{"id":127907,"date":"2014-08-01T08:28:19","date_gmt":"2014-08-01T08:28:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=127907"},"modified":"2014-08-01T08:28:19","modified_gmt":"2014-08-01T08:28:19","slug":"burnout-verhinderung-war-ein-heiss-diskutiertes-thema-beim-unternehmensnetz-der-vogelsberg-consult","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=127907","title":{"rendered":"\u201eBurnout-Verhinderung\u201c war ein hei\u00df diskutiertes Thema beim UnternehmensNetz der Vogelsberg Consult"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Auditorium.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-127908\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Auditorium-265x117.jpg\" alt=\"Auditorium\" width=\"265\" height=\"117\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Auditorium-265x117.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/Auditorium.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Vogelsbergkreis. Wer Fachkr\u00e4fte an sein Unternehmen binden und neue gewinnen will, der muss auch im Vogelsbergkreis einiges \u201eauf dem Schirm\u201c haben. Hierzu geh\u00f6ren auch \u2013 seit jeher \u2013 Ma\u00dfnahmen zur Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neu \u2013 seit 1. Januar 2014 \u2013 ist: jeder Betrieb muss die Arbeitspl\u00e4tze auf Gef\u00e4hrdung durch psychische Belastungen untersuchen. Darauf machte eine Veranstaltung der Qualifizierungsoffensive Vogelsberg (Vogelsberg Consult GmbH) im Rahmen ihres \u201eUnternehmensNetzes Vogelsberg\u201c auf dem Hoherodskopf aufmerksam, teilt VBC-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Thomas Schaumberg in einer Pressemitteilung mit.<!--more--><\/p>\n<p>Die Rechtsanw\u00e4ltin und Leiterin des Burnout-Helpcenter Frankfurt, Nadja Lins, erl\u00e4uterte die neuen Anforderungen aus dem Arbeitsschutzgesetz \u2013 und erntete zum Teil Ungl\u00e4ubigkeit bis Fassungslosigkeit bei den rund 20 Vertreterinnen und Vertretern heimischer Unternehmen. Denn der erweiterte \u00c2\u00a7 5 III Nr. 6 ArbSchG hat es in sich: Jedes Unternehmen (ab einer 400-Euro-Kraft) muss nun bei der Beurteilung der f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten mit ihrer Arbeit verbundenen Gef\u00e4hrdung, auch die psychische Belastung bei der Arbeit ermitteln.<\/p>\n<p>Die Referentin erkl\u00e4rte gegen\u00fcber den anwesenden Unternehmern den Hintergrund der gesetzlichen Erweiterung u.a. damit, dass in den vergangenen Jahren die Krankenkassen aufgrund drastisch steigender Zahlen bei psychischen Erkrankungen eine hohe Kostenexplosion zu verzeichnen hatten. Verst\u00e4ndlicherweise w\u00fcrden diese nun hoffen, dass die Unternehmen durch die psychische Gef\u00e4hrdungsbeurteilung der Arbeitspl\u00e4tze (nicht der Mitarbeiter!) ihren Teil dazu beitragen, dass die Mitarbeiter gesund blieben. Aufgrund der Tatsache, dass diese psychische Gef\u00e4hrdungsbeurteilung der Arbeitspl\u00e4tze nun gesetzlich im Arbeitsschutz verankert sei, h\u00e4tten die Kassen zumindest theoretisch die M\u00f6glichkeit, die Unternehmen, die eine solche psychische Gef\u00e4hrdungsbeurteilung nicht durchgef\u00fchrt haben, an den Kosten anteilig zu beteiligen, die durch die Krankmeldung oder Fr\u00fchverrentung entstanden sind.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich jedoch sei die Gewerbeaufsicht f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung von Arbeitsschutzma\u00dfnahmen und damit auch f\u00fcr eine solche psychische Gef\u00e4hrdungsbeurteilung zust\u00e4ndig. Wer Unternehmer sei, der komme um eine Beurteilung der Arbeitsbedingungen gem\u00e4\u00df \u00c2\u00a7 5 ArbSchG nicht herum, so die Expertin, und damit auch nicht um eine Beurteilung der psychischen Belastungen bei der Arbeit. Nicht immer ganz leicht f\u00fcr den Unternehmer sei, dass der Gesetzgeber zwar die Gef\u00e4hrdungsbeurteilung pr\u00e4zise verankert habe, jedoch die Art der Umsetzung in das Ermessen der Unternehmer gelegt habe, \u00c2\u00a7 3 ArbSchG.