{"id":133342,"date":"2014-12-25T10:00:58","date_gmt":"2014-12-25T10:00:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133342"},"modified":"2014-12-23T18:53:33","modified_gmt":"2014-12-23T17:53:33","slug":"bischof-algermissen-predigte-an-weihnachten-im-fuldaer-dom-im-menschlichen-dasein-spiegelt-sich-gottes-antlitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133342","title":{"rendered":"Bischof Algermissen predigte an Weihnachten im Fuldaer Dom &#8211; \u201eIm menschlichen Dasein spiegelt sich Gottes Antlitz\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Fulda (bpf). \u201eGott bekr\u00e4ftigt in seiner Menschwerdung, dass der Mensch als Gottes Bild und Gleichnis erschaffen wurde \u2013 er begr\u00fcndet so die W\u00fcrde des menschlichen Lebens unter allen Umst\u00e4nden.\u201c Dieses stellte Bischof Heinz Josef Algermissen an Weihnachten in einem festlichen Gottesdienst im Hohen Dom zu Fulda heraus. Gott komme in die menschliche Armut; er kenne Einsamkeit, Angst, Schmerzen und den Tod. \u201eIn jeder Phase des menschlichen Daseins, vom Embryo bis hin zum Sterbenden, spiegelt sich nun Gottes Antlitz.\u201c Jeder Mensch sei eine Spur von Gottes Herrlichkeit.<\/p>\n<p><!--more-->Das christliche Menschenbild als Grundlage des modernen Staates.<\/p>\n<p>Eine Vielzahl von heute als \u201estaatliche Aufgaben\u201c wahrgenommenen T\u00e4tigkeiten h\u00e4tten sich aus diesem christlichen Bild vom Menschen zuerst im Raum der Kirche entwickelt, hob der Oberhirte hervor. Erziehung und Bildung, auch besonders die Sorge f\u00fcr Arme, Kranke und Sterbende geh\u00f6rten wesentlich dazu. Zweifellos habe das j\u00fcdisch-christliche Menschenbild mehr als nur die europ\u00e4ische Geschichte gepr\u00e4gt, denn auch der moderne Rechts-, Sozial- und Kulturstaat sei davon beeinflusst. Wo solche Zusammenh\u00e4nge im s\u00e4kularen Staat so gut wie nicht mehr bewusst seien, gebe es dennoch Spuren, \u201evergleichbar mit einem Kreuz, das man von der Wand nimmt und das doch seinen Abdruck hinterl\u00e4sst\u201c. Heinrich B\u00f6ll schrieb vor 50 Jahren, in einer christlichen Welt gebe es immer noch \u201eRaum f\u00fcr die, denen keine heidnische Welt je Raum gab: f\u00fcr Kr\u00fcppel und Kranke, Alte und Schwache; und mehr noch als Raum gab es f\u00fcr sie: Liebe \u2013 f\u00fcr die, die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erschienen und erscheinen\u201c.<\/p>\n<p>Das Wort von der W\u00fcrde des Menschen sei wie kein anderes in der Diskussion um aktive Sterbehilfe oder assistierten Suizid in aller Munde. \u201eViele berufen sich darauf und nehmen sie f\u00fcr sich und ihre mitunter ideologischen Ziele in Anspruch\u201c, gab der Bischof zu bedenken. \u201eSie sprechen \u00fcber W\u00fcrde, aber meinen sie auch das, was sie sagen? Jedenfalls ist die W\u00fcrde, die unserem Glauben entspricht, grunds\u00e4tzlich zum Menschen geh\u00f6rend und unumst\u00f6\u00dflich; keinesfalls abh\u00e4ngig von \u00e2\u20ac\u0161Selbstbestimmung\u00e2\u20ac\u02dc, wie das einige Politiker behaupten.\u201c Es stelle sich die Frage, ob man die W\u00fcrde des Menschen \u00fcberhaupt achten k\u00f6nne, wenn man verlernt habe, dass \u201ees einen Sch\u00f6pfer und Erl\u00f6ser gibt, der das Drama des Menschen zu einem guten Ende bringt\u201c. In den Weihnachtsikonen der Ostkirche sei die Krippe zumeist wie ein steinernes Gebilde dargestellt. Das zeichne laut Bischof Algermissen dem Kind von Anfang an den Weg vor, der zum Altar des Kreuzes f\u00fchren werde. \u201eDer Zusammenhang von Menschwerdung und Kreuz wird noch dadurch unterstrichen, dass das Kind fast immer fest eingeschn\u00fcrt ist und somit bereits ein Hinweis auf die Grablegung nahe gelegt wird.\u201c Das \u00f6stliche Weihnachtsbild verk\u00fcnde die befreiende Botschaft, dass Christus bereits in seiner Menschwerdung in die Tiefe der Todeswelt hinabgestiegen sei, in der die Menschheit auf das Licht von oben sehns\u00fcchtig warte.<\/p>\n<p>Zu Beginn seiner Predigt hatte Algermissen daran erinnert, dass der Evangelist Johannes \u201edie vertrauten und liebenswerten Begebenheiten der Geburt Jesu im Stall zu Bethlehem\u201c in die Sph\u00e4re des Geheimnisses entr\u00fcckt habe. Seine \u201efeierlich-strenge Perspektive\u201c sei geeignet, einem die Augen zu \u00f6ffnen f\u00fcr die entscheidende Dimension und f\u00fcr die Abgr\u00fcnde dessen, was in der Heiligen Nacht geschehen sei. Das Johannes-Evangelium geh\u00f6re seit alter Zeit in den Zenit der Weihnachtsliturgie, denn es enthalte den entscheidenden Satz: \u201eDas Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt\u201c (Joh 1, 14). \u201eDamit kommen wir auf den eigentlichen Kern des Weihnachtsfestes. Denn wir feiern nicht einfach den Geburtstag irgendeines gro\u00dfen Mannes der Weltgeschichte, wie es deren viele gab. Die fr\u00fche Kirche feierte in einer heidnischen Umwelt Weihnachten vielmehr als das Fest des neuen Lichtes und der neuen Sonne, des Siegers \u00fcber S\u00fcnde und Tod: das Fest der Geburt Jesu Christi.\u201c Von diesem geschichtlichen Ursprung des Festes her werde deutlich, dass es ein energischer Protest gegen G\u00f6tter und G\u00f6tzen, gegen M\u00e4chte und Gewalten war. Damit h\u00e4tten die Christen ihre \u00dcberzeugung zum Ausdruck gebracht, dass Jesus Christus wirklich \u201eGott von Gott, Licht vom Licht\u201c sei und dass in ihm der wahre Sinn unseres menschlichen Lebens in die Welt gekommen sei\u201c, hob Algermissen hervor.<\/p>\n<p>Bei dem festlichen Gottesdienst, der als lateinisches Hochamt gefeiert wurde, sang der Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber Teile aus der \u201eMesse in D\u201c von O. Nicolai, Chors\u00e4tze von C.-M. Widor und F. Mendelssohn-Bartholdy; das Domorchester wirkte mit, und an der Domorgel spielte Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). \u201eGott bekr\u00e4ftigt in seiner Menschwerdung, dass der Mensch als Gottes Bild und Gleichnis erschaffen wurde \u2013 er begr\u00fcndet so die W\u00fcrde des menschlichen Lebens unter allen Umst\u00e4nden.\u201c Dieses stellte Bischof Heinz Josef Algermissen an Weihnachten in einem festlichen Gottesdienst im Hohen Dom zu Fulda heraus. 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