{"id":129973,"date":"2014-09-30T00:12:28","date_gmt":"2014-09-30T00:12:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=129973"},"modified":"2014-09-29T17:06:47","modified_gmt":"2014-09-29T17:06:47","slug":"zielinski-bei-der-inklusion-stehen-die-interessen-der-kinder-im-vordergrund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=129973","title":{"rendered":"Zielinski: \u201eBei der Inklusion stehen die Interessen der Kinder im Vordergrund\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Vogelsbergkreis. Krisengespr\u00e4ch beim Bildungsdezernenten: Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski (Gr\u00fcne) lotete mit dem Landeschulamt und den Leiterinnen der vier Vogelsberger F\u00f6rderschulen neue Wege aus, damit Inklusion wirklich den Interessen der Betroffenen dient. F\u00fcr Zielinski ist unverzichtbar, ein Angebot in der Fl\u00e4che zu haben. Eine Schlie\u00dfung von zwei der vier Schulen mit dem F\u00f6rderschwerpunkt Lernen\u00c2\u00a0 \u2013 wie nun vom Land gefordert \u2013 lehnt er ebenso ab, wie das Abziehen von Lehrerstellen. Das sehen auch alle \u00fcbrigen Kreisausschuss-Mitglieder quer durch alle Fraktionen ebenso: Einen bereits fertigen Vorschlag f\u00fcr eine Vereinbarung \u201eModellregion Inklusion\u201c hat der KA deshalb einstimmig zur\u00fcckgezogen.<!--more--><\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch, zu dem Peter Zielinski die Vertreter des Landesschulamts und die Schulleitungen aus Lauterbach, Alsfeld, Schotten und Gem\u00fcnden eingeladen hatte, wurde vereinbart, weiter gemeinsam an einer L\u00f6sung der Thematik zu arbeiten. Dabei sei es das Ziel herauszufinden, was der p\u00e4dagogisch und organisatorisch beste Weg ist, den Interessen der betroffenen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler gerecht zu werden \u2013 auch und gerade im l\u00e4ndlichen Raum und auch unter Ber\u00fccksichtigung des Elternwillens.<\/p>\n<p>F\u00fcr alle Beteiligten ist jetzt schon klar: \u201eDie Dinge nicht einfach laufen lassen\u201c, sondern selbst in der Region konstruktive Vorschl\u00e4ge zu entwickeln. P\u00e4dagogischer Konsens ist auch bereits jetzt: Viele Kinder k\u00f6nnen in der Regelschule nicht bestehen. Daher werde es auch weiter F\u00f6rderschulen geben m\u00fcssen. \u00dcber Synergieeffekte m\u00fcsse gesprochen werden.\u00c2\u00a0 Jedenfalls d\u00fcrfe das soziale und kulturelle Umfeld der F\u00f6rderschulen f\u00fcr die Entwicklung der Sch\u00fcler nicht untersch\u00e4tzt werden.<\/p>\n<p>Im Juli standen alle Signale noch auf Kompromiss und \u201eModellregion\u201c in Sachen Inklusion.\u00c2\u00a0 Nun r\u00fcckt das Land von seitherigen Zusagen ab und verlangt zur \u00dcberraschung des Bildungsdezernenten die Schlie\u00dfung von zwei der vier F\u00f6rderschulen.<\/p>\n<p>Daraufhin hat der Kreisausschuss einstimmig den Beschluss aus dem Sommer zum Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit dem Land wieder zur\u00fcckgezogen. Die Vorlage war seinerzeit bereits mit dem Landesschulamt abgestimmt. Der Regierungspr\u00e4sident hatte als Kommunalaufsicht keine Bedenken ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Am 4. September tagte der Schul-Ausschuss des Kreistags. Genau an diesem Tag \u00e4u\u00dferte sich das Kultusministerium abweichend von den vorherigen m\u00fcndlichen Zusagen schriftlich.