{"id":128725,"date":"2014-08-28T07:12:08","date_gmt":"2014-08-28T07:12:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=128725"},"modified":"2014-08-28T07:12:08","modified_gmt":"2014-08-28T07:12:08","slug":"angst-vor-grossem-leiden-muss-kein-sterbender-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=128725","title":{"rendered":"Angst vor gro\u00dfem Leiden muss kein Sterbender haben!"},"content":{"rendered":"<p>Fulda. 70 % der Deutschen k\u00f6nnten es sich \u201evorstellen, am Lebensende get\u00f6tet zu werden\u201c und 73 % sagen, \u201eIch habe gro\u00dfe Angst, in dieser letzten Lebensphase leiden zu m\u00fcssen.\u201c Nun gibt es den Entwurf einer gesetzlichen Regelung der Beihilfe zum Suizid.<br \/>\nAm 26.08.2014 wurde von Prof. Borasio u.a. ein Entwurf zur gesetzlichen Regelung der Beihilfe zur Selbstt\u00f6tung vorgelegt, in dem in sehr eng begrenzten F\u00e4llen eine Beihilfe zum Suizid durch Angeh\u00f6rige und \u00c4rzte m\u00f6glich sein soll, nicht aber die organisierte Form. Zudem soll jegliche Werbung verboten sein.<!--more--><\/p>\n<p>Dabei stellt sich jedoch vor allem die Frage, warum Menschen \u00fcberhaupt den Wunsch nach einer aktiven Lebensverk\u00fcrzung \u00e4u\u00dfern und diesen ggf. umsetzen. H\u00e4ufig sind die Ursache \u00c4ngste: Angst vor unertr\u00e4glichem Leid, vor Ausgeliefert-Sein, vor Verlust der Selbstbestimmung, vor dem Zu-Last-Fallen. Sterben ist jedoch nicht nur ein Teil des Lebens, es ist auch die letzte Lebensphase. Viele dieser \u00c4ngste sind unbegr\u00fcndet \u2013 eine angemessene medizinische und pflegerische Versorgung sowie hospizliche Begleitung vorausgesetzt.<\/p>\n<p>Hierf\u00fcr tut jedoch umfassende Aufkl\u00e4rung Not, ist sich Thomas Sitte, Vorstandsvorsitzender der Deutschen PalliativStiftung sicher: \u201eNoch viel zu wenige Menschen in Deutschland wissen, dass eine gute Hospizarbeit und Palliativversorgung den Wunsch nach der Suizidbeihilfe in den allermeisten F\u00e4llen \u00fcberfl\u00fcssig macht. Was wir neben der Debatte um eine gesetzliche Regelung der Suizidbeihilfe vor allem und zuallererst brauchen, ist neben umfassenden und leicht verf\u00fcgbaren Informationsangeboten der weitere Ausbau der hospizlichen wie palliativmedizinischen Angebote. Diese m\u00fcssen allen Menschen in Deutschland, die diese Angebote ben\u00f6tigen, zur Verf\u00fcgung stehen\u201c, fordert Thomas Sitte.<\/p>\n<p>Die aktuelle Debatte um Beihilfe zum Suizid in der \u00d6ffentlichkeit ist vor allem gekennzeichnet von der Angst einer entm\u00fcndigenden Apparatemedizin. Viele B\u00fcrger bef\u00fcrchten, dass sie in der letzten Lebensphase ihre Autonomie und Entscheidungskraft verlieren k\u00f6nnten. \u201eDie Aufgabe aller Helfer in der Hospizarbeit und Palliativversorgung ist, diese \u00c4ngste zu thematisieren und das Sterben und den Tod zu enttabuisieren\u201c, sagt Sitte.<\/p>\n<p>Dabei gilt schon heute, dass niemand gegen seinen Wunsch am Leben erhalten werden darf. Gleichzeitig darf kein menschliches Leben aktiv beendet werden. Deswegen hat die Gesellschaft die Aufgabe, \u00fcber die M\u00f6glichkeiten von Hospizarbeit und Palliativversorgung als lebensbejahende Alternativen zu informieren und gleichzeitig daf\u00fcr zu sorgen, dass diese M\u00f6glichkeiten auch f\u00fcr jeden verf\u00fcgbar sind.<\/p>\n<p>Die Deutsche PalliativStiftung setzt sich f\u00fcr eine fundierte Aufkl\u00e4rung ein. Sie bietet vielf\u00e4ltige Informationen zur Hospizarbeit und Palliativversorgung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 70 % der Deutschen k\u00f6nnten es sich \u201evorstellen, am Lebensende get\u00f6tet zu werden\u201c und 73 % sagen, \u201eIch habe gro\u00dfe Angst, in dieser letzten Lebensphase leiden zu m\u00fcssen.\u201c Nun gibt es den Entwurf einer gesetzlichen Regelung der Beihilfe zum Suizid. 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