{"id":132981,"date":"2014-12-15T00:10:43","date_gmt":"2014-12-15T00:10:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=132981"},"modified":"2014-12-14T17:12:39","modified_gmt":"2014-12-14T17:12:39","slug":"dioezesan-kirchensteuerrat-verabschiedete-haushalt-umstieg-auf-doppelte-buchfuehrung-laeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=132981","title":{"rendered":"Di\u00f6zesan-Kirchensteuerrat verabschiedete Haushalt \u2013 Umstieg auf doppelte Buchf\u00fchrung l\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg<\/strong> (bpf). Der Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat auf seiner j\u00fcngsten Sitzung den Haushalt 2015 f\u00fcr das Bistum verabschiedet. Mit 141,6 Millionen Euro liegt das Etatvolumen rund 20,5 Millionen Euro \u00fcber dem Ansatz des Jahres 2014. Im Vergleich zum Ergebnis 2013 ist es um rund 12,4 Millionen Euro h\u00f6her. Das Bistum nimmt zur Zeit eine grunds\u00e4tzliche Umstellung auf die doppelte Buchf\u00fchrung vor, die weit vorangekommen ist und die bisherige sogenannte kameralistische Verfahrensweise abl\u00f6st. Dem Kirchensteuerrat, der sich aus gew\u00e4hlten ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem gesamten Bistumsgebiet zusammensetzt, obliegt seit seiner Gr\u00fcndung im Jahre 1972 die Beschlussfassung \u00fcber den Haushalt der Di\u00f6zese.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Verm\u00f6genslage des Bistums Fulda<\/strong><\/p>\n<p>Der seit April amtierende Vorsitzende des Gremiums, Philipp Zmyi-K\u00f6bel (Schwalmstadt), lobte die Arbeit der Finanzabteilung des Bistums Fulda und sprach davon, dass diese mit der Umstellung eine \u201eMammutaufgabe\u201c bew\u00e4ltigt habe. Der Leiter der Finanzabteilung, Finanzdirektor Gerhard Stanke, legte dar, dass 2015 wegen der guten konjunkturellen Lage ein Kirchensteueraufkommen von 99,66 Millionen Euro (70,39 Prozent des Haushaltsvolumens) zu erwarten sei, gab aber auch zu bedenken, dass die Zahl der Kirchenaustritte zugenommen habe, nicht zuletzt wegen der Umstellung des Einzugsverfahrens bei der Kirchensteuer auf Kapitalertr\u00e4ge. \u201eWir m\u00fcssen jetzt unser Eigenkapital st\u00e4rken, denn ab 2019\/2020 wird der demographische Wandel zu erheblichen Einnahmer\u00fcckg\u00e4ngen f\u00fchren, und auch die konjunkturelle Lage kann sich jederzeit verschlechtern.\u201c Eine Bilanz gibt es bisher aufgrund der kameralistischen Buchf\u00fchrung noch nicht; sie wird f\u00fcr das zu Ende gehende Jahr 2014 nach dem Willen des Kirchensteuerrats im Laufe des Jahres 2015 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Die erstmalige Bewertung des Immobilienverm\u00f6gens der Di\u00f6zese ist noch nicht abgeschlossen, soll aber im Laufe des Rechnungsjahres 2015 vorliegen. Wie der Sprecher des Haushaltsausschusses, Hans-Joachim Frohnapfel (Fulda), ausf\u00fchrte, k\u00f6nne das Bistum Fulda 2015 zus\u00e4tzlich zu den Kirchensteuereinnahmen auf rund 6,76 Millionen Euro an Kapitalertr\u00e4gen aus seinen Finanzanlagen zur\u00fcckgreifen. Dazu kommen Staatsleistungen der Bundesl\u00e4nder Hessen und Th\u00fcringen von insgesamt 8,58 Millionen Euro. Die Aufwendungen erh\u00f6hen sich im Haushaltsjahr 2015 gegen\u00fcber dem Vorjahresansatz um rund 9 Millionen auf 130,55 Millionen Euro. Die gute Ertragslage f\u00fchrt dazu, dass das Bistum die Mittel f\u00fcr den interdi\u00f6zesanen Kirchensteuerausgleich (sogenanntes Clearing-Verfahren), bei dem das Bistum Fulda Nettozahler ist, von 8,5 auf 13 Millionen Euro erh\u00f6hen musste; gleichfalls erh\u00f6hen sich die Personalkosten, und die Zuweisungen an die Kirchengemeinden konnten beispielsweise zur Finanzierung der Kinderg\u00e4rten und sonstiger pfarrlicher Aktivit\u00e4ten um \u00fcber 800.000 Euro erh\u00f6ht werden.