{"id":130144,"date":"2014-10-03T00:09:16","date_gmt":"2014-10-03T00:09:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=130144"},"modified":"2014-10-02T18:24:08","modified_gmt":"2014-10-02T18:24:08","slug":"habelstein-ist-wegen-felsvegetation-besonders-schutzwuerdig-von-mai-bis-juni-blueht-pfingstnelken-in-rosaroten-polstern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=130144","title":{"rendered":"Habelstein ist wegen Felsvegetation besonders schutzw\u00fcrdig &#8211; Von Mai bis Juni bl\u00fcht Pfingstnelken in rosaroten Polstern"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_130145\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/483-Habelberg1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-130145\" class=\"size-full wp-image-130145\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/483-Habelberg1.jpg\" alt=\"Blick auf den Habelberg mit der Ortschaft Habel im Vordergrund S\u00fcdwestexponierter, offener Felsbereich mit l\u00fcckigem Felsbandrasen am Oberhang des Habelbergs Foto: U. Lange \" width=\"560\" height=\"410\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-130145\" class=\"wp-caption-text\">Blick auf den Habelberg mit der Ortschaft Habel im Vordergrund<br \/>S\u00fcdwestexponierter, offener Felsbereich mit l\u00fcckigem Felsbandrasen am Oberhang des Habelbergs Foto: U. Lange<\/p><\/div>\n<p>Tann. Von den Naturschutzgebieten \u201eKesselrain\u201c, \u201eLangenst\u00fcttig\u201c oder \u201eSchwarzwald\u201c sind Waldgesellschaften wie Sommerlinden-Bergulmen-Blockschuttwald, Edellaubholz-Feuchtwald, Zahnwurz- und Perlgras-Buchenwald bereits bekannt. Diese finden sich auch im Bereich des Habelsteins und des Habelbergs. Hier kommt als weitere Buchenwald-Formation der Orchideen-Buchenwald hinzu, der auf Muschelkalk stockt.<!--more--><\/p>\n<p>Zwar wird das Naturschutzgebiet \u201eHabelstein bei Habel\u201c, das 1986 mit einer Gr\u00f6\u00dfe von 13 Hektar ausgewiesen wurde, weitgehend von Basalt bestimmt, der teilweise als offener Fels, teilweise als Basaltblockhalde zutage tritt. Doch die terti\u00e4re Basaltkuppe liegt \u2013 typisch f\u00fcr die Rh\u00f6n \u2013 auf einem Sockel aus Buntsandstein und Muschelkalk, wobei letzterer im S\u00fcdosten des Gebietes ansteht. Neben dem hier kleinfl\u00e4chig gedeihenden Orchideen-Buchenwald ist auf den flachgr\u00fcndigen Oberhangnasen ein w\u00e4rmeliebender Eichen-Hainbuchenwald anzutreffen, der ebenfalls nur recht kleinr\u00e4umig auftritt.<\/p>\n<p>Diese Waldgesellschaft ist auf s\u00fcdexponierten, warm-trockenen Basalth\u00e4ngen zu finden. Die sonst in den meisten Laubwaldbest\u00e4nden dominierende Buche wird an diesen Extremstandorten vor allem durch das Vorkommen von Trauben-Eiche und Hainbuche stark zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Begleitet werden diese beiden Baumarten von Stiel-Eiche, Feld-Ahorn, Esche und Mehlbeere. In der Krautschicht wachsen beispielsweise Pfirsichbl\u00e4ttrige Glockenblume, Acker-Glockenblume, Maigl\u00f6ckchen, Wald-Bingelkraut, Waldmeister, Wald-Labkraut und Tragant.<\/p>\n<p>Ein Grund f\u00fcr die Ausbildung einer solchen w\u00e4rmeliebenden Waldgesellschaft ist in der lokalklimatischen Beg\u00fcnstigung dieses Raums zu sehen. Denn das raue Gro\u00dfklima der westlichen Kuppenrh\u00f6n spielt hier eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr haben die Lage des Habelbergs an der Ostabdachung dieses Naturraums zum Tal der Ulster hin, also im Regenschatten, einerseits und die thermisch ausgleichende Wirkung des Ulstertals andererseits mildernden Einfluss auf das Klima. Auf diese beg\u00fcnstigten Bedingungen sowie die S\u00fcdwestexposition des Habelsteins am steilen Oberhang des Habelbergs ist im Wesentlichen auch die Ausbildung des Pfingstnelken-Felsrasens zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die genannte Pflanzenart ist in ihrem Vorkommen streng an extreme und damit konkurrenzarme Felsenstandorte gebunden, was ihren nacheiszeitlichen Reliktcharakter deutlich macht. Die Bl\u00e4tter der von Mai bis Juni bl\u00fchenden Nelke bilden dichte Polster, aus denen sich viele, 10 bis 25 Zentimeter hohe St\u00e4ngel entwickeln, die jeweils eine rosafarbene Bl\u00fcte tragen. Au\u00dfer der namengebenden Nelkenart, die in Hessen nur noch an wenigen Wuchsorten zu beobachten ist, gibt es an den stark besonnten, steilen Felsnasen eine Reihe weiterer bestandsgef\u00e4hrdeter Pflanzen.<\/p>\n<p>Neben dem Waldvegetationsmosaik mit einem zum Teil hohen Anteil an Alt- und Totholz ist es vor allem diese Felsbandrasenvegetation, die die besondere Schutzw\u00fcrdigkeit des Habelsteins ausmacht und das Naturschutzgebiet zu einem Gebiet von nationaler Bedeutung erhebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Tann. Von den Naturschutzgebieten \u201eKesselrain\u201c, \u201eLangenst\u00fcttig\u201c oder \u201eSchwarzwald\u201c sind Waldgesellschaften wie Sommerlinden-Bergulmen-Blockschuttwald, Edellaubholz-Feuchtwald, Zahnwurz- und Perlgras-Buchenwald bereits bekannt. Diese finden sich auch im Bereich des Habelsteins und des Habelbergs. 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