{"id":12625,"date":"2008-10-08T00:25:30","date_gmt":"2008-10-07T22:25:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/?p=12625"},"modified":"2008-10-07T18:59:04","modified_gmt":"2008-10-07T16:59:04","slug":"wie-integration-gelingt-mdb-omid-nouripour-gruene-stellt-sein-neues-buch-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=12625","title":{"rendered":"Wie Integration gelingt &#8211; MdB Omid Nouripour (Gr\u00fcne) stellt sein neues Buch vor"},"content":{"rendered":"<p><a rel=\"lightbox[roadtrip]\" href=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/081007-portrait.jpg\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-12626\" title=\"081007-portrait\" src=\"http:\/\/www.schoene-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/081007-portrait-128x85.jpg\" alt=\"\" hspace=\"5\" width=\"128\" height=\"85\" align=\"left\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/081007-portrait-128x85.jpg 128w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2008\/10\/081007-portrait.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 128px) 100vw, 128px\" \/><\/a><strong>Fulda.<\/strong> 1988, mit 13 Jahren, kam der junge Omid Nouripour mit seinen Eltern auf der Flucht vor politischer Unterdr\u00fcckung durch das Mullah-Regime im Iran nach Deutschland. Heute wohnt er in Frankfurt, ist Deutscher, gr\u00fcner Politiker und hessischer Bundestagsabgeordneter.<\/p>\n<p><!--more-->Jetzt hat er im Herder-Verlag ein Buch \u00fcber seine Erfahrungen und Einsichten zum Thema Integration ver\u00f6ffentlicht: \u201eMein Job, meine Sprache, mein Land \u2013 Wie Integration gelingt\u201c, das er auf Einladung des Fuldaer Kreisverbands von B\u00fcndnis 90\/ Die Gr\u00fcnen k\u00fcrzlich im Museumscaf\u00e9 vorstellte. Ca. 40 Zuh\u00f6rerinnen und Zuh\u00f6rer, eine ganze Anzahl von ihnen Fuldaerinnen und Fuldaer iranischer Herkunft, hatten sich zu dieser Lesung eingefunden.<\/p>\n<p><strong>Berufliche Integartion steht ganz oben <\/strong><br \/>\nDass die Integration von Einwanderern ein Prozess sei, der nie als v\u00f6llig abgeschlossen gesehen werden sollte, ist eine Hauptaussage von Nouripours Buch. Als wichtigsten Punkt dabei sieht er die berufliche Integration, daher steht sie im Buchtitel an erster Stelle: \u201emein Job\u201c. Berufliche Integration aber ist ohne sprachliche nicht m\u00f6glich: \u201emeine Sprache\u201c- und f\u00fchrt auch zugleich zu sozialer: \u201emein Land\u201c. Besonders wichtig, geradezu unverzichtbar, so Nouripour, seien daher Schulbildung und Sprachenlernen f\u00fcr die j\u00fcngere Generation.<\/p>\n<p>Am Beispiel seines eigenen Lebenswegs zeigt Nouripour in dem Buch Gr\u00fcnde auf, wie seine Integration gelingen konnte. Er zieht eine Parallele zu einem anderen jungen Mann mit vergleichbaren sozialem Hintergrund, dem 9\/11-Attent\u00e4ter Ziad Jarrah aus dem Libanon. Warum ist dessen Integrationsprozess gescheitert, der von Nouripour aber, wie er selbst meint, gelungen? Bei Jarrah seien mehrere Umst\u00e4nde zusammen gekommen, vor allem, dass Jarrah alleine nach Deutschland kam, Nouripour aber mit der Familie und dass Jarrah zun\u00e4chst in Greifwald wohnte, Nouripour aber ins weltoffenen Frankfurt zu zog, die dazu gef\u00fchrt h\u00e4tten, dass Jarrah sich fundamentalistischen Islamisten anschloss.<\/p>\n<p>\u201eZiad Jarrah h\u00e4tte vermutlich jeden Integrationstest bestanden.\u201c Doch bei ihm und vielen anderen Extremisten, die oberfl\u00e4chlich ein integriertes Leben f\u00fchrten, sei der Prozess der Integration abgebrochen worden, bevor sie an einem Punkt angekommen waren, von dem an sie sich mit der sie integrierenden Gesellschaft identifizierten. Erst wenn man Integration als Prozess begreife, der stets auch Gefahr laufen kann zu scheitern, k\u00f6nne man diese Probleme besser verstehen.<\/p>\n<p><strong>Integaration als kommunale Aufgabe<\/strong><\/p>\n<p>Nouripour kritisierte, dass die vielen Beispiele erfolgreicher Integration in der \u00f6ffentlichen Diskussion leider oft ausgeblendet, die misslungenen dagegen breit ausgewalzt w\u00fcrden. Zum Gelingen seien jedoch einige Voraussetzungen zu beachten, die Nouripour zum Schluss zusammen fasste. Dazu geh\u00f6rten u.a. Integration in den Arbeitsmarkt, bessere Bildungschancen f\u00fcr Einwanderer, Rechtsgleichheit, bessere Wohnangebote, vor allem aber ein Klima der Offenheit und Toleranz.<\/p>\n<p>Kommunale und regionale Bez\u00fcge seien in Integrationskursen wichtig. \u201eF\u00fcr den Einwanderer in Stuttgart ist die Geschichte von Mercedes-Benz interessanter und lebensnaher als die Historie der Kreidefelsen auf R\u00fcgen\u201c. Integration sei auch und vor allem eine kommunale Aufgabe. Deutschland habe vieles richtig gemacht, aber vieles bleibe noch zu tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda. 1988, mit 13 Jahren, kam der junge Omid Nouripour mit seinen Eltern auf der Flucht vor politischer Unterdr\u00fcckung durch das Mullah-Regime im Iran nach Deutschland. 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