\u00c2\u00a0 Bildungsdezernent Zielinski fuhr gemeinsam mit Vertretern des Landesschulamts ins Kultusministerium, um die Irritation zu kl\u00e4ren. In Wiesbaden wurde dem Vizelandrat mitgeteilt, dass das Fachministerium auf der Schlie\u00dfung von zwei F\u00f6rderschulstandorten nach Ablauf der Vereinbarung in f\u00fcnf Jahren besteht. Da die Sicherung der vier F\u00f6rderschulstandorte aus Sicht des Vogelsberger Bildungsdezernenten aber wesentlicher Inhalt der Kooperationsvereinbarung gewesen ist, habe Zielinski dem Kreisausschuss die R\u00fccknahme des Vertragsbeschlusses im Ganzen empfohlen. Dem ist der Kreisausschuss nun einstimmig gefolgt.<\/p>\n<p>Was bisher geschah:<\/p>\n<p>Das waren die Kernpunkte in der im Sommer angestrebten Kooperationsvereinbarung des Kreises mit dem Land unter dem Titel \u201eInklusive Bildung im Vogelsbergkreis\u201c. 2011 wurde die Inklusion im Hessischen Schulgesetz verankert, das damit die UN-Konvention in deutsches Recht umsetzt.<\/p>\n<p>Die inklusive Beschulung von Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern mit sonderp\u00e4dagogischem F\u00f6rderbedarf und k\u00f6rperlichen Behinderungen soll auch im Vogelsbergkreis verst\u00e4rkt umgesetzt werden. Inzwischen hat sich diese Entwicklung auch auf die vier F\u00f6rderschulen sp\u00fcrbar ausgewirkt. So erfolgten seitdem nur noch ganz wenige Neuanmeldungen in den Grundstufen. Dies hat inzwischen zu einem teilweise erheblichen Sch\u00fclerr\u00fcckgang gef\u00fchrt, erl\u00e4utert Peter Zielinski. Der kontinuierliche Sch\u00fclerr\u00fcckgang habe inzwischen auch zunehmend Auswirkungen auf die Lehrerstellenzuweisungen f\u00fcr die F\u00f6rderschulen.<\/p>\n<p>Zur m\u00f6glichst optimalen Umsetzung der schulischen Inklusion im Sinne der Betroffenen, hatte das Land auch die M\u00f6glichkeit zur Bildung von Modellregionen geschaffen. In diesen soll das besondere Zusammenwirken von Land und Schultr\u00e4ger durch eine B\u00fcndelung aller zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen bedarfsgerecht auf die jeweilige Region vertraglich vereinbart und zun\u00e4chst f\u00fcr einen Zeitraum von f\u00fcnf Jahren erprobt und ausgewertet werden, um daraus auch Erfahrungen f\u00fcr andere Regionen zu sammeln. Als Modellregionen waren vorgesehen: der Hochtaunuskreis, die Stadt Wiesbaden, der Wetteraukreis und \u201eeigentlich gerne auch\u201c der Vogelsbergkreis.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der Entwicklung im Vogelsbergkreis (drohender massiver Abbau von Lehrerstellen) hatten die Schulleitungen der vier F\u00f6rderschulen und das Landesschulamt in einer gemeinsamen Initiative beim Hessischen Kultusministerium erreichen k\u00f6nnen, dass auch der Vogelsbergkreis mit seinen Besonderheiten (gro\u00dfer Fl\u00e4chenkreis bei gleichzeitig sehr geringer Bev\u00f6lkerungsdichte) als weitere Modellregion aufgenommen werden soll.<\/p>\n<p>Das Land w\u00fcnscht sich, die inklusive Beschulung weiter auszubauen und die F\u00f6rderschulbesuchsquote auf h\u00f6chstens vier Prozent zu senken. Gleichzeitig soll ein Teil der F\u00f6rderschulen sukzessive abgebaut werden. Wichtig dabei: Das Land sichert zu, alle dadurch eigentlich wegfallenden Lehrerstellen zu erhalten und in der Modellregion den Beratungs- und F\u00f6rderzentren zur Verteilung an die allgemeinbildenden Schulen zur Verf\u00fcgung zu stellen.