{"id":132049,"date":"2014-11-21T00:13:37","date_gmt":"2014-11-21T00:13:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=132049"},"modified":"2014-11-20T15:24:26","modified_gmt":"2014-11-20T15:24:26","slug":"waldhof-standorfsberg-an-ehemaliger-innerdeutscher-grenze-ist-das-drittgroesste-naturschutzgebiet-im-landkreis-fulda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=132049","title":{"rendered":"\u201eWaldhof-Standorfsberg\u201c an ehemaliger innerdeutscher Grenze ist das drittgr\u00f6\u00dfte Naturschutzgebiet im Landkreis Fulda"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-132050\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-1-265x198.jpg\" alt=\"567-Standolfsberg 1\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-1-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Rh\u00f6n. Die 1988 mit 244 Hektar ausgewiesene Fl\u00e4che \u201eWaldhof-Standorfsberg\u201c, die zum Naturraum \u201eSoisberger Kuppenrh\u00f6n\u201c z\u00e4hlt und sich \u00fcber etwa vier Kilometer entlang der hessisch-th\u00fcringischen Grenze erstreckt, gilt neben den Naturschutzgebieten \u201eBreitenbachtal bei Michelsrombach\u201c und \u201eRotes Moor\u201c als das drittgr\u00f6\u00dfte Schutzgebiet dieser Kategorie im Landkreis Fulda.<!--more--><\/p>\n<p>Dabei wird der s\u00fcd\u00f6stlich von Gr\u00fcsselbach liegende Teilbereich durch den Verlauf der B 84 von dem 386 Meter hohen, nord\u00f6stlich gelegenen Standorfsberg getrennt. Der geologische Untergrund dieses Bergs besteht vor allem aus Muschelkalk, der obere Teil stellt eine Basaltkuppe dar. Fr\u00fcher wurde der Muschelkalk f\u00fcr die Gewinnung von Bausteinen und Kalkkies genutzt. Mehrere kleinere Steinbr\u00fcche zeugen noch heute von dieser einstigen Nutzung. Zudem wurde im oberen Bereich Basalt abgebaut.<\/p>\n<p>Der ehemals durch die innerdeutsche Grenze geteilte Standorfsberg tr\u00e4gt einen Komplex aus Kalkmagerrasen- und Waldbereichen. Aber nur die ausgedehnte Kalkmagerrasenfl\u00e4che am Westhang sowie das kleinere, unmittelbar angrenzende Waldareal geh\u00f6ren zum Landkreis Fulda. Mit seinem Arteninventar kann insbesondere der Magerrasen zu den besonders wertvollen Gebieten dieser Art in der Rh\u00f6n gerechnet werden.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-132051\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-2-265x198.jpg\" alt=\"567-Standolfsberg 2\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-2-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/567-Standolfsberg-2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Neben den f\u00fcr die Rh\u00f6ner Kalkmagerrasen typischen Vertretern wie Fr\u00fchlings-Fingerkraut, Kleiner Wiesenknopf, Zypressen-Wolfsmilch, Feld-Thymian, Hauhechel, Echtes Labkraut, Knolliger Hahnenfu\u00df oder Horn- und Hufeisenklee ist die Fl\u00e4che reich an seltenen und gef\u00e4hrdeten Pflanzenarten. So bietet das mit Wacholder bestockte Areal im Fr\u00fchjahr bis zum Fr\u00fchsommer hin unter anderen f\u00fcr K\u00fcchenschelle, Fliegen-Ragwurz, Manns-Knabenkraut, Gro\u00dfes Zweiblatt und M\u00fccken-H\u00e4ndelwurz angemessenen Lebensraum. Im Herbst schlie\u00dfen die Bl\u00fcten der Enziane sowie die der Gold- und Silberdistel die Vegetationsperiode ab.