{"id":130948,"date":"2014-10-24T07:19:03","date_gmt":"2014-10-24T07:19:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=130948"},"modified":"2014-10-24T07:19:03","modified_gmt":"2014-10-24T07:19:03","slug":"edelkrebsprojekt-in-der-hessischen-rhoen-laeuft-weiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=130948","title":{"rendered":"Edelkrebsprojekt in der Hessischen Rh\u00f6n l\u00e4uft weiter"},"content":{"rendered":"<p>Rh\u00f6n. Seit mehr als zehn Jahren ist die Rh\u00f6n wieder Heimat des zuvor nahezu ausgestorbenen Deutschen Edelkrebses. Gemeinsam mit der Oberen Fischereibeh\u00f6rde des Regierungspr\u00e4sidiums Kassel und dem Biosph\u00e4renreservat wurde systematisch \u00fcber viele Jahre die Wiederansiedlung betrieben. Mit Erfolg, wie die j\u00e4hrlichen Kontrollen zeigen. Auch im Jahr 2014 wurden wieder Krebsbereusungen zur Bestandskontrolle im Rahmen des Artenschutzprojekts durchgef\u00fchrt. Die beiden Studenten des Studiengangs Landschaftsentwicklung der Hochschule Osnabr\u00fcck, Adrian Zentgraf und Dominik Scholz, haben im Rahmen eines Praktikums das diesj\u00e4hrige Monitoring vorgenommen. Angeleitet wurden sie dabei von Ranger Joachim Walter und dem Gew\u00e4sserbiologen Christoph D\u00fcmpelmann.<!--more--><\/p>\n<p>Es wurden acht B\u00e4che im hessischen Teil der Rh\u00f6n bereust. Dabei wurden mehrfach Krebse aller Altersstufen gefangen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die in den vergangenen Jahren besetzten Krebse reproduzieren und erfolgreich wieder eingeb\u00fcrgert werden konnten. Problematisch ist, dass in den Hauptb\u00e4chen Ulster, Haune, Fulda und L\u00fctter die aus Amerika eingeschleppten Signalkrebse vorkommen, welche meist \u00dcbertr\u00e4ger der sogenannten Krebspest sind. Die Krebspest selbst ist ein pilz\u00e4hnlicher Erreger, der auf den heimischen Edelkrebs t\u00f6dlich wirkt. In der Ulster und der Haune wurden nun von den Studenten amerikanische Signalkrebse entnommen, um sie von der Universit\u00e4t Landau mit einem neuen Verfahren auf den Erreger der Krebspest untersuchen zu lassen.<\/p>\n<p>Bei den bisherigen Besatzma\u00dfnahmen mit Edelkrebsen wurde darauf geachtet, dass sich keine Signalkrebse in den Besatzgew\u00e4ssern befanden. Allerdings vermehren sich die Signalkrebse in der Ulster stark und bedrohen damit die Edelkrebsbest\u00e4nde u. a. in den Nebenb\u00e4chen wie dem Brand- und dem Scheppenbach. Deshalb wurde das Ausbreitungsgebiet der Signalkrebse in der Ulster untersucht; sie sind noch nicht bis nach Tann vorgedrungen.<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang wurden auch die Querbauwerke am Bandbach und am Scheppenbach untersucht. Die alten Wehre sollen hinsichtlich ihrer L\u00e4ngsdurchl\u00e4ssigkeit entsprechend der EU-Wasserrahmenrichtlinie verbessert werden. Dies k\u00f6nnte die bisher erfolgreiche Edelkrebsansiedlung gef\u00e4hrden. Die jetzigen Wehre stellen f\u00fcr die Signalkrebse wichtige Hindernisse da, die von den Signalkrebsen wohl kaum \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen. Damit trennen die Wehre die Populationen von Edelkrebs und Signalkrebs. Diese Situation erfordert einen schwierigen Abw\u00e4gungsprozess f\u00fcr die Beh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Zwei weitere B\u00e4che, Bieber und Thalaubach, welche im Besitz des Forstamtes Hofbieber sind, wurden ebenfalls auf einen m\u00f6glichen Krebsbestand untersucht. Beide B\u00e4che weisen keinerlei Krebsbest\u00e4nde auf, sind aber potentiell geeignet. Auf Grund der Expertise der Studenten sollen nun auch diese beiden B\u00e4che in das Wiederansiedlungsprogramm Edelkrebs aufgenommen werden. Noch in diesem Jahr soll ein erster Besatz mit jungen Edelkrebsen durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>Seitens des Biosph\u00e4renreservats ist man sehr angetan, von der Arbeit der Studenten. Im Rahmen des dreimonatigen Praktikums wurden wichtige Ergebnisse erzielt, die die Grundlage f\u00fcr weitere Naturschutzma\u00dfnahmen bilden, so Martin Kremer von der Verwaltung.<\/p>\n<p><strong>\u00c2\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. Seit mehr als zehn Jahren ist die Rh\u00f6n wieder Heimat des zuvor nahezu ausgestorbenen Deutschen Edelkrebses. Gemeinsam mit der Oberen Fischereibeh\u00f6rde des Regierungspr\u00e4sidiums Kassel und dem Biosph\u00e4renreservat wurde systematisch \u00fcber viele Jahre die Wiederansiedlung betrieben. Mit Erfolg, wie die j\u00e4hrlichen Kontrollen zeigen. 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