<\/p>\n<p><strong>Transparenz und missionarischer Aufbruch<\/strong><\/p>\n<p>Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke dankte dem Kirchensteuerrat und den Abteilungen des Bisch\u00f6flichen Generalvikariats in Vertretung von Bischof Heinz Josef Algermissen f\u00fcr die Einbringung ihrer Kompetenzen und die Hilfe bei der Balance zwischen Ausgaben und vorhandenen Finanzmitteln. \u201eDie Kirchensteuerverwendung sollte f\u00fcr die Kirchenmitglieder transparent und sichtbar sein\u201c, unterstrich der Generalvikar. Der f\u00fcr 2014 zu erwartende Anstieg an Kirchenaustritten infolge der schlecht kommunizierten \u00c4nderung des Verfahrens zum Einzug der Kapitalertragssteuer zeige auch, dass sich die Bindung vieler Menschen an die katholische Kirche gelockert habe. Die R\u00fcckgewinnung von Vertrauen und das Zugehen auf der Kirche Fernstehende bezeichnete Prof. Stanke als eine Herausforderung an die Pastoral der Kirche. \u201eEs ist notwendig, missionarische Initiativen zu entwickeln und das Evangelium auf den Leuchter zu stellen.\u201c Dazu geh\u00f6re auch, dass in Vorbereitung auf die Wahl der Pfarrgemeinder\u00e4te im November 2015 alle Kirchenmitglieder mit einem informativen Brief \u00fcber die Arbeit der Kirche angeschrieben w\u00fcrden. Zu guter Letzt rief der Generalvikar dazu auf, die Not der Fl\u00fcchtlinge, die in Deutschland Zuflucht suchten, mitzutragen und sie willkommen zu hei\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Der Haushalt 2015 im Einzelnen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Pastorale und soziale Aufgaben der Kirche vor Ort<\/strong><\/p>\n<p>Der Bistumshaushalt 2015 stellt die Seelsorge an den Menschen an die erste Stelle. Hohe Priorit\u00e4t hat hierbei die Pfarrseelsorge. Ein gro\u00dfer Teil der Einnahmen flie\u00dft daher den 304 Kirchengemeinden des Bistums zu. Als Schl\u00fcsselzuweisungen werden den Kirchengemeinden insgesamt 16,7 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung gestellt. Hierin sind Kostenzusch\u00fcsse f\u00fcr Kinderg\u00e4rten und Pfarrsekret\u00e4rinnen von 9 Millionen Euro enthalten. F\u00fcr die Personalkosten der Pfarrer, Kapl\u00e4ne, Diakone und Gemeindereferentinnen sind 23,45 Millionen Euro veranschlagt. F\u00fcr die Kirchengemeinden werden insgesamt 46,89 Millionen Euro aufgewandt, damit sie ihre vielf\u00e4ltigen pastoralen Aufgaben erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Rechnet man die Ausgaben f\u00fcr besondere Seelsorgsbereiche \u2013 darunter die Jugendseelsorge mit 1,42 Millionen Euro und die Krankenseelsorge mit 1,92 Millionen Euro \u2013 hinzu; insgesamt flie\u00dfen 54,09 Millionen Euro (54,28 Prozent der Kirchensteuer) in Kirchengemeinden und Seelsorge.