{"id":133358,"date":"2014-12-23T00:09:30","date_gmt":"2014-12-22T23:09:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133358"},"modified":"2014-12-23T10:12:05","modified_gmt":"2014-12-23T09:12:05","slug":"do-you-speak-medizin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133358","title":{"rendered":"\u201eDo you speak \u00e2\u20ac\u00a6 Medizin?\u201c"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_133362\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133362\" class=\"wp-image-133362 size-full\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Medizinstipendiaten2.jpg\" alt=\"623-Medizinstipendiaten2\" width=\"560\" height=\"360\" \/><p id=\"caption-attachment-133362\" class=\"wp-caption-text\">Verena Tobert (r.) und Jessamine Kohlmann studieren zur Zeit in Southampton<\/p><\/div>\n<p>SOUTHAMPTON\/FULDA. Derzeit befinden sich vier Medizinstudentinnen aus der Region, denen der Landkreis Fulda ein Stipendium an der \u201eKassel School of Medicine\u201c gew\u00e4hrt, auf \u201eWeihnachtsurlaub\u201c. Das Studium beinhaltet auch einen Aufenthalt im s\u00fcdenglischen Southampton. Bevor im Januar die ersten Pr\u00fcfungen anstehen, berichtet Verena Tolbert von ihren bisherigen Erfahrungen in England. Mein erster Eindruck ist schlicht und ergreifend: Toastbrot. Man bekommt es hier in jedem Gesch\u00e4ft, in allen m\u00f6glichen Formen, g\u00fcnstig und preiswert, frisch oder abgepackt, mit K\u00f6rnern oder klassisch wei\u00df und oftmals schon fertig als Sandwich zubereitet in rund 150 verschiedenen Geschmacksrichtungen. Als eingefleischter Rh\u00f6ner schleppt man sich von Supermarkt zu Supermarkt &#8211; in der Hoffnung. vielleicht doch noch irgendwo etwas \u201eHandfestes\u201c zu finden. Wenn schon kein Graubrot, dann vielleicht eine Packung Vollkorn- oder Roggenmischbrot. <!--more--><\/p>\n<p>Neben der Esskultur, die als Student nun nicht unbedingt im Vordergrund steht, spielen Sprache und das soziale Netzwerk eine wichtige Rolle im Alltag. Jessamine Kohlmann und ich sind uns einig, dass man sich unglaublich schnell an die englische Sprache gew\u00f6hnt und sie als eigene Ausdrucksform \u00fcbernimmt. Nach knapp einem Semester k\u00f6nnen wir festhalten, dass es zwar eine Herausforderung ist und bleibt, alle Inhalte in einer anderen Sprache zu verstehen, lernen und letztendlich in den Pr\u00fcfungen anzuwenden.<\/p>\n<p>Das Einzige, wovon wir gerne ein bisschen mehr h\u00e4tten, ist Zeit. Nur weil wir eine gewisse Summe an Studiengeb\u00fchren bezahlen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir den Doktortitel (bzw. in unserem Fall den \u201eBachelor of Medical Sciences\u201c) geschenkt bekommen. Die Kassel School of Medicine bietet gemeinsam mit der Universit\u00e4t in Southampton ein hervorragendes Mentoring-Programm an, und es gibt unz\u00e4hlige Anlaufstellen, an die man sich im Bedarfsfall wenden kann. Dabei sind die Anspr\u00fcche an uns Studenten nicht gerade gering. Neben einigen Vorlesungen verbringen wir viel Zeit in Kleingruppen im Anatomielabor, das uns auch \u00fcber die Unterrichtstunden hinaus zur Verf\u00fcgung steht. Zus\u00e4tzlich finden regelm\u00e4\u00dfig \u201eTutorials\u201c in Bereichen wie Physiologie, Pharmakologie oder Pathologie statt, in denen wir Beispielf\u00e4lle besprechen.<\/p>\n<p>Wie genau so ein Studentenalltag aussieht, ist schwierig zu beschreiben. F\u00fcr Jessasmine und mich stehen zun\u00e4chst die Vorlesungen und das Durcharbeiten der Lernmaterialien im Vordergrund. So selbstverst\u00e4ndlich dies klingt, ist das als Student aber nicht immer: Die Universit\u00e4t bietet ein unglaublich breites Angebot an Freizeitaktivit\u00e4ten. Vom \u201eStar Wars Club\u201c bis hin zum Windsurfen scheint f\u00fcr jeden Geschmack etwas dabei zu sein. Hinzu kommen die unz\u00e4hligen Studentenpartys und Einladungen, die man nicht permanent ablehnen kann. Am Ende siegt entweder die Vernunft oder eisernes Durchhalteverm\u00f6gen. Wichtig ist, dass neben dem Studium ein wenig Zeit f\u00fcr andere Gedanken und Abwechslung bleibt. Insbesondere unsere Tutoren achten sehr darauf, dass wir trotz des straffen Lernprogramms genug Raum f\u00fcr kleine Atempausen haben.<\/p>\n<p>Regine Henkel, die sich bereits im zweiten Studienjahr befindet, schw\u00e4rmt von ihrem Tag auf der Entbindungsstation als \u201epers\u00f6nlicher H\u00f6hepunkt\u201c des ersten Jahres. Jeder Student bekommt in Southampton die M\u00f6glichkeit, eine Geburt und zeitweise die Entwicklung dieses Kindes zu begleiten. Auch besuchen wir alle zwei Wochen eine Hausarztpraxis und d\u00fcrfen unsere Kommunikationsf\u00e4higkeiten mit \u201eechten\u201c Patienten unter Beweis stellen. Selbstverst\u00e4ndlich stellen wir noch keine Diagnosen und verschreiben auch keine Medikamente. Es geht viel eher darum zu erlernen, worauf es in einer sogenannten Anamnese ankommt, wie man Gespr\u00e4che f\u00fchrt und gemeinsam mit dem Patienten anstatt f\u00fcr ihn Entscheidungen trifft.