{"id":133425,"date":"2014-12-24T00:18:52","date_gmt":"2014-12-23T23:18:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133425"},"modified":"2014-12-23T12:13:39","modified_gmt":"2014-12-23T11:13:39","slug":"auf-leisen-pfoten-an-die-200-wildkatzen-in-der-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133425","title":{"rendered":"Auf leisen Pfoten: An die 200 Wildkatzen in der Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_133426\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/wildkatze.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133426\" class=\"wp-image-133426 size-thumbnail\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/wildkatze-265x177.jpg\" alt=\"wildkatze\" width=\"265\" height=\"177\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/wildkatze-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/wildkatze.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-133426\" class=\"wp-caption-text\">Die Wildkatze. Foto: Matthias Metzger<\/p><\/div>\n<p>Wildflecken. Das UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n ist Heimat vieler selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Dazu geh\u00f6rt die Wildkatze. \u00dcber mehrere Jahre haben Wissenschaftler sowie haupt- und ehrenamtliche Helfer den Bestand und die Verbreitung des kleinen Raubtiers erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse dieses l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Wildkatzen-Monitorings wurden k\u00fcrzlich auf einem Treffen der Fachleute im Informationszentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c in der bayerischen Rh\u00f6n vorgestellt. Die Wildkatze (Felis silvestris) ist vor allem nachtaktiv und deshalb in freier Wildbahn selten zu sehen. Doch sie hat eine Leidenschaft: Der Duft von Baldrian zieht sie magisch an. Das nutzen die Wissenschaftler um Daten zu sammeln. An zahlreichen Stellen wurden in der Rh\u00f6n Lockst\u00f6cke aufgestellt. Das sind stark aufgeraute Holzpf\u00e4hle, die mit reichlich Baldrian pr\u00e4pariert sind. Wenn Wildkatzen solche St\u00f6cke riechen, reiben sie sich daran und hinterlassen dabei einzelne Haare \u2013 und damit einen genetischen \u201eFingerabdruck\u201c. Experten des Bereichs Wildtiergenetik am renommierten Forschungsinstitut Senckenberg haben diese Genspuren ausgewertet. Die Ergebnisse wurden nun vorgestellt und diskutiert.<\/p>\n<p><!--more-->\u201eDer Wildkatze geht es offensichtlich gut in der Rh\u00f6n\u201c, fasst Dr. Doris Pokorny, stellvertretende Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats und Moderatorin des Experten-Treffens zusammen. \u201eEs gibt eine vitale und sich reproduzierende Wildkatzenpopulation. Wir haben \u00fcber mehrere Jahre systematisch Daten gesammelt und professionell analysieren lassen, besonders intensiv im Zeitraum 2013\/14. Seit 2008 wurden im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n 102 individuelle Katzen nachgewiesen. Auf Basis von Hochrechnungen k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass hier etwa 200 Wildkatzen leben. Das haben wir vor Beginn des nun abgeschlossenen Monitoring-Programms nicht gewusst. Insofern konnten wir hier eine wesentliche Informationsl\u00fccke f\u00fcr die gesch\u00fctzte Tierart schlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>Bundesweite Bestandserfassung<\/p>\n<p>Das Wildkatzen-Monitoring in der Rh\u00f6n war \u00fcberregional eingebunden. So erfasst der Bund Naturschutz in Bayern e. V. seit Jahren den Bestand in Bayern, und auf Bundesebene gibt es das Projekt \u201eWildkatzensprung\u201c, das vom BUND e.V. getragen wird. \u00dcbergeordnetes Ziel ist die F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t. Im Zeitraum 2013\/14 hatte in der Rh\u00f6n die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosph\u00e4renreservats die Federf\u00fchrung. Davor gab es bereits ein Vorl\u00e4ufer-Projekt des Vereins Rh\u00f6nNatur.<\/p>\n<p>Die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Datenerfassung konzentrierte sich auf f\u00fcnf Rasterfl\u00e4chen in verschiedenen Bereichen der Rh\u00f6n. Aus den Ergebnissen kann man gesicherte R\u00fcckschl\u00fcsse ziehen, etwa \u00fcber den idealen Lebensraum der europ\u00e4ischen Wildkatze: Der n\u00e4chtliche J\u00e4ger f\u00fchlt sich in naturnahen, abwechslungsreichen Laubmischw\u00e4ldern besonders wohl, braucht aber auch die N\u00e4he zu strukturreichem, offenem Land, um zum Beispiel auf Wiesen zu jagen. Die Wildkatzen schaffen es, die meisten ihrer Jungen durchzubringen. Dabei kommt den Tieren entgegen, dass sie in der Rh\u00f6n mit Ausnahme des Uhus keine nat\u00fcrlichen Feinde haben. Ihr gr\u00f6\u00dfter \u201eGegner\u201c ist das Auto: Jahr f\u00fcr Jahr werden zahlreiche Wildkatzen \u00fcberfahren.