{"id":132834,"date":"2014-12-11T00:14:59","date_gmt":"2014-12-11T00:14:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=132834"},"modified":"2014-12-10T15:15:16","modified_gmt":"2014-12-10T15:15:16","slug":"naturschutzgebiet-bei-neuswarts-ist-vor-allem-aus-vegetationskundlichen-und-ornithologischen-gesichtspunkten-besonders-schuetzenwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=132834","title":{"rendered":"Naturschutzgebiet bei Neuswarts ist vor allem aus vegetationskundlichen und ornithologischen Gesichtspunkten besonders sch\u00fctzenwert"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_132835\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/599-Apfelbachaue-1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-132835\" class=\"size-thumbnail wp-image-132835\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/599-Apfelbachaue-1-265x198.jpg\" alt=\"Blick auf die zumeist beweideten Gr\u00fcnlandbereiche und den Erlensaum entlang des Apfel-bachs, der den Verlauf der fr\u00fcheren innerdeutschen Grenze nachzeichnet. Im Hintergrund sind der Rockenstuhl bei Geisa sowie ein ehemaliger Wachturm zu sehen. Foto: U. Lange\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/599-Apfelbachaue-1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/599-Apfelbachaue-1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-132835\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf die zumeist beweideten Gr\u00fcnlandbereiche und den Erlensaum entlang des Apfel-bachs, der den Verlauf der fr\u00fcheren innerdeutschen Grenze nachzeichnet. Im Hintergrund sind der Rockenstuhl bei Geisa sowie ein ehemaliger Wachturm zu sehen. Foto: U. Lange<\/p><\/div>\n<p>Tann. Neben W\u00e4ldern, Mooren, Borstgrasrasen oder Kalktriften stellen Auen mit ihren Ufergeh\u00f6lzen besonders schutzw\u00fcrdige Bereiche in der Kulturlandschaft Rh\u00f6n dar. Dies gilt unter anderem f\u00fcr die Apfelbachaue bei Neuswarts. Das 24 Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet wurde 1990 vor allem aus vegetationskundlichen und ornithologischen Gr\u00fcnden ausgewiesen. Es liegt zwischen Apfelbach und Motzlar auf th\u00fcringischer sowie Neuswarts auf hessischer Seite nordwestlich von Tann.<!--more--><\/p>\n<p>Die Ufer des Apfelbaches sind mit einem weitgehend dichten Erlensaum bestanden, einem so genannten Galeriewald. Vereinzelt gesellen sich Bruch-Weiden hinzu. Im westlichen Teilbereich ist dieser Waldbestand nur einseitig auf der Uferseite der ehemaligen DDR vorhanden. Da die Best\u00e4nde h\u00e4ufig \u00fcberflutet sind, werden viele N\u00e4hrstoffe eingetragen, worauf das \u00fcppige Brennessel-Vorkommen hinweist. Ebenso zahlreich sind Kleb-Labkraut, Rohrglanzgras, Wiesen-B\u00e4renklau und K\u00e4lberkropf anzutreffen. Die Erlengaleriew\u00e4ldchen werden von unterschiedlichen Hochstaudenfluren begleitet. Eine davon ist die Rohrglanzgras-Pestwurzflur, die durch die gro\u00dfen rhabarber\u00e4hnlichen Pestwurzbl\u00e4tter dominiert wird. Auf den n\u00e4hrstoffreichen, feuchten bis nassen B\u00f6den des Apfelbachsaums ist zudem die Brennessel-Zaunwinden-Gesellschaft zu finden.<\/p>\n<p>Zu den Pflanzengesellschaften des sich anschlie\u00dfenden, bewirtschafteten Gr\u00fcnlands geh\u00f6ren die Kohldistelwiesen, auch wenn die namensgebende Kohldistel nicht immer anzutreffen ist. In den relativ feuchten Arealen findet sich der Schlangen-Kn\u00f6terich in gro\u00dfen Mengen. Auch k\u00f6nnen Kuckucks-Lichtnelke, Sumpf-Schafgarbe, Gro\u00dfer Wiesenknopf, Sumpf-Kratzdistel und Sumpf-Dotterblume angef\u00fchrt werden. Die nur noch an wenigen Stellen anzutreffenden, bewirtschafteten Kohldistel-Areale zeigen deutliche \u00dcberg\u00e4nge zu den Fettweiden. Letztere werden von Ausdauerndem Lolch, einer Grasart, ma\u00dfgeblich bestimmt. Hinzu kommen weitere Gr\u00e4ser wie das f\u00fcr Weidefl\u00e4chen typische Kammgras oder das Wiesen-Lieschgras sowie der Wei\u00df-Klee. Da die Beweidung \u00fcberwiegt, sind Goldhafer-Wiesenbereiche nur kleinfl\u00e4chig vorhanden.<\/p>\n<p>Insgesamt geh\u00f6ren Auenw\u00e4lder zu den besonders schutzw\u00fcrdigen Waldgesellschaften Mitteleuropas. Vielfach beschr\u00e4nken sie sich nach ihrer Rodung und anschlie\u00dfenden Umwandlung in Wiesen und Weiden nur noch auf schmale S\u00e4ume entlang der Ufer. W\u00e4hrend das direkt angrenzende, beweidete Gr\u00fcnland zumeist nur noch wenige seltene oder gef\u00e4hrdete Arten aufweist, bilden das floristische Artenspektrum und die Strukturvielfalt im ufernahen Bereich des Apfelbaches jedoch vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Besiedlung durch unterschiedliche Tiergruppen. An dieser Stelle sei nur auf Insekten, Schnecken, Amphibien, Reptilien, Fische, S\u00e4ugetiere oder verschiedenen Vogelarten hingewiesen, die das Areal zu einem ausgesprochen schutzw\u00fcrdigen Gebiet machen, von dem Belastungen und Beunruhigungen jeglicher Art unbedingt ferngehalten werden m\u00fcssen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Tann. Neben W\u00e4ldern, Mooren, Borstgrasrasen oder Kalktriften stellen Auen mit ihren Ufergeh\u00f6lzen besonders schutzw\u00fcrdige Bereiche in der Kulturlandschaft Rh\u00f6n dar. Dies gilt unter anderem f\u00fcr die Apfelbachaue bei Neuswarts. Das 24 Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet wurde 1990 vor allem aus vegetationskundlichen und ornithologischen Gr\u00fcnden ausgewiesen. 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