{"id":133108,"date":"2014-12-17T07:54:06","date_gmt":"2014-12-17T07:54:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=133108"},"modified":"2014-12-17T07:54:06","modified_gmt":"2014-12-17T07:54:06","slug":"treffen-mit-buergermeisterinnen-und-buergermeistern-zum-thema-aerztliche-versorgung-eindeutiger-handlungsbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=133108","title":{"rendered":"Treffen mit B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeistern zum Thema \u201e\u00c4rztliche Versorgung\u201c \u2013 eindeutiger Handlungsbedarf"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_133109\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MeudtLRStahl.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-133109\" class=\"size-thumbnail wp-image-133109\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MeudtLRStahl-265x176.jpg\" alt=\"Renate Meudt (Leiterin Gesundheitsamt), Landrat G\u00f6rig und Dr. Sigrid Stahl (hinten) beim Treffen mit den B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeistern zum Thema \u201e\u00c4rztliche Versorgung\u201c: Ein langer Weg von 72 Einzelpraxen zu einem gemeinsamen zuk\u00fcnftigen Konzept f\u00fcr die Region. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.  \" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MeudtLRStahl-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/MeudtLRStahl.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-133109\" class=\"wp-caption-text\">Renate Meudt (Leiterin Gesundheitsamt), Landrat G\u00f6rig und Dr. Sigrid Stahl (hinten) beim Treffen mit den B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeistern zum Thema \u201e\u00c4rztliche Versorgung\u201c: Ein langer Weg von 72 Einzelpraxen zu einem gemeinsamen zuk\u00fcnftigen Konzept f\u00fcr die Region. Fotos: Gabriele Richter, Pressestelle Vogelsbergkreis.<\/p><\/div>\n<p>Vogelsbergkreis. \u201eWelche Aufgabe sollen die Kommunen und der Vogelsbergkreis\u00c2\u00a0 bei der Gestaltung der zuk\u00fcnftigen gesundheitlichen Versorgung einnehmen?\u201c Dies stand als eine zentrale Frage im Mittelpunkt einer B\u00fcrgermeisterversammlung zum Thema der \u00e4rztlichen Versorgung im Vogelsberg, zu der Landrat Manfred G\u00f6rig eingeladen hatte. In einem einf\u00fchrenden Referat stellte Frau Dr. Sigrid Stahl von der Fachstelle \u201eGesundheitliche Versorgung\u201c zun\u00e4chst Zahlen aus dem Vogelsbergkreis vor: Demnach verteilen sich aktuell 72 Haus\u00e4rzte auf 48 Standorte, bis auf Lautertal hat jede Gemeinde eine Hausarztpraxis. 40 Prozent der niedergelassenen Haus\u00e4rzte sind zwischen 50 und 59 Jahre alt, rund 37 Prozent sind 60 Jahre und \u00e4lter.<\/p>\n<p>Bei einem angenommenen Renteneintritt mit 65 Jahren m\u00fcssten 2020 schon 49 Prozent der Hausarztpraxen wiederbesetzt werden, bei den Fach\u00e4rzten werden ebenfalls jeweils die H\u00e4lfte aller heute noch praktizierenden Augen-, HNO-\u00c4rzten und Urologen ausgeschieden sein. Ein \u00e4hnliches Bild bei den Apotheken: Zurzeit sind es kreisweit 29, das Durchschnittsalter der Inhaber liegt bei 55 Jahren. Auch dort w\u00e4ren bis zum Jahr 2025 bei einem angenommenen Renteneintritt mit 65 Jahren 18 Nachfolger n\u00f6tig.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eIndividuelle L\u00f6sungen bringen uns nicht weiter. Wir werden in Zukunft von den derzeit 48 Standorten\u00c2\u00a0 auf eine weit geringere Anzahl an allgemeinmedizinischen Praxen kommen, das legen die Zahlen und die Vorstellungen der jungen Medizinerinnen nahe.\u201c, so fasste Landrat Manfred G\u00f6rig zusammen.