<\/p>\n<p>Die Besonderheit im Vogelsbergkreis liegt darin, dass aufgrund der jetzt schon gro\u00dfen r\u00e4umlichen Einzugsbereiche und der dadurch weiten Schulwege, eine weitere Konzentration zu Lasten der Kinder mit F\u00f6rderbedarf geht. \u201eIm Ballungsraum fahren die Betroffenen einfach nur zwei Bushaltestellen weiter bis zum n\u00e4chsten \u00e4hnlichen Angebot. Einen Sch\u00fcler im Vogelsberg quer durch den Landkreis zu schicken, ist nicht nur eine Zumutung, sondern \u00d6PNV-technisch in vielen F\u00e4llen gar nicht m\u00f6glich\u201c, erl\u00e4utert Peter Zielinski die Besonderheit der Herausforderung.<\/p>\n<p>Dies bedeutet, dass trotz stark r\u00fcckl\u00e4ufiger Sch\u00fclerzahlen alle vier bestehenden F\u00f6rderschulen erhalten werden m\u00fcssen. Die Vereinbarung sah deshalb eine Festschreibung der Standorte mit jeweils maximal drei Sollklassen vor.<\/p>\n<p>Dabei sollten die im laufenden Schuljahr f\u00fcr die Grundunterrichtsversorgung zugewiesenen knapp 20 Lehrerstellen festgeschrieben werden. Es sollte dann angestrebt werden, von diesen Stellen insgesamt 5,5 Lehrerstellen nach und nach anteilig zur St\u00e4rkung und zum weiteren Ausbau des inklusiven Unterrichts umzulenken. Auch die Funktionsstellen sowie die Zuweisung f\u00fcr die Ganztagsbetreuung sollten erhalten werden.<\/p>\n<p>In den \u00fcbrigen Modellregionen haben sich die jeweiligen Schultr\u00e4ger verpflichtet, Personal f\u00fcr die Schulsozialarbeit an den F\u00f6rderschulen zur Verf\u00fcgung zu stellen. Da der Vogelsbergkreis sich jedoch unter dem Schutzschirm befindet, w\u00fcrde eine Stellenausweitung f\u00fcr die Schulsozialarbeit nach dem Hessischen Schulgesetz \u2013 f\u00fcr welche eigentlich das Land verantwortlich zeichnet &#8211; im Widerspruch zu den Auflagen der Kommunalaufsicht stehen und w\u00e4re deshalb ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Da das Land Hessen in der Region keine nennenswerten Ressourcen in der Schulsozialarbeit zur Verf\u00fcgung stellt, hat der Vogelsbergkreis jedoch ein alternatives Angebot eingef\u00fchrt. Es handelt sich hierbei um die schulbezogenen Jugendsozialarbeit, welche vom Kreis als Jugendhilfetr\u00e4ger nach dem SGB VIII erbracht wird. Der Schul- und Jugenddezernent des Kreises hatte im Rahmen der Verhandlungen zur Modellvereinbarung angeboten, die schulbezogenen Jugendsozialarbeit als Anteil des Kreises mit in die Vereinbarung einzubringen.<\/p>\n<p>Seitens des Landes wurde akzeptiert, dass\u00c2\u00a0 der Vogelsbergkreis die schulbezogene Jugendsozialarbeit als Eigenanteil in die Vereinbarung mit einbringt. Allerdings sollte der kreisweite Ausbau der Jugendsozialarbeit auf insgesamt 8 Vollzeitstellen (drei beim Kreis und 5 bei freien Tr\u00e4gern) in die Vereinbarung aufgenommen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Krisengespr\u00e4ch beim Bildungsdezernenten: Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski (Gr\u00fcne) lotete mit dem Landeschulamt und den Leiterinnen der vier Vogelsberger F\u00f6rderschulen neue Wege aus, damit Inklusion wirklich den Interessen der Betroffenen dient. 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