{"id":132485,"date":"2014-12-02T00:13:25","date_gmt":"2014-12-02T00:13:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=132485"},"modified":"2014-12-01T16:51:15","modified_gmt":"2014-12-01T16:51:15","slug":"woche-der-menschen-mit-behinderungen-behinderung-darf-kein-berufliches-handicap-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=132485","title":{"rendered":"Woche der Menschen mit Behinderungen: Behinderung darf kein berufliches Handicap sein"},"content":{"rendered":"<p>Frankfurt. Die Vereinten Nationen haben 1992 den 3. Dezember zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen ausgerufen. Dieser Tag wird weltweit f\u00fcr Aktionen genutzt, um die Inklusion behinderter Menschen voranzutreiben. Die Bundesagentur f\u00fcr Arbeit (BA) begleitet zum vierten Mal diesen Tag mit einer Aktionswoche. Ab dem 01. Dezember werben alle Agenturen f\u00fcr Arbeit mit verschiedenen Veranstaltungen bei Arbeitgebern f\u00fcr mehr Inklusion im Arbeitsleben.<!--more--><\/p>\n<p>Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen: \u201eDie Bundesagentur f\u00fcr Arbeit engagiert sich nicht nur bei der Integration von arbeitslosen Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt, sondern will auch als Arbeitgeberin mit gutem Beispiel vorangehen. Jedes Jahr bieten wir jungen Menschen mit Behinderungen die Chance, eine Ausbildung oder ein Studium bei der Bundesagentur zu beginnen. Es ist f\u00fcr uns eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit, dass Menschen mit und ohne Behinderungen zusammenarbeiten. Mittlerweile liegt der Anteil der besch\u00e4ftigten Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsagenturen und der Regionaldirektion sogar weit \u00fcber der Privatwirtschaft, aber auch deutlich \u00fcber dem Durchschnittswert anderer \u00d6ffentlicher Arbeitgeber in Hessen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigung von Menschen mit Behinderungen nimmt zu<\/strong><\/p>\n<p>Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich \u00fcber mindestens 20 Arbeitspl\u00e4tze im Sinne des Sozialgesetzbuches IX (\u00c2\u00a7\u00c2\u00a7 73 ff) verf\u00fcgen, sind verpflichtet, auf wenigstens f\u00fcnf Prozent dieser Pl\u00e4tze schwerbehinderte Menschen zu besch\u00e4ftigen. Solange Arbeitgeber die vorgeschriebene Zahl von schwerbehinderten Menschen nicht einstellen, haben sie f\u00fcr jeden unbesetzten Pflichtarbeitsplatz eine Ausgleichsabgabe zu entrichten.<\/p>\n<p>2012 waren so in Hessen gut 99.300 Arbeitspl\u00e4tze von Menschen mit Behinderungen besetzt, 2011 lag die Zahl noch bei rund 97.240. Von den Arbeitgebern mit 20 und mehr Arbeitspl\u00e4tzen stellten die \u00d6ffentlichen Arbeitgeber prozentual gesehen die meisten Pflichtarbeitspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung. Die Quote betrug dort 8,2 Prozent, w\u00e4hrend sie bei den privaten Arbeitgebern bei 4,6 Prozent lag.<\/p>\n<p>In den letzten vier Jahren konnte ebenfalls der Anteil von Menschen mit Behinderungen bei den Besch\u00e4ftigten in den Agenturen f\u00fcr Arbeit und der Regionaldirektion Hessen gesteigert werden und liegt jetzt bei rund 10,0 Prozent.<\/p>\n<p>Tristan Wagner ist ein Beispiel erfolgreicher Inklusion ins Arbeitsleben in der Agentur f\u00fcr Arbeit Gie\u00dfen. Der 21-j\u00e4hrige geh\u00f6rlose junge Mann hat in diesem Jahr seine Ausbildung beendet. Jetzt ist er im Operativen Service t\u00e4tig und bearbeitet berufliche Eingliederungshilfen wie Zusch\u00fcsse zum Arbeitsentgelt, Ausbildung oder Einstiegsqualifizierungen. Telefonate sind in seinem Team eher selten, so dass er in der ruhigen Arbeitsatmosph\u00e4re seinen Job auch mit seiner Behinderung gut bew\u00e4ltigen kann und keine weiteren besonderen Hilfen ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Bei der Ausbildungsplatzsuche war er schnell erfolgreich. \u201eIch wusste, dass Beh\u00f6rden behindertenfreundlich sind, habe ich mich gleich auf alle m\u00f6glichen Beh\u00f6rden gest\u00fcrzt und stand am Ende zwischen Finanzamt oder Arbeitsagentur. Meine Wahl fiel auf die Arbeitsagentur, da diese von beiden Beh\u00f6rden f\u00fcr mich damals die sympathischere und vielversprechendere Arbeitgeberin war\u201c, sagt Tristan Wagner.<\/p>\n<p><strong>Arbeitslose Menschen mit Behinderungen oft gut qualifiziert<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die H\u00e4lfte (55,5 Prozent) der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen ist gut qualifiziert und hat eine betriebliche oder akademische Ausbildung. Bei den nicht-behinderten Arbeitslosen sind es nur 48 Prozent. Dennoch bleiben sie l\u00e4nger arbeitslos als Menschen ohne Behinderung und sind auch beim Abgang in den 1. Arbeitsmarkt weniger erfolgreich als andere Arbeitslose. 46 Prozent der Schwerbehinderten gelten als langzeitarbeitslos, wohingegen 38 Prozent der nicht-behinderten Arbeitslosen unter diese Kategorie fallen. Im Jahresverlauf 2014 waren im Durchschnitt 13.900 schwerbehinderte Menschen arbeitslos \u2013 fast so viele wie im Vergleichszeitraum des letzten Jahres. Die Mehrheit ist \u00fcber 50 Jahre alt und macht so gut zwei F\u00fcnftel der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Frankfurt. Die Vereinten Nationen haben 1992 den 3. Dezember zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen ausgerufen. Dieser Tag wird weltweit f\u00fcr Aktionen genutzt, um die Inklusion behinderter Menschen voranzutreiben. 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