{"id":132901,"date":"2014-12-12T00:13:03","date_gmt":"2014-12-12T00:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=132901"},"modified":"2014-12-11T13:39:42","modified_gmt":"2014-12-11T13:39:42","slug":"sterben-als-teil-des-lebens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=132901","title":{"rendered":"Sterben als Teil des Lebens"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/image0021.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-132902\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/image0021.jpg\" alt=\"image002\" width=\"160\" height=\"228\" \/><\/a>Heidelberg. Geburt und Tod sind feste Bestandteile des Lebens. Fr\u00fcher starben Menschen so gut wie immer zu Hause im engen Kreis der Familie, schrittweise erfolgte der Abschied vom Verstorbenen durch die Totenwache, immer schloss sich nach der Bestattung eine Trauerzeit an. Dadurch setzten sich alle Familienmitglieder ganz selbstverst\u00e4ndlich mit dem Tod auseinander. Die moderne Gesellschaft distanziert sich lieber vom Sterben und Tod; die Menschen heute verdr\u00e4ngen gerne alles, was mit unheilbarer Krankheit und dem Lebensende zu tun hat. <!--more--><\/p>\n<p>In der Folge stellen sich unweigerlich Unsicherheit oder \u00c4ngste ein \u2013 bei Betroffenen und den Angeh\u00f6rigen. Doch was ist richtig oder falsch, wenn es um die bestm\u00f6gliche Sterbebegleitung geht? Welche Schritte sollte jeder vorsorglich \u2013 also noch in Zeiten bester Gesundheit gehen? Und wie legt man gemeinsam mit seinen Angeh\u00f6rigen fest, wie der Weg zum eigenen Lebensende aussehen soll? All diesen Fragen widmet sich Thomas Sitte in dem k\u00fcrzlich erschienenen Springerbuch Vorsorge und Begleitung f\u00fcr das Lebensende.<\/p>\n<p>\u201eNicht verwunderlich ist f\u00fcr mich, dass der B\u00fcchermarkt unz\u00e4hlige Ratgeber zur gl\u00fccklichen Geburt bereith\u00e4lt; hingegen findet der Interessierte kaum Lekt\u00fcre f\u00fcr das Lebensende\u201c, stellt Thomas Sitte fest. Er f\u00fchrt weiter aus: \u201eAuch wenn der moderne Mensch sich nat\u00fcrlich viel lieber mit den angenehmen Seiten des Lebens besch\u00e4ftigt, sollte er dabei nicht au\u00dfer Acht lassen, dass keiner von uns an dem Prozess des Sterbens vorbeikommt. Warum setzen wir uns also nicht rechtzeitig mit der aktiven Steuerung unserer letzten Lebensphasen auseinander? Wir sollten unserem pers\u00f6nlichen Umfeld klare Vorstellungen zu unserem Sterben mitteilen\u201c, fordert der Palliativmediziner. In seinem k\u00fcrzlich erschienenen Ratgeber stehen vier Personen f\u00fcr vier unterschiedliche Lebens- und Krankheitsverl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Anhand ihrer Beispiele zeigt der Fachmann verst\u00e4ndlich und einf\u00fchlsam zugleich, wie jeder einzelne in noch gesunden Zeiten zum Beispiel mittels Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverf\u00fcgung die bestm\u00f6gliche Vorsorge f\u00fcr das eigene Lebensende oder das seiner Angeh\u00f6rigen treffen kann. Er erkl\u00e4rt, mit welchen Methoden Erkrankte durch Zeiten der Unsicherheit kommen, solange die Schwere der Erkrankung noch nicht bekannt ist. Und er beschreibt wie Symptome, die im Laufe einer schweren Erkrankung auftreten k\u00f6nnen, wie beispielsweise Schmerzen, Atemnot, \u00c4ngste oder Wundliegen effektiv behandelt werden k\u00f6nnen. Wenn dann die kurative \u2013 also die heilende Therapie \u2013 an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft, sollte das pers\u00f6nliche Umfeld bereits Kenntnis dar\u00fcber haben, wie der Weg zum eigenen Lebensende aussehen soll.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen die moderne Apparatemedizin und die Palliativmedizin den Sterbenden in den letzten Monaten und Wochen unterst\u00fctzen und wie l\u00e4sst sich das Warten auf den Tod \u00fcberhaupt ertragen? Wie k\u00f6nnen Hinterbliebene in der Zeit danach, die gepr\u00e4gt ist von Trauer, Einsamkeit und Erinnerung, Rat und Trost finden? Antworten auf diese Fragen gibt der Ratgeber.<br \/>\nSitte diskutiert in diesem Zusammenhang auch Themen wie \u201eSterbehilfe\u201c, Sterbenlassen und Selbstt\u00f6tung.<\/p>\n<p>Thomas Sitte ist Facharzt f\u00fcr An\u00e4sthesiologie und Palliativmedizin und Spezielle Schmerztherapie. Der renommierte Experte setzt sich als Vorsitzender der Deutschen PalliativStiftung daf\u00fcr ein, die Palliativ- und Hospizversorgung auszubauen, im Sinne eines w\u00fcrdevollen Sterbens ohne unn\u00f6tiges Leiden und Schmerzen. Als Palliativmediziner hat er so viele hundert Menschen in Deutschland in den Tod begleitet.<\/p>\n<p>Thomas Sitte<br \/>\nVorsorge und Begleitung f\u00fcr das Lebensende<br \/>\n2015, 218 S., 30 Abb. davon 29 in Farbe<br \/>\nSoftcover \u00e2\u201a\u00ac 19,99 (D) | \u00e2\u201a\u00ac 20,55 (A) | sFr 25,00 (CH)<br \/>\nISBN 978-3-662-44346-0<br \/>\nAuch als eBook verf\u00fcgbar<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Heidelberg. Geburt und Tod sind feste Bestandteile des Lebens. Fr\u00fcher starben Menschen so gut wie immer zu Hause im engen Kreis der Familie, schrittweise erfolgte der Abschied vom Verstorbenen durch die Totenwache, immer schloss sich nach der Bestattung eine Trauerzeit an. 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