{"id":128235,"date":"2014-08-12T06:55:11","date_gmt":"2014-08-12T06:55:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=128235"},"modified":"2014-08-12T06:55:11","modified_gmt":"2014-08-12T06:55:11","slug":"viel-fuldaer-know-how-steckt-in-hochmoderner-automatischer-reifen-fertigung-drin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=128235","title":{"rendered":"Viel Fuldaer Know-How steckt in hochmoderner automatischer Reifen-Fertigung drin"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_128236\" style=\"width: 275px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_0031.jpg\"><img decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-128236\" class=\"size-thumbnail wp-image-128236\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_0031-265x178.jpg\" alt=\" Mit Interesse verfolgen die G\u00e4ste aus dem Stadtschloss, wie ein Reifen entsteht (von links): Georg Link, Michael Schwab, OB Gerhard M\u00f6ller sowie Produktions-Direktor Jens Pfeffermann.\" width=\"265\" height=\"178\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_0031-265x178.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_0031.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-128236\" class=\"wp-caption-text\">Mit Interesse verfolgen die G\u00e4ste aus dem Stadtschloss, wie ein Reifen entsteht (von links): Georg Link, Michael Schwab, OB Gerhard M\u00f6ller sowie Produktions-Direktor Jens Pfeffermann.<\/p><\/div>\n<p>Fulda (mb). \u201eDEUTSCHLAND F\u00c4HRT SCHWARZ.\u201c, steht werbewirksam in dicken gro\u00dfen Lettern auf dem Auflieger eines \u201eTrucks\u201c auf dem Werksgel\u00e4nde, der f\u00fcr \u201eFULDA\u201c-Reifen f\u00e4hrt. Der Name ist Programm. Erst recht beim Anblick der stattlichen Sport-Pneus auf eleganten Alu-Felgen neben dem Firmen-Slogan auf dem LKW-Anh\u00e4nger. Doch l\u00e4ngst entstehen am Standort des renommierten Herstellers in der K\u00fcnzeller Stra\u00dfe nicht nur Reifen der Marke, die (fast) jeder spontan mit dem Namen der Domstadt verbindet.\u00c2\u00a0 Denn \u201eFULDA\u201c-Reifen ist seit Jahrzehnten Teil des amerikanischen Goodyear-Konzerns und einer von insgesamt sechs deutschen Standorten der Goodyear Dunlop Tires Germany. Bei einem Werksbesuch informierte sich Fuldas OB und Wirtschaftsdezernent Gerhard M\u00f6ller \u00fcber die aktuelle Fertigung des Unternehmens und die derzeit laufenden Arbeiten f\u00fcr die Produktionserweiterung.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Gleiche Qualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_1312.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-128237\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_1312-265x175.jpg\" alt=\"DSC_1312\" width=\"265\" height=\"175\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_1312-265x175.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/DSC_1312.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>\u201eWir konzentrieren uns heute vor allem auf die Herstellung von Reifen f\u00fcr so genannte Sport Utility Vehicles (SUV) sowie Reifen mit Notlaufeigenschaften\u201c, erl\u00e4utert Produktionsleiter Jens Pfeffermann die derzeitigen Schwerpunkte der Werksstrategie. Etwa zwei Drittel der Produktion entfallen auf die SUV-Sparte, von denen wiederum \u00fcber 90 Prozent den Namen der Marke Goodyear tragen. Vom Werk in der K\u00fcnzeller Stra\u00dfe stammen au\u00dferdem Reifen f\u00fcr Fahrzeuge der gehobenen Mittel- bis Oberklasse, aber auch Reifen f\u00fcr Transporter.<\/p>\n<p>Pneus der Marke Fulda entstehen nur noch zu einem Bruchteil am heimischen Standort, stammen meist von einem der anderen europ\u00e4ischen Werke des Konzerns. Gefertigt werden die Kautschuk-Produkte im Vier-Schicht-Betrieb an sieben Tagen pro Wochen. Rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter \u2013 davon 1.300 alleine aus der Region &#8211; aus insgesamt 21 Nationen von der T\u00fcrkei \u00fcber Polen bis hin zu eher exotischen L\u00e4ndern wie Jamaika oder Brasilien sorgen daf\u00fcr, dass Reifen von hoher Qualit\u00e4t die Fuldaer Werkstore verlassen. Pfeffermann pr\u00e4zisiert diesen Punkt: \u201eEgal, woher im Konzern die Reifen kommen \u2013 alle haben bei uns den gleichen Qualit\u00e4tsstandard, selbst Rohstoffe und Anlagen sind gleich.