<\/p>\n<p>Stabiler Bestand<\/p>\n<p>Spannend ist die Frage, ob die Wildkatzen hier immer schon gelebt haben oder in den letzten Jahren neu zugewandert oder zur\u00fcckgekommen sind, wie z. B. der Biber. Nach Einsch\u00e4tzung der Wissenschaftler trifft wahrscheinlich beides zu. Man vermutet, dass es in der Rh\u00f6n stets einen Pool heimischer Wildkatzen gab, die nur noch nicht erfasst waren. Hinzu kamen dann die Nachkommen von im Spessart ehemals ausgewilderten Wildkatzen sowie sicherlich auch Zuwanderer aus dem Norden und Osten der Bundesrepublik. Diese Tiere haben sich zu einem populationsbiologisch vitalen Bestand mit vergleichsweise hoher Dichte vermischt. Die Rh\u00f6n ist au\u00dferdem ein wichtiges Durchgangsgebiet f\u00fcr die Wildkatze.<\/p>\n<p>\u201eWenn man tief im Wald eine Katze sieht, ist dies mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit eine Wildkatze\u201c, lautet die Faustregel der Wissenschaftler. Die wenigen Unterscheidungs-merkmale zur Hauskatze (etwa die deutlich abgesetzten schwarzen \u201eRinge\u201c am Schwanz) sind f\u00fcr den Laien und aus der Ferne meist nicht erkennbar. Wildkatzen kommen in verschiedenen Fellfarben von grau bis br\u00e4unlich vor, haben feste Reviere und ern\u00e4hren sich vor allem von M\u00e4usen. Das macht sie aus der Sicht der Forstleute zu \u201eN\u00fctzlingen\u201c, denn M\u00e4use fressen auch Baumsamen und erschweren damit die nat\u00fcrliche Verj\u00fcngung im Wald. Auch die meisten J\u00e4ger sind stolz darauf, wenn sich in ihrem Revier eine Wildkatze einfindet. Denn zweifellos geh\u00f6rt die Wildkatze zu den Sympathietr\u00e4gern des Biosph\u00e4renreservats. Sie ist nach Bundesjagdrecht ganzj\u00e4hrig geschont sowie international und nach EU-Recht gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Eine Art mit hohem Sympathiewert<\/p>\n<p>\u201eDie Rh\u00f6n hat eine Verantwortung f\u00fcr die Wildkatze. Heute, am Ende unserer systematischen Bestandserfassung, wissen wir deutlich mehr \u00fcber die Tierart als noch vor wenigen Jahren. Deshalb k\u00f6nnen wir das Projekt nun guten Gewissens abschlie\u00dfen\u201c, res\u00fcmiert Dr. Pokorny. \u201eDie Forstverwaltungen und Forstbetriebe, die Genetiker des Instituts Senckenberg, die Verwaltungsstellen des Biosph\u00e4renreservats und nicht zuletzt die freiwilligen Helfer, die die Lockst\u00f6cke betreuten, haben l\u00e4nder\u00fcbergreifend hervorragend zusammengearbeitet. Das hat sich gelohnt. Es besteht akut kein Handlungsbedarf: Die Wildkatze f\u00fchlt sich in der Rh\u00f6n daheim und ist hier sehr willkommen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, sollten vor allem in der waldbaulichen Praxis weiterhin Ma\u00dfnahmen zugunsten der Wildkatze umgesetzt werden.\u201c<\/p>\n<p>Forschungsbericht und Brosch\u00fcre sowie weitere Infos zur Wildkatze unter:<br \/>\nwww.brrhoen.de\/266-die-wildkatze-in-der-rhoen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wildflecken. Das UNESCO-Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n ist Heimat vieler selten gewordener Tier- und Pflanzenarten. Dazu geh\u00f6rt die Wildkatze. \u00dcber mehrere Jahre haben Wissenschaftler sowie haupt- und ehrenamtliche Helfer den Bestand und die Verbreitung des kleinen Raubtiers erfasst und ausgewertet. Die Ergebnisse dieses l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Wildkatzen-Monitorings wurden k\u00fcrzlich auf einem Treffen der Fachleute im Informationszentrum \u201eHaus der Schwarzen Berge\u201c &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,52],"tags":[],"class_list":["post-133425","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-umwelt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133425","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=133425"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133425\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":133427,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133425\/revisions\/133427"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=133425"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=133425"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=133425"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}