<\/p>\n<p>Da solche halbnat\u00fcrlichen, durch jahrhundertelange extensive Weidenutzung entstandene \u00d6kosysteme durch die Aufgabe der ehemaligen Bewirtschaftungsform stark gef\u00e4hrdet sind, werden die H\u00e4nge im Rahmen des Vertragsnaturschutzes mit Schafen beweidet. Nur so kann eine zunehmende Verbuschung und anschlie\u00dfende Wiederbewaldung dieser botanisch ausgesprochen wertvollen Bereiche verhindert und f\u00fcr die einzigartige Flora offen gehalten werden.<\/p>\n<p>In den benachbarten Laubw\u00e4ldern ist die Rotbuche die vorherrschende Baumart. Berg- und Spitz-Ahorn sowie Ulme und Esche gesellen sich hinzu. Auf kalkreichen Standorten frischer bis m\u00e4\u00dfig trockener B\u00f6den kommt der Waldgersten-Buchenwald vor, der bei entsprechenden stand\u00f6rtlichen Gegebenheiten \u00dcberg\u00e4nge zum Orchideen-Buchenwald aufweist. Auf diesen eher flachgr\u00fcndigen B\u00f6den, zumeist in S\u00fcdhanglage ist die Wuchsleistung der Buche dann deutlich gemindert. In der Krautschicht sind lichtbed\u00fcrftige, w\u00e4rmeliebende Arten wie beispielsweise Vogel-Nestwurz sowie verschiedene Stendelwurz- oder Waldv\u00f6glein-Arten anzutreffen. Diese Buchenwald-Auspr\u00e4gung gedeiht im Hangbereich des Standolfsbergs, am S\u00fcd- und S\u00fcdwesthang des Hainbergs sowie am S\u00fcdwesthang des Hummelsbergs.<\/p>\n<p>Neben Kalkmagerrasen und Waldbereichen werden gro\u00dfe Fl\u00e4chen des Naturschutzgebiets von Gr\u00fcnland eingenommen. Hier seien Glatt- und Goldhaferwiesen sowie Fettweiden erw\u00e4hnt. Interessant sind ferner die vorkommenden Feuchtwiesenareale, wobei es sich im Wesentlichen um Kohldistel-Wiesen handelt. Zudem finden sich an den Gew\u00e4ssern Ufergeh\u00f6lze und R\u00f6hrichte beziehungsweise Hochstaudenfluren. Bemerkenswert sind dar\u00fcber hinaus die Ackerfl\u00e4chen, vor allem am Hauk beidseitig der B 84 sowie am Waldhof. In erster Linie f\u00fcr den Anbau von Kulturpflanzen gedacht, werden diese von zahlreichen Wildkr\u00e4utern begleitet, die sich an die besonderen, durch starke menschliche Eingriffe gekennzeichneten Lebensbedingungen angepasst haben.<\/p>\n<p>Au\u00dfer der Bodenbearbeitung spielen der Boden selbst, seine mineralische Beschaffenheit, seine Versorgung mit Stickstoff sowie die mikroklimatischen Bedingungen eine wesentliche Rolle f\u00fcr die jeweilige Ausbildung der Ackerbegleitflora. Gerade auf kalkhaltigen Standorten sind in weniger intensiv genutzten Randbereichen zum Teil noch einige botanische Besonderheiten anzutreffen.<\/p>\n<p>Insgesamt handelt es sich um ein Naturschutzgebiet mit einer Vielzahl verschiedener Biotoptypen: Waldbereiche, Geb\u00fcsche, Ufergeh\u00f6lze, Gr\u00fcnl\u00e4nder, Magerrasen, Brachen, Ruderalfl\u00e4chen, Hochstaudenfluren, \u00c4cker und Felsfluren, wobei aber vor allem die Kalkmagerrasen und Laubw\u00e4lder mit ihrer Vielzahl an seltenen und gesch\u00fctzten Pflanzenarten als ausgesprochen wertbestimmend zu betrachten sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 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