{"id":128468,"date":"2014-08-20T07:57:20","date_gmt":"2014-08-20T07:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=128468"},"modified":"2014-08-20T07:57:20","modified_gmt":"2014-08-20T07:57:20","slug":"diesjaehriger-winfriedpreis-geht-an-den-frueheren-bischof-von-oppeln-alfons-nossol","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=128468","title":{"rendered":"Diesj\u00e4hriger Winfriedpreis geht an den fr\u00fcheren Bischof von Oppeln, Alfons Nossol"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Winfriedpreis.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-128469\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Winfriedpreis-265x176.jpg\" alt=\"Winfriedpreis\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Winfriedpreis-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Winfriedpreis.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda (mb).\u00c2\u00a0 Wie kaum ein anderer steht der fr\u00fchere Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol, f\u00fcr die deutsch-polnische Verst\u00e4ndigung. Als Priester habe er \u201eGro\u00dfartiges geleistet, um die Menschen unserer beiden L\u00e4nder trotz des uns\u00e4glichen Leids des Zweiten Weltkriegs einander n\u00e4her zu bringen.\u201c Mit dieser Lebensleistung stehe Bischof Nossol ganz im Geist des heiligen Bonifatius, begr\u00fcndet Fuldas Oberb\u00fcrgermeister und Kulturdezernent Gerhard M\u00f6ller die Entscheidung des Kuratoriums,\u00c2\u00a0 Nossol den diesj\u00e4hrigen \u201eWinfriedpreises\u201c zu verleihen. <!--more--><\/p>\n<p><strong>Oberschlesier<\/strong><\/p>\n<p>Alfons Nossol\u00c2\u00a0 ist Jahrgang 1932 und stammt aus dem oberschlesischen Brosch\u00fctz, heute Brozec. Kurze Zeit besuchte er die deutsche, dann nach 1945 eine polnische Schule. Fr\u00fch reifte in ihm der Wunsch, Geistlicher zu werden. Alfons Nossol trat in das Priesterseminar in Nei\u00dfe ein und wurde 1957 durch Franciszek Jop zum Priester geweiht. Rasch kn\u00fcpfte er Kontakte zu protestantischen Theologen in Deutschland an. Mit der \u00d6kumene ging sein Engagement f\u00fcr die Vers\u00f6hnung zwischen Deutschen und Polen einher. Ein entscheidendes Markenzeichen seines priesterlichen Wirkens.<\/p>\n<p><strong>Treffen mit Kohl<\/strong><\/p>\n<p>Mit einer Arbeit \u00fcber \u201eDie Lehre von Johannes Hessen \u00fcber die augustinische Theorie der Gotteserkenntnis\u201c wurde\u00c2\u00a0 er 1962 promoviert.1977 erfolgt seine Ernennung zum Bischof von Oppeln (Opole) durch den Erzbischof von Warschau, Stefan Kardinal Wyszynski. Zuvor hatte Nossol einen Lehrstuhl f\u00fcr Dogmatik an der Katholischen Universit\u00e4t Lublin inne. Aufgrund seiner guten Kontakte und seines regen Austauschs mit\u00c2\u00a0 protestantischen Theologen &#8211; besonders aus Deutschland &#8211; ernannte ihn die polnische Bischofskonferenz zum bisher j\u00fcngsten Vorsitzenden der \u00d6kumenekommission. Ausgehend vom Universalismus des christlichen Glaubens betont Nossol die \u201eZweitrangigkeit der Nationalit\u00e4t nach der Humanit\u00e4t im christlichen Sinne, ohne den Wert der Nationen in ihrer Vielfalt anzuzweifeln\u201c, wie ihm in einem Portrait bescheinigt wird.<\/p>\n<p>Alfons Nossol tritt f\u00fcr eine im \u00f6kumenischen Geist vorangetriebene \u00e2\u20ac\u0161Reevangelisierung\u00e2\u20ac\u02dc ein, in der er die Grundlage eines in der Zukunft zusammenwachsenden Europas sieht. Neben seinem Engagement f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung zwischen den Konfessionen lag dem zweisprachig aufgewachsenen Nossol, der sich sowohl \u00fcber polnische als auch \u00fcber deutsche Elemente definiert, die Vers\u00f6hnung zwischen Deutschen und Polen besonders am Herzen. Bereits 1988 lud er Helmut Kohl zu einem privaten Gottesdienst auf dem Annaberg ein. Im folgenden Jahr zelebrierte er in Anwesenheit Kohls und des polnischen Ministerpr\u00e4sidenten Tadeusz Mazowiecki eine Messe auf dem Moltke-Gut Kreisau.<br \/>\n1991 sorgte er f\u00fcr Aufsehen, als er offen das ber\u00fcchtigte Lager Lamsdorf ansprach, in dem zahlreiche Deutsche misshandelt wurden und ums Leben kamen. Die Vertreibung bezeichnete er als \u201eRaub der Heimat\u201c: \u201eDie einen wie die anderen erlitten Unrecht, denn sie mussten ihre geliebte Heimat verlassen\u201c. Er betonte nicht zuletzt die Notwendigkeit einer Auss\u00f6hnung der polnischen Mehrheit mit der deutschen Minderheit f\u00fcr ein friedliches Mitteleuropa. Papst Johannes Paul II. hat mit der Ernennung Nossols zum Titularerzbischof ein klares Zeichen f\u00fcr dessen Vers\u00f6hnungspolitik gesetzt. Am 14. August 2009 nahm Papst Benedikt XVI. sein altersbedingtes R\u00fccktrittsgesuch an und ernannte Andrzej Czaja zu Nossols Nachfolger als Bischof von Oppeln, Erzbischof Nossol war mit 32 Amtsjahren Polens dienst\u00e4ltester Di\u00f6zesanbischof.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb).\u00c2\u00a0 Wie kaum ein anderer steht der fr\u00fchere Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol, f\u00fcr die deutsch-polnische Verst\u00e4ndigung. 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