{"id":128802,"date":"2014-08-30T00:09:09","date_gmt":"2014-08-30T00:09:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=128802"},"modified":"2014-08-30T08:38:41","modified_gmt":"2014-08-30T08:38:41","slug":"das-naturschutzgebiet-weinberg-bei-huenfeld-ist-ein-ausgedehnter-kalkmagerrasenkomplex","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=128802","title":{"rendered":"Das Naturschutzgebiet \u201eWeinberg bei H\u00fcnfeld\u201c ist ein ausgedehnter Kalkmagerrasenkomplex"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-128804\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg1.jpg\" alt=\"412-Molzbacher Weinberg1\" width=\"560\" height=\"410\" \/><\/a><\/p>\n<p>H\u00fcnfeld\/Rh\u00f6n. Das 82 Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet \u201eWeinberg bei H\u00fcnfeld\u201c liegt \u00f6stlich von H\u00fcnfeld und n\u00f6rdlich von Molzbach und geh\u00f6rt zum Naturraum \u201eVorderrh\u00f6n\u201c. Das Gebiet wurde 1999 unter Schutz gestellt und repr\u00e4sentiert im Wesentlichen einen ausgedehnten, \u00f6kologisch und botanisch ausgesprochen wertvollen Kalkmagerrasenkomplex. Als halbnat\u00fcrliche \u00d6kosysteme sind derartige Rasenfl\u00e4chen durch eine ehemals extensiv ausge\u00fcbte Weidenutzung entstanden.<!--more--><\/p>\n<p>Der Flurname \u201eWeidberg\u201c erinnert an vielen Standorten noch direkt an diese urspr\u00fcngliche Bewirtschaftungsform. Weitaus h\u00e4ufiger hingegen tritt die topographische Bezeichnung \u201eWeinberg\u201c auf: Weinberg bei M\u00fcs, Weinberg bei Dietershausen, Weinberg bei Hofaschenbach\/Morles oder der hier vorgestellte Weinberg bei H\u00fcnfeld. Aufgrund des rauen Klimas erscheint es verst\u00e4ndlich, dass der Anbau von Wein in dieser Mittelgebirgsregion mit gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten verbunden gewesen sein d\u00fcrfte und die Weinberge daher eher als Weideberge angesehen werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-128803\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg3-265x198.jpg\" alt=\"412-Molzbacher Weinberg3\" width=\"265\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg3-265x198.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/412-Molzbacher-Weinberg3.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Sicher ist, dass die Weidewirtschaft in der Rh\u00f6n von der fr\u00fchgermanischen Zeit bis weit ins Mittelalter hinein eine vorherrschende Stellung eingenommen hat. Gleichzeitig hat aber auch der Weinbau eine nicht unbedeutende Rolle gespielt. Relativ gute Bedingungen hierf\u00fcr boten sich beispielsweise auf den s\u00fcdexponierten Muschelkalkh\u00e4ngen im Regenschatten der Langen Rh\u00f6n. Gerade in diesem recht w\u00e4rmebeg\u00fcnstigten Teilbereich kann ehemaliger Weinbau bis in eine H\u00f6he von 500 Meter nachgewiesen werden. Auch f\u00fcr den Altkreis H\u00fcnfeld ist Weinbau urkundlich belegt.<\/p>\n<p>Kennzeichnend f\u00fcr die betreffenden Bereiche ist ihre S\u00fcd- bzw. S\u00fcdwestexposition, wo sie zum einen vor kalten Nord- und Ostwinden gesch\u00fctzt und zum anderen einer intensiven Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zudem handelt es sich meistens um ziemlich steile H\u00e4nge, wie sie eigentlich nur der Untere Muschelkalk zu bilden vermag. Da sich dieser Muschelkalkabschnitt durch starke Wasserdurchl\u00e4ssigkeit auszeichnet, sind hier relativ trockene B\u00f6den vorherrschend. Wegen ihrer sonnenexponierten Lage und der Bodeneinfl\u00fcsse war der Anbau von Wein an solchen Standorten zweifellos m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wenngleich nicht alle im Kataster erw\u00e4hnten \u201eWeinberge\u201c wirklich dem Weinbau dienten, so gab es in der Rh\u00f6n vor 1800 vermutlich mehr Weing\u00e4rten als man zu vermuten wagt. Viele der fr\u00fcheren Weinberge \u201everellerten\u201c nach ihre Aufgabe und wurden sp\u00e4ter dann vielfach als Weideberge oder Schaftriften genutzt. Was den Weinberg bei H\u00fcnfeld betrifft, so ist bekannt, dass seit Mitte des 19. Jahrhunderts die nur sanft geneigten Hochfl\u00e4chen ackerbaulich genutzt wurde. Alle \u00fcbrigen Areale wurden beweidet.<\/p>\n<p>Der heute im Rahmen des Vertragsnaturschutzes durch Schafbeweidung offen gehaltene Weinberg zeichnet sich durch eine einzigartige Flora aus. Neben den zum Grundinventar der Rh\u00f6ner Kalkmagerrasen geh\u00f6renden Pflanzen, deren F\u00fclle an Farbt\u00f6nen, Formen und D\u00fcften den Naturfreund immer wieder in Erstaunen versetzen. sind einige floristische Besonderheiten anzutreffen. An dieser Stelle seien unter anderem K\u00fcchenschelle, Fliegen-Ragwurz, Gro\u00dfes Zweiblatt, Manns-Knabenkraut, M\u00fccken-H\u00e4ndelwurz, Fransen-Enzian, Silberdistel und Golddiste genannt. Auch der Wacholder kommt sehr zahlreich vor.<\/p>\n<p>Nur durch die Durchf\u00fchrung geeigneter Naturschutzma\u00dfnahmen, die sich an die ehemalige Bewirtschaftung anlehnen, k\u00f6nnen solche hochgradig gef\u00e4hrdeten Offenlandbereiche erhalten werden. Andernfalls entwickeln sie sich unweigerlich zum Wald zur\u00fcck. Die mikroklimatischen Verh\u00e4ltnisse w\u00fcrden sich zunehmend ver\u00e4ndern, so dass W\u00e4rme und Licht liebende Pflanzensippen keine angemessene Lebensgrundlage mehr vorf\u00e4nden und die typische Pflanzengesellschaft der Trockenbiotope allm\u00e4hlich zerst\u00f6rt w\u00fcrde. Ein solcher Prozess ist irreversibel und macht entsprechende Naturschutzma\u00dfnahmen zur langfristigen Erhaltung dieser Lebensr\u00e4ume erforderlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>H\u00fcnfeld\/Rh\u00f6n. Das 82 Hektar gro\u00dfe Naturschutzgebiet \u201eWeinberg bei H\u00fcnfeld\u201c liegt \u00f6stlich von H\u00fcnfeld und n\u00f6rdlich von Molzbach und geh\u00f6rt zum Naturraum \u201eVorderrh\u00f6n\u201c. Das Gebiet wurde 1999 unter Schutz gestellt und repr\u00e4sentiert im Wesentlichen einen ausgedehnten, \u00f6kologisch und botanisch ausgesprochen wertvollen Kalkmagerrasenkomplex. 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