<\/p>\n<p>Sofern der Unternehmer sowohl einer gewerbeamtlichen \u00dcberpr\u00fcfung, als auch einer Krankmeldung seiner Mitarbeiter sicher entgegen treten m\u00f6chte, k\u00e4me er um ein solches Audit nicht herum. Unterst\u00fctzung bei einer solchen psychischen Gef\u00e4hrdungsbeurteilung w\u00fcrden verschiedene Dienstleister anbieten.<\/p>\n<p>Nadja Lins zeigte viel Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Unverst\u00e4ndnis der anwesenden Unternehmer, riet ihnen aber dennoch zu einer solche psychischen Gef\u00e4hrdungsbeurteilung und dazu, die Herausforderung auch als Chance zu sehen, die tats\u00e4chlichen Belastungen zu erkennen und am Ende die Arbeitsproduktivit\u00e4t durch h\u00f6here Arbeitszufriedenheit noch zu erh\u00f6hen. W\u00f6rtlich sagte die Beraterin: \u201eIch bin \u00fcberzeugt, dass jene Unternehmen, die sich durch wirkungsvolle und transparente F\u00fchrungskompetenzen und effiziente Ma\u00dfnahmen im Gesundheitsmanagement hervortun, wesentlich weniger Fachkr\u00e4fteprobleme haben werden\u201c.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil ihres Vortrags widmete sich Nadja Lins den Anzeichen f\u00fcr psychische Verstimmungen und den Symptomen des Burnouts, die \u00fcberall in der Gesellschaft in der Tat deutlich auf dem Vormarsch seien. Welche Konsequenzen hat Stress im Alltag \u2013 auch auf die Arbeitsleistung selbst? Das Gef\u00fchl, keinen Einfluss mehr auf das eigene Leben zu haben, unter Versagens\u00e4ngste im Alltag zu leiden und Zukunfts\u00e4ngste im Beruf zu haben, sei als Beispiel kennzeichnend. Schlechte Aufnahmef\u00e4higkeit, schlechte Konzentration, hohe k\u00f6rperliche Anspannung, kein lockeres Handeln mehr m\u00f6glich, K\u00f6rpersignale wie Tinnitus, hoher Blutdruck \u2013 all dies f\u00fchre zu weiteren k\u00f6rperlichen Beschwerden bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Lins ermutigte die Zuh\u00f6rer darin, die Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber sich selbst, den Kollegen und Mitmenschen zu erh\u00f6hen und ggf. auch Unterst\u00fctzung anzubieten.<\/p>\n<p>Woran kann ich bei mir selbst, aber auch bei meinen Kollegen\/Freunden erkennen, ob eine Burnout-Gef\u00e4hrdung vorliegt? Hier unterscheide die Wissenschaft sehr viele eskalierende Stufen (z.B. Freudenberger-Modell). Es beginne h\u00e4ufig mit dem Zwang, sich beweisen zu m\u00fcssen \u2013 eigene Bed\u00fcrfnisse w\u00fcrden zu schnell zur\u00fcckgestellt, Konflikte w\u00fcrden teilweise verdr\u00e4ngt, Fehler n\u00e4hmen zu und wichtige Werte w\u00fcrden nach und nach \u201eumgedeutet\u201c.<\/p>\n<p>Eine der obersten Stufen sei der v\u00f6llige Burnout, eine totale, geistige, k\u00f6rperliche und emotionale Ersch\u00f6pfung, die nicht selten in eine Depression m\u00fcnde. Die Ersch\u00f6pfung und die Symptome k\u00f6nnten nicht nur auf die Arbeit, sondern nat\u00fcrlich auch auf famili\u00e4re und andere privaten Umst\u00e4nde zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Auch sei es sehr wichtig, sich fr\u00fchzeitig mit den Symptomen zu besch\u00e4ftigen und rechtzeitig Unterst\u00fctzung oder \u00e4rztliche Fachhilfe in Anspruch zu nehmen bzw. dies seinem Mitmenschen anzubieten.<\/p>\n<p>Es war bereits die zweite Veranstaltung zum Leitthema \u201eFachkr\u00e4ftesicherung\u201c; zwei weitere werden noch folgen, informierten Andrea Ortstadt und Matthias Steckenreuter. Sie sind im Vogelsbergkreis f\u00fcr die Qualifizierungsoffensive zust\u00e4ndig, die aus Mitteln des Europ\u00e4ischen Sozialfonds sowie des Landes Hessen finanziell unterst\u00fctzt und von der Vogelsberg Consult GmbH umgesetzt wird.<\/p>\n<p>Informationen gibt es bei der Vogelsberg Consult, Telefon 06631 \/ 9616-0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Vogelsbergkreis. Wer Fachkr\u00e4fte an sein Unternehmen binden und neue gewinnen will, der muss auch im Vogelsbergkreis einiges \u201eauf dem Schirm\u201c haben. 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