<\/p>\n<p>Auch wenn Zeit hier ein recht knappes Gut ist und sich im Laufe des Studiums ganz sicher nicht vermehren wird \u2013 jeder von uns hat seinen individuellen Weg gefunden, mit Druck oder Stress klarzukommen. M\u00f6gliche Bedenken wie beispielsweise die Sprachbarriere oder das Einleben in eine neue Kultur werden im Keim erstickt, sobald man angekommen ist und sich offen gegen\u00fcber neuen Einfl\u00fcssen zeigt. Der wohl bedeutendste Aspekt scheint die Balance zwischen Lernen und pers\u00f6nlichem Wohlbefinden zu sein. Dieses Gleichgewicht muss und kann nicht immer gew\u00e4hrleistet sein; jeder wird tagt\u00e4glich \u201eauf Herz und Nieren\u201c gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Dennoch, und das macht diesen Studiengang aus, lernt man unheimlich viel in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Das kann sich darin zeigen, dass man Unterschiede zwischen den Gesundheitssystemen oder im Recht feststellt, die Sprache auf ganz nat\u00fcrliche Weise festigt oder mehr Selbstvertrauen gewinnt, da man einfach auf sich allein gestellt ist. Abgesehen von den medizinischen Inhalten wird man daher t\u00e4glich gefordert, neue Wege zu gehen, Teamf\u00e4higkeit zu zeigen, Geduld zu haben und nicht aufzugeben. Und das kann beispielsweise auch das Vollkornbrot sein, das man nach langem Suchen am hinteren Ende des Supermarkts entdeckt.<\/p>\n\n\t\t<style type=\"text\/css\">\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 33%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-133358 gallery-columns-3 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Medizinstipendiaten.jpg'><img decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"100\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Medizinstipendiaten-265x177.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-133361\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Medizinstipendiaten-265x177.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Medizinstipendiaten.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-133361'>\n\t\t\t\tVerena Tobert (r.) und Jessamine Kohlmann studieren zur Zeit in Southampton\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon '>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Wessex-Lane-Hall-f\u00c3\u00bcr-2.-Bild-zu-Stipendiaten.jpg'><img decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-Wessex-Lane-Hall-f\u00c3\u00bcr-2.-Bild-zu-Stipendiaten.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-133357\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-133357'>\n\t\t\t\tTypisch englische Studentenunterkunft\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon '>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-K\u00c3\u00bcste-bei-Durdle-Door-f\u00c3\u00bcr-Bild-2-zu-Stipenmdiaten.jpg'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" src=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/623-K\u00c3\u00bcste-bei-Durdle-Door-f\u00c3\u00bcr-Bild-2-zu-Stipenmdiaten.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" aria-describedby=\"gallery-1-133355\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt>\n\t\t\t\t<dd class='wp-caption-text gallery-caption' id='gallery-1-133355'>\n\t\t\t\tDie K\u00fcste bei \u201eDurdle Door\u201c, die man als Tagesausflug von Southampton aus besuchen kann.\n\t\t\t\t<\/dd><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>SOUTHAMPTON\/FULDA. Derzeit befinden sich vier Medizinstudentinnen aus der Region, denen der Landkreis Fulda ein Stipendium an der \u201eKassel School of Medicine\u201c gew\u00e4hrt, auf \u201eWeihnachtsurlaub\u201c. Das Studium beinhaltet auch einen Aufenthalt im s\u00fcdenglischen Southampton. Bevor im Januar die ersten Pr\u00fcfungen anstehen, berichtet Verena Tolbert von ihren bisherigen Erfahrungen in England. Mein erster Eindruck ist schlicht und &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,54,53,78],"tags":[],"class_list":["post-133358","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-bildergalerien","category-bildung","category-topthema"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=133358"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133358\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":133386,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/133358\/revisions\/133386"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=133358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=133358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=133358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}