<\/p>\n<p>In einem Fachreferat gab Frau Dr. Antje Erler von vom Institut f\u00fcr Allgemeinmedizin der Johann-Wolfgang-Goethe-Universit\u00e4t in Frankfurt am Main dann einen \u00dcberblick \u00fcber bundesweite Modelle innovative Gesundheitsversorgung. Sie leitet ein von der Robert Bosch Stiftung gef\u00f6rdertes Projekt mit dem Namen \u201eInGe \u2013 Innovative Gesundheitsmodelle\u201c. Dabei geht es darum, deutschlandweit erfolgreiche Modelle, Ans\u00e4tze und Ideen zur gesundheitlichen Versorgung systematisch zu sammeln, ihre \u00dcbertragbarkeit auf andere Regionen zu pr\u00fcfen und Akteure der Gesundheitsversorgung zu beraten (siehe auch: www.innovative-gesundheitsmodelle.de).<\/p>\n<p>\u201eIn den letzten Jahren geht der Trend ganz eindeutig weg von der fr\u00fcher \u00fcblichen Einzelpraxis und hin zu gr\u00f6\u00dferen Einheiten\u201c, hat Dr. Erler bei ihren Untersuchungen festgestellt. Zudem w\u00fcnschen sie die zumeist jungen \u00c4rztinnen flexible Arbeitszeitmodelle, die M\u00f6glichkeit der Teilzeitarbeit im Angestelltenverh\u00e4ltnis und kooperative Arbeitsmodelle.<\/p>\n<p>In ihrem Vortrag f\u00fchrte Frau Dr. Erler unterschiedliche regionale Gesundheitsmodelle aus, wobei sie zwischen Modellen auf Landes- oder Kreisebene, Modelle von Leistungserbringern und Modelle l\u00e4ndlicher Regionen unterschied. Die dargestellte Palette reichte von Gesundheits- und Geriatrienetzwerken \u00fcber Praxisnetzwerke, zu Filialpraxen und rollenden Arztpraxen\u00c2\u00a0 weiter zu Gemeindeschwestern, Fallmanagementkonzepten und zu regional verankerten Gesundheitszentren.<\/p>\n<p>Dr. Erler fasste die Bandbreite an Konzepten zusammen:\u00c2\u00a0 \u201eInsbesondere im l\u00e4ndlichen Bereich k\u00f6nnten lokale Gesundheitszentren als Basis f\u00fcr die operative Umsetzung von Projekten und f\u00fcr die Integration und Kooperation von Gesundheitsnetzen, Pr\u00e4ventionsangeboten, Mobilit\u00e4ts- und Fallmanagementkonzepten dienen\u201c. Sie erl\u00e4uterte ein umfassendes Modell f\u00fcr eine regional vernetzte Versorgung im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt steht dabei eine regionale Steuerungsgruppe, deren Aufgabe es ist, aufbauend auf der Analyse der Ausgangslage zentrale Ziele und Handlungsfelder f\u00fcr eine Region zu identifizieren. In der sich anschlie\u00dfenden engagierten Diskussion er\u00f6rterten die B\u00fcrgermeister dann die vorgestellten Modelle. Im Ergebnis bestand Einigkeit dar\u00fcber, dass Insell\u00f6sungen einzelner Kommunen wenig zielf\u00fchrend seien. Vielmehr gehe es darum, dass einzelne Gemeinden in Zukunft von der Versorgung nicht abgeh\u00e4ngt werden, sondern ein f\u00fcr die Region ma\u00dfgeschneidertes Konzept der gesundheitlichen Versorgung f\u00fcr alle Kreisbewohner erarbeitet und anschlie\u00dfend umgesetzt\u00c2\u00a0 wird.<\/p>\n<p>Dazu einigten sich die anwesenden B\u00fcrgermeister auf ein gemeinsames Vorgehen. N\u00e4chste Schritte werden eine im kommenden Fr\u00fchjahr stattfindende regionale Gesundheitskonferenz sein, die Zusammenf\u00fchrung der bereits existierenden Arbeitskreise, die sich mit dem Thema befassen sowie die Einrichtung einer regionalen Steuerungsgruppe. Im Ergebnis soll am Ende\u00c2\u00a0 ein regionales Konzept zur Sicherung der gesundheitlichen Versorgung stehen.<br \/>\n\u201eWir m\u00fcssen alle Beteiligten an einen Tisch holen, um die Entwicklung gemeinsam zu gestalten\u201c, betonte Landrat G\u00f6rig abschlie\u00dfend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. \u201eWelche Aufgabe sollen die Kommunen und der Vogelsbergkreis\u00c2\u00a0 bei der Gestaltung der zuk\u00fcnftigen gesundheitlichen Versorgung einnehmen?\u201c Dies stand als eine zentrale Frage im Mittelpunkt einer B\u00fcrgermeisterversammlung zum Thema der \u00e4rztlichen Versorgung im Vogelsberg, zu der Landrat Manfred G\u00f6rig eingeladen hatte. 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