{"id":12720,"date":"2008-10-09T10:39:08","date_gmt":"2008-10-09T08:39:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=12720"},"modified":"2008-10-11T10:40:47","modified_gmt":"2008-10-11T08:40:47","slug":"biosphaerenreservat-im-regionalen-konsens-weiterentwickeln","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=12720","title":{"rendered":"\u201eBiosph\u00e4renreservat im regionalen Konsens weiterentwickeln\u201c"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wasserkuppe. <\/strong>F\u00fcr die Ausweisung von weiteren Kernzonen im hessischen Teil des Biosph\u00e4renreservats Rh\u00f6n bieten sich Grenzertragsfl\u00e4chen in Waldgebieten an, auf denen keine normale forstwirtschaftliche Nutzung mehr stattfindet. Aus naturschutzfachlicher Sicht sollten diese Fl\u00e4che eine Mindestgr\u00f6\u00dfe von f\u00fcnfzig Hektar haben, damit ein vielf\u00e4ltiges Lebensraummosaik entwickeln kann, das ein H\u00f6chstma\u00df an Artenvielfalterm\u00f6glicht. <!--more--><\/p>\n<p>Eine Gespr\u00e4chsrunde auf Einladung von Landrat Bernd Woide mit Vertretern der Land- und Forstwirtschaft sowie der Kommunen im Groenhoff-Haus war sich einig, dass solche Fl\u00e4chen eigentlich nur im Staatsforst oder bei gro\u00dfen Privatwaldbesitzern zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden.<\/p>\n<p>Einleitend machte Landrat Woide deutlich, dass die Weiterentwicklung des Biosph\u00e4renreser-vats im breiten regionalen Konsens erfolgen m\u00fcsse. Dabei d\u00fcrften weder die Landwirtschaft noch die Forstwirtschaft vor den Kopf gesto\u00dfen werden, weil diese als entscheidende Tr\u00e4ger der Kulturlandschaft diese zu dem gemacht h\u00e4tten, was sie heute sei und seinen Niederschlag in der Aufwertung zum Biosph\u00e4renreservat der UNESCO gefunden habe.<\/p>\n<p>Trotz an-f\u00e4nglicher Skepsis stehe die Bev\u00f6lkerung heute voll hinter der Philosophie des Biosph\u00e4renreservats. Deshalb sollte die Ausweisung zus\u00e4tzlicher Kernzonen \u201enicht unreflektiert und losgel\u00f6st von den Interessen der Menschen im l\u00e4ndlichen Raum erfolgen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Sinnvolles mit N\u00fctzlichem verbinden<br \/>\n<\/strong><br \/>\nDr. Hubert Beier, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kreisbauernverbandes und des Waldbesitzerverban-des, wies auf die bedeutende Rolle der Land- und Forstwirtschaft als Rohstofflieferanten im Bereich von Nahrungsmittelproduktion und Energieerzeugung hin. Bei der Ausweisung zus\u00e4tzlicher Kernzonen gehe es darum, \u201eSinnvolles mit N\u00fctzlichem zu verbinden\u201c.<\/p>\n<p>Dr. Baier sieht vor allem das Land in der Pflicht, geeignete Fl\u00e4chen \u00fcber HESSEN-FORST zur Verf\u00fcgung zu stellen. Lothar R\u00f6der betonte als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, dass \u201eunsere Vorfahren mit der Arbeit ihrer H\u00e4nde die Kulturlandschaft Rh\u00f6n geschaffen haben\u201c. Auch vor diesem Hintergrund sollte Naturschutz \u201eangemessen\u201c bleiben.<\/p>\n<p>Christof M\u00fcller, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes, kann sich Kernzonen auf schwer zu bewirtschaftende Grenzertragsstandorten im Wald vorstellen. Eine M\u00f6glichkeit sei auch, forstlich minderwertige Altbest\u00e4nde dem nat\u00fcrlichen Entwicklungskreislauf zu \u00fcberlassen. Aber auch daf\u00fcr m\u00fcsse die Frage der Nutzungsentsch\u00e4digung geregelt werden.<\/p>\n<p>\u201eWenn nicht mit Fingerspitzengef\u00fchl vorgegangen wird, schwindet die Akzeptanz des Biosph\u00e4renreservats.\u201c Otto Evers, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle, sprach sich gegen ein \u201eZusam-menkratzen von Kleinstfl\u00e4chen\u201c aus, um auf die geforderten drei Prozent Kernzone zu kommen. Durch die Anrechnung von Nutzungsaufgaben als vorgezogene Naturschutzersatzma\u00dfnahmen k\u00f6nne ein finanzieller Ausgleich erreicht werden.<\/p>\n<p>In der Gespr\u00e4chsrunde herrschte Einvernehmen, dass die Zeit bis zur erneuten Evaluierung des Biosph\u00e4renreservats im Jahr 2013 genutzt sollte, um bei der Ausweisung von zus\u00e4tzli-chen Kernzonen nach L\u00f6sungen zu suchen, die aus naturschutzfachlicher Sicht zielf\u00fchrend seien und von den betroffenen Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern mitgetragen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u201eDabei d\u00fcrfen wir das Land nicht aus der Verantwortung entlassen\u201c, mahnte Dr. Beier auch in seiner Funk-tion als Vorsitzender des Vereins Natur- und Lebensraum Rh\u00f6n. Die Gemeinde Poppenhausen habe bereits ein konkretes Projekt vor Augen, berichtete B\u00fcrgermeister Manfred Helfrich. Hier gehe es um sieben Hektar mit einem 160-j\u00e4hrigen Buchenbestand.<\/p>\n<p><strong>Gewachsene d\u00f6rfliche Strukturen erhalten <\/strong><\/p>\n<p>Manfred Helfrich zeigte mit seinem B\u00fcrgermeisterkollegen Hubert Blum aus Hilders den Zwiespalt auf, in dem sich die Gemeinden bei ihrer Bauleitplanung auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels bef\u00e4nden. Einerseits seien Neubaugebiete notwendig, um gewachsene d\u00f6rfliche Strukturen zu erhalten, andererseits gehe h\u00e4ufig damit ein Fl\u00e4chenverbrauch einher.<\/p>\n<p>Am besten w\u00e4re es, die zunehmend leerstehende Anwesen in den Ortskernen f\u00fcr Wohnzwecke auszubauen. Allerdings stelle sich immer die Frage nach der Verf\u00fcgbarkeit der Geb\u00e4ude. Deshalb pl\u00e4dierte B\u00fcrgermeister Helfrich daf\u00fcr, die weggefallene Eigenheimzulage durch ein F\u00f6rderprogramm Bauen im Ortskern zu ersetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Wasserkuppe. 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