00fcht, dass engagierte und motivierte Jugendliche beitragsfrei oder durch Zusch\u00fcsse Mitglied werden k\u00f6nnen. \u201eDie Eltern sollten nat\u00fcrlich dahinter stehen, um ihre Kinder zu unterst\u00fctzen und zu f\u00f6rdern\u201c, nennt der 50-J\u00e4hrige eine zus\u00e4tzliche entscheidende Komponente.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Jugendlichen endet die Teilnahme am Projekt, wenn sie den entsprechenden Tr\u00e4ger verlassen. Dann sollten sie dazu in der Lage sein, eigenst\u00e4ndig Regeln einzuhalten und sich in ihre Arbeitsgruppe erfolgreich zu integrieren. Die Grundlagen f\u00fcr eine berufliche und private Zukunft hat J\u00f6rg Meinhardt vermittelt \u2013 jetzt kommt es auf die Jugendlichen selbst an, gut aus den Startbl\u00f6cken ins Leben zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>FULDA. Dehn\u00fcbungen stehen auf dem Programm. Die Beine sind durchgestreckt, mit ihren H\u00e4nden m\u00fcssen die Jugendlichen m\u00f6glichst weit bis Richtung F\u00fc\u00dfe kommen. Anschlie\u00dfend wird jeweils ein Bein hinter dem K\u00f6rper angewinkelt, bis der Oberschenkel schmerzt. Die ersten st\u00f6hnen. 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