{"id":12883,"date":"2008-10-20T00:30:11","date_gmt":"2008-10-19T22:30:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=12883"},"modified":"2008-10-19T20:16:27","modified_gmt":"2008-10-19T18:16:27","slug":"villa-phantasia-und-biosphaerenreservat-rhoen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=12883","title":{"rendered":"Villa Phantasia und Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gersfeld. <\/strong>In der Jugendbildungsstelle \u201eVilla Phantasia\u201c in Oberstoppel fand im Rahmen der regelm\u00e4\u00dfigen Kamingespr\u00e4che ein Diskussionsabend zum Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n satt. Als Gespr\u00e4chspartner war Martin Kremer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n e.V. eingeladen. Im Zentrum des Interesses standen die Fragen zur Erweiterung des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n, die Ausweisung von Kernzonen und die politischen Einflussm\u00f6glichkeiten des Biosph\u00e4renreservates. <!--more--><br \/>\nIn seinem Eingangsreferat erl\u00e4uterte Kremer zun\u00e4chst die zentralen Aufgaben des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n. Diese sind der Schutz der Artenvielfalt, die F\u00f6rderung einer wirtschaftlichen, \u00f6kologisch uns sozial vertr\u00e4glichen Entwicklung, die Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und die Forschung. Bei all dem handelt das Biosph\u00e4renreservat im weltweiten Auftrag der UNESCO als Modellregion. Kremer: \u201eEs gibt keinen K\u00f6nigsweg. Jede Region dieser Erde muss entsprechend ihrer Kultur, ihrer Landschaft und ihrer besonderer Bedingungen ihren Weg in die Zukunft suchen und finden\u201c.<\/p>\n<p><strong>Schutz der Artenvielfalt<\/strong><br \/>\nEinen besonderen Schwerpunkt legte Kremer bei seinen Ausf\u00fchrungen auf den Schutz der Artenvielfalt. Hier sieht er auf die deutschen Biosph\u00e4renreservate besondere Herausforderungen und Aufgaben zukommen. \u201eMit jeder Art die wir verlieren, wird der gigantische Stoffkreislauf der Erde und das damit verbundene \u00f6kologische Gleichgewicht instabiler. \u201eDass die Rh\u00f6n viel zu verlieren hat, wurde am neuen Biosph\u00e4renfilm \u201eTierwelt im Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n\u201c deutlich, welcher pr\u00e4sentiert wurde.<\/p>\n<p>Genau wollten die Besucher der Veranstaltung von Ober- und Unterstoppel wissen, wie es denn nun mit der Erweiterung des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n bestellt ist. Die zur Gemeinde Haunetal geh\u00f6renden Ortsteile sind offiziell bislang nicht Teil des Biosph\u00e4renreservates Rh\u00f6n. Kremer erl\u00e4utert, dass derzeit als Biosph\u00e4renreservat im hessischen Teil die Gebietskulisse nach dem Rahmenkonzept Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n von 1994 zu Grunde gelegt wird. Diese beinhaltet das gro\u00dfe Naturschutzgebiet des Dreienbergs bei Friedewald und zieht sich dann quer durch die Gemeinden Schenklengsfeld, Eiterfeld und H\u00fcnfeld nach S\u00fcden. Zwar liegen seit Ende der 1990-er Jahre Antr\u00e4ge der Kommunen Schenklengsfeld, Eiterfeld, H\u00fcnfeld, Hofbieber etc. auf Arrondierung ihrer Fl\u00e4chen sowie von den Gemeinden Haunetal und Burghaun auf g\u00e4nzliche Neuaufnahme vor, allerdings konnte dies bislang nicht realisiert werden. Urs\u00e4chlich hierf\u00fcr ist im Wesentlichen der ben\u00f6tigte 3 %-ige Kernzonenanteil.<\/p>\n<p><strong>Nullnutzung<\/strong><br \/>\nInsgesamt m\u00fcssen bei Verwirklichung der Biosph\u00e4renreservatserweiterung \u00fcber 1.400 ha Kernzonen neu ausgewiesen werden. Kernzonen unterliegen einer sogenannten \u201eNullnutzung\u201c, in denen eine vom Menschen unbeeinflusste Naturentwicklung absolute Priorit\u00e4t hat. Kremer konstatiert in Anbetracht dieses enormen Kernzonendefizites eine gewisse Ratlosigkeit. Daher gilt das Augenmerk derzeit vorrangig dem Ziel, die bei der alten Biosph\u00e4renreservatskulisse von 1994 noch fehlenden 380 ha Kernzonen zu gewinnen. Erst dann soll wieder \u00fcber Erweiterungsoptionen nachgedacht werden.<\/p>\n<p>Herr Reul, Villa Phantasia, sieht die Gemeinde Haunetal in der Pflicht, sich politisch st\u00e4rker f\u00fcr eine Erweiterung einzusetzen und eigene Kernzonenfl\u00e4chen einzubringen. Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass eine Aufnahme in das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n von dem Gedanken beseelt sein muss, von der wohl derzeit intelligentesten Zukunftsstrategie zu partizipieren und aktiv mitzuwirken. Der Blick alleine auf F\u00f6rdergelder wird sich, so die \u00dcberzeugung des Referenten, als nicht tragf\u00e4hig erweisen.<\/p>\n<p>Kritik wurde laut am Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n im Hinblick auf die B 87n und die Putenmastanlage Thalau. Hier machte Kremer deutlich, dass das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n keine \u201eobrigkeitsstaatliche\u201c Einrichtung ist, sondern gemeinsam mit den Menschen, der Politik und den regionalen Fachbeh\u00f6rden um zukunftsf\u00e4hige Wege ringt. \u201eDas Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n kann nur so gut sein wie die Menschen, die darin leben und wirken\u201c.<\/p>\n<p>Zum Ende eines langen Diskussionsabends dankte Herr Reul f\u00fcr die umfassenden Informationen und erkl\u00e4rte, dass er als Partnerbetrieb des Biosph\u00e4renreservates auch k\u00fcnftig sich im Rahmen seiner M\u00f6glichkeiten und der Umweltbildung f\u00fcr das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n einsetzen werde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Gersfeld. In der Jugendbildungsstelle \u201eVilla Phantasia\u201c in Oberstoppel fand im Rahmen der regelm\u00e4\u00dfigen Kamingespr\u00e4che ein Diskussionsabend zum Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n satt. 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