<\/p>\n<p><strong>Wichtiger kultureller Beitrag der Kirche<\/strong><\/p>\n<p>Das Bistum Fulda unterh\u00e4lt drei eigene Schulen in Am\u00f6neburg, Fritzlar und Hanau, f\u00fcr die im Haushalt 2015 inklusive Personalkosten 19,35 Millionen Euro veranschlagt werden. Hiervon tr\u00e4gt das Bistum nach Abzug aller Refinanzierungen 6,7 Millionen Euro aus Kirchensteuermitteln. Katholische Schulen in Tr\u00e4gerschaft von Ordensgemeinschaften werden mit rund 2,47 Millionen Euro unterst\u00fctzt. F\u00fcr die Erteilung des Religionsunterrichts werden 1,7 Millionen Euro geleistet. F\u00fcr die theologische Aus- und Fortbildung sind 2,67 Millionen Euro vorgesehen. Im Rahmen der Erwachsenenbildung werden 2,27 Millionen Euro aufgewandt. F\u00fcr die vielf\u00e4ltigen Bildungs- und kulturellen Aufgaben des Bistums Fulda stehen insgesamt 30,86 Millionen Euro zur Verf\u00fcgung. Dies entspricht 21,8 Prozent des Gesamthaushalts.<\/p>\n<p><strong>Caritative Einrichtungen und katholische Verb\u00e4nde<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2015 sind im sozialen Bereich 8,34 Millionen Euro veranschlagt. Dies sind rund 8,37 Prozent der Kirchensteuer. Haupttr\u00e4ger kirchlicher Sozialarbeit ist der Di\u00f6zesan-Caritasverband mit seinen Unterverb\u00e4nden in Fulda \u2013 Geisa, Hanau, Kassel und Marburg. Er erh\u00e4lt als Zuweisung des Bistums 3,23 Millionen Euro. Die Ortsverb\u00e4nde des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) werden mit 1,48 Millionen Euro unterst\u00fctzt. Ein gro\u00dfes Anliegen ist der Schutz des ungeborenen Lebens. Der bisch\u00f6fliche Hilfsfonds f\u00fcr M\u00fctter in Not unterst\u00fctzt Frauen in Not- und Konfliktsituationen. Er erh\u00e4lt auch im neuen Haushalt wieder 800.000 Euro. Die katholischen Vereine und Verb\u00e4nde werden mit 823.000 Euro unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p><strong>Weltkirche im Blickpunkt<\/strong><\/p>\n<p>Kirche macht nicht an den Grenzen des eigenen Bistums halt. Die Gemeinschaft der Bist\u00fcmer Deutschlands \u2013 der Verband der Di\u00f6zesen (VDD) \u2013 nimmt beispielsweise gesamtkirchliche Aufgaben aller Bist\u00fcmer wahr. Solche sind etwa die F\u00f6rderung von Entwicklungsprojekten, die Unterst\u00fctzung der Missions- und Sozialarbeit der Weltkirche und die Hilfen f\u00fcr die Diaspora. Alle Bist\u00fcmer zahlen eine Umlage an den Verband der Di\u00f6zesen. Sie betr\u00e4gt 2015 f\u00fcr das Bistum Fulda 3,05 Millionen Euro. Zus\u00e4tzlich bringt die Di\u00f6zese weitere 0,46 Millionen Euro f\u00fcr Mission und Entwicklungshilfe auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg (bpf). Der Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat auf seiner j\u00fcngsten Sitzung den Haushalt 2015 f\u00fcr das Bistum verabschiedet. Mit 141,6 Millionen Euro liegt das Etatvolumen rund 20,5 Millionen Euro \u00fcber dem Ansatz des Jahres 2014. Im Vergleich zum Ergebnis 2013 ist es um rund 12,4 Millionen Euro h\u00f6her. Das Bistum nimmt zur Zeit eine &hellip;<\/p>\n<\/div>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,50],"tags":[],"class_list":["post-132981","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-startseite","category-kirche"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132981","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=132981"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132981\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":132982,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/132981\/revisions\/132982"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=132981"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=132981"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=132981"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}