\u201c<\/p>\n<p><strong>High-Tech auch aus Fulda<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Reifenfertigung aus den Anf\u00e4ngen, so wie sie auf einem Gem\u00e4lde in lebhafter Darstellung zu sehen ist, hat die heutige Produktion kaum noch etwas zu tun. Gemeinsam mit Georg Link, Manager Engineering, f\u00fchrt Pfeffermann durch die Hallen. \u00dcberall riecht es f\u00fcr einen Reifenhersteller typisch, aber nicht unangenehm, nach Gummi. An manchen Maschinen sehen die G\u00e4ste aus dem Stadtschloss die Fachleute dabei, wie in sorgf\u00e4ltiger Handarbeit ein Reifen entsteht. An anderen Stellen haben Automaten den Fertigungsprozess \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>\u201eRun on flat\u201c-Reifen, also Reifen mit Notlaufeigenschaften, werden vollautomatisch produziert. \u201eEiner pro Minute in drei verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen am Tag entstehen so an jeder dieser Maschinen\u201c, wie Produktionsdirektor Pfeffermann erl\u00e4utert. Die insgesamt f\u00fcnf High-Tech-Anlagen am Standort Fulda sind nicht eben billig. Mehrere Millionen Euro kostet jedes einzelne St\u00fcck. Dazu geh\u00f6ren auch \u201eRoboter\u201c, die auf Schienen wie von Geisterhand das Ausgangsprodukt zur Fertigungsstra\u00dfe bugsieren. Was f\u00fcr eine enorme Arbeitserleichterung.\u00c2\u00a0 Ein L\u00e4cheln huscht Pfeffermann und seinem Begleiter Link \u00fcbers Gesicht, wenn sie auf die Fuldaer Beteiligung an der Entwicklung dieser Technik angesprochen werden. Im Luxemburger Goodyear Innovation Center in Colmar-Berg haben dortige Ingenieure mit einem Fuldaer Experten-Team die Anlagen entwickelt. \u201eEs steckt also viel Fuldaer Know-how drin\u201c, freuen sich beide.<\/p>\n<p><strong>So entsteht der Reifen<\/strong><\/p>\n<p>Wie ein Autoreifen entsteht? Der wichtigste Rohstoff ist Kautschuk. Aus dieser Grundsubstanz sowie Ru\u00df (verantwortlich f\u00fcr die schwarze Farbe) sowie Stahl aus Festigkeitsgr\u00fcnden und Textilkord als Festigungstr\u00e4ger baut sich der Reifen auf, der dank des von Charles Goodyear im Jahr 1839 erfundenen Verfahrens der Vulkanisation formbar wird. Goodyear mischte Schwefels\u00e4ure unter den Kautschuk und erhitzte ihn. Dadurch ver\u00e4nderte der Rohkautschuk seine Konsistenz und wurde zu einem elastischen Material, das abriebfest und gegen K\u00e4lte und W\u00e4rme unempfindlich war. Der Kautschuk hatte sich in Gummi verwandelt. Wie \u00fcberall auf der Welt entsteht auch in Fulda ein Reifen bei einem Druck von bis zu 28 bar sowie einer fest definierten Temperatur (circa 180 Grad), mit der der \u201eRohling\u201c erhitzt und schlie\u00dflich in Form gebracht wird.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fuldaer Reifenhersteller sieht die Zukunft nicht schlecht aus. Die Hallen f\u00fcr die Produktionserweiterung stehen und warten nur noch darauf, dass in absehbarer Zeit die neuen Maschinen montiert werden. F\u00fcr M\u00f6ller ein gutes Zeichen: \u201eIch freue mich \u00fcber diese Dynamik bei \u201eFULDA\u201c-Reifen, die letztlich dazu beitr\u00e4gt, den Standort innerhalb des Goodyear-Konzerns weiter zu festigen und zu sichern.\u201c<\/p>\n<p><strong>Seit 1927 in amerikanischem Besitz<\/strong><\/p>\n<p>\u201eFULDA\u201c-Reifen wurde im Jahr 1900 von Gustav Becker und Moritz Hasenclever gegr\u00fcndet und als Hersteller technischer Gummiartikel in Fulda aufgebaut. Im Jahr 1906 stellte das Unternehmen die ersten Vollgummireifen her. 1927 fusionierte das Unternehmen mit der Firma Seiberling Rubber Co. Akron\/Ohio. Im gleichen Jahr stellten die Fuldaer Reifenbauer erstmals Luftreifen mit Schl\u00e4uchen her. Au\u00dferdem erfolgte die \u00dcbernahme des Aktienkapitals der Gummiwerke Fulda durch Vorwerk und Sohn. Im Jahr 1953 erweiterte das Unternehmen seinen T\u00e4tigkeitsbereich auf die Herstellung schlauchloser PKW-Reifen. 1962 erfolgte schlie\u00dflich die \u00dcbernahme durch die Goodyear Tire &amp; Rubber Company.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (mb). \u201eDEUTSCHLAND F\u00c4HRT SCHWARZ.\u201c, steht werbewirksam in dicken gro\u00dfen Lettern auf dem Auflieger eines \u201eTrucks\u201c auf dem Werksgel\u00e4nde, der f\u00fcr \u201eFULDA\u201c-Reifen f\u00e4hrt. Der Name ist Programm. 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