{"id":131789,"date":"2014-11-13T00:12:39","date_gmt":"2014-11-13T00:12:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=131789"},"modified":"2014-11-12T16:08:47","modified_gmt":"2014-11-12T16:08:47","slug":"kkv-unterstuetzt-aktionsbuendnis-zur-foerderung-von-palliativ-und-hospizbegleitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=131789","title":{"rendered":"KKV unterst\u00fctzt Aktionsb\u00fcndnis zur F\u00f6rderung von Palliativ- und Hospizbegleitung"},"content":{"rendered":"<p>Essen, \u201eSterben geh\u00f6rt zum Leben. Sich selbst t\u00f6ten oder sich dazu helfen lassen dagegen nicht.\u201c Mit dieser Feststellung lehnt Bernd-M. Wehner, geb\u00fcrtiger Fuldaer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, jegliche Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung ab. Der KKV appelliert anl\u00e4sslich der am Donnerstag im Bundestag stattfindenden Debatte zum Thema \u201eSterbehilfe\u201c daher erneut an die Bundestagsabgeordneten jede Form der organisierten Beihilfe zum Suizid ausnahmslos und strafbewehrt zu verbieten. Das schlie\u00dfe selbstverst\u00e4ndlich auch die Suizidbeihilfe durch \u00c4rzte aus. Auch der Vorschlag von Bundestags-Vizepr\u00e4sident Peter Hintze, dass \u00c4rzte ihr Berufsrecht \u00e4ndern sollten, um in bestimmten Ausnahmesituationen Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung leisten zu k\u00f6nnen, k\u00e4me einem Dammbruch gleich.<!--more--><\/p>\n<p>F\u00fcr den katholischen Sozialverband bleibt es erschreckend, dass die Selbstt\u00f6tung eines Menschen von vielen mittlerweile als Ausdruck h\u00f6chster Freiheit und Selbstbestimmung propagiert wird und demzufolge entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen gefordert werden. Auch wer das christliche Menschenbild, wonach der Mensch als Gesch\u00f6pf und Ebenbild Gottes eine unverf\u00fcgbare W\u00fcrde hat, nicht teilt, sollte froh sein, dass sein Leben auf diese Weise gesch\u00fctzt wird.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen zeige die Praxis in der Hospizarbeit, dass Patienten, die vorher mit dem Gedanken gespielt h\u00e4tten, sich aufgrund ihres Leidens umzubringen, dies schon nach einigen Tagen Aufenthalt im Hospiz nicht mehr m\u00f6chten, weil sie hier eine einzigartige, tr\u00f6stliche Atmosph\u00e4re versp\u00fcrten. Entscheidend sei f\u00fcr diese Patienten vielmehr, dass sie merkten, hier ist jemand f\u00fcr mich da und meine W\u00fcnsche werden ernst genommen. Kurzum: Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen brauchen F\u00fcrsorge und Betreuung und nicht die Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung. \u201eWollen wir k\u00fcnftig das Leid aus der Welt schaffen, in dem wir die Leidenden t\u00f6ten, statt ihnen zu helfen?\u201c so die provokative Frage des KKV-Bundesvorsitzenden.<\/p>\n<p><strong>Sterbehilfe ist keine humane Tat<\/strong><br \/>\nGefragt sei eine liebevolle Betreuung bis zum Tod und nicht die Bef\u00f6rderung in den Tod. Dies sei der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine humane Gesellschaft. \u201eWir m\u00fcssen deshalb die irrige Meinung \u00e4ndern, dass aktive Sterbehilfe eine humane Tat ist, die angeblich von vielen gefordert w\u00fcrde. Wer so denkt, hat noch nie einen Todkranken erlebt, der umsorgt von seinen Angeh\u00f6rigen oder ehrenamtlichen Helfern in Hospizeinrichtungen an der Hand und nicht durch die Hand eines Menschen stirbt.\u201c Von daher unterst\u00fctzt der KKV auch den Vorschlag des Pr\u00e4sidenten des Zentralkomitees der Katholiken, Alois Gl\u00fcck, dass die evangelische und katholische Kirche in Zusammenarbeit mit der Hospizbewegung und anderen interessierten gesellschaftlichen Gruppen ein Aktionsb\u00fcndnis zur F\u00f6rderung von Palliativ- und Hospizbegleitung schmieden.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen warnt der KKV davor, Einzelf\u00e4lle wie den Fall Brittany Maynard, die sich k\u00fcrzlich \u00f6ffentlichkeitswirksam das Leben genommen habe, zum Anlass zu nehmen, hieraus abzuleiten, dass der \u201eFreitod\u201c die L\u00f6sung in menschlich schwierigen Situationen sei. Kein Mensch k\u00e4me auf die Idee einem Lebensm\u00fcden, der sich vom Dach eines Hauses st\u00fcrzen wolle, noch dabei zu helfen, damit er dies auch wirklich tue. Im Gegenteil w\u00fcrde man ich solchen F\u00e4llen alles unternehmen, um ihn davon abzuhalten.<\/p>\n<p>Weihbischof Dr. Anton Losinger, Mitglied im Deutschen Ethikrat, habe k\u00fcrzlich zu Recht darauf hingewiesen: \u201eWenn wir aus der Betroffenheit \u00fcber Einzelf\u00e4lle allgemeine rechtliche Grunds\u00e4tze und Normen sch\u00f6pfen, ger\u00e4t die ganze Gesellschaft in eine massive Schieflage. Wenn der Patient im Extremfall um aktive Sterbehilfe bitten darf, wieso nicht auch der weniger schwierige Fall, der doch auch leidet. Und wenn der Einwilligungsf\u00e4hige um aktive Sterbehilfe bitten darf, wieso nicht auch der Behinderte, er leidet doch ebenso? Alle Versuche einer Einschr\u00e4nkung haben sich als unrealistisch erwiesen, wie man in Belgien oder den Niederlanden sieht.\u201c<\/p>\n<p>Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 \u2013 0.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Essen, \u201eSterben geh\u00f6rt zum Leben. Sich selbst t\u00f6ten oder sich dazu helfen lassen dagegen nicht.\u201c Mit dieser Feststellung lehnt Bernd-M. Wehner, geb\u00fcrtiger Fuldaer Bundesvorsitzender des KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, jegliche Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung ab. 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