{"id":126163,"date":"2014-06-26T00:11:32","date_gmt":"2014-06-26T00:11:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=126163"},"modified":"2014-06-26T06:13:23","modified_gmt":"2014-06-26T06:13:23","slug":"weisses-waldvoegelein-und-moenchsgrasmuecke-bernhard-kastilan-bewirtschaftet-eine-grosse-streuobstwiese-in-elters-im-einklang-mit-der-natur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=126163","title":{"rendered":"Wei\u00dfes Waldv\u00f6gelein und M\u00f6nchsgrasm\u00fccke &#8211; Bernhard Kastilan bewirtschaftet eine gro\u00dfe Streuobstwiese in Elters im Einklang mit der Natur"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_126164\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/293-Streuobstwiese.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-126164\" class=\"size-full wp-image-126164\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/293-Streuobstwiese.jpg\" alt=\"Der Besuch der Streuobstwiese von Bernhard Kastilan in Elters ist ein faszinierendes Erlebnis, das zeigt, dass Schutz und Nutzung der Natur durchaus zusammen gehen k\u00f6nnen. Der Natursch\u00fctzer aus Leidenschaft wird von seiner Frau Frieda tatkr\u00e4ftig, vor allem bei der Ernte und Verarbeitung des Obstes, unterst\u00fctzt.  Foto: Limpert\" width=\"560\" height=\"602\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-126164\" class=\"wp-caption-text\">Der Besuch der Streuobstwiese von Bernhard Kastilan in Elters ist ein faszinierendes Erlebnis, das zeigt, dass Schutz und Nutzung der Natur durchaus zusammen gehen k\u00f6nnen. Der Natursch\u00fctzer aus Leidenschaft wird von seiner Frau Frieda tatkr\u00e4ftig, vor allem bei der Ernte und Verarbeitung des Obstes, unterst\u00fctzt. Foto: Limpert<\/p><\/div>\n<p>Hofbieber. Schaf-, Insekten- und Augenweide zugleich ist die Streuobstwiese der Familie Kastilan am Ortsrand von Elters: Verschiedene Orchideen wie Mannsknabenkraut oder Wei\u00dfes Waldv\u00f6gelein, T\u00fcrkenbundlilien, Aronstab sowie weitere sch\u00f6ne und seltene Pflanzen bl\u00fchen dort im Fr\u00fchsommer unter 180 Obstb\u00e4umen. Dank der Pflanzenvielfalt leben hier zahlreiche Insekten &#8211; und dank jener wiederum viele verschiedene Vogel- und andere Tierarten.<!--more--><\/p>\n<p>Kurz: ein Paradies. Allerdings keins, in dem L\u00f6we und L\u00e4mmer friedlich nebeneinander grasen, sondern eins, in dem die Nahrungskette von Fressen und gefressen Werden funktioniert. \u201eAusreichendes Nahrungsangebot plus passende klimatische Verh\u00e4ltnisse ergeben fast von allein Vielfalt\u201c, sagt Bernhard Kastilan und zeigt auf einen kleinen Teich, den er als Vogeltr\u00e4nke angelegt hatte und in dem sich schnell Amphibien ansiedelten. Am Uferrand w\u00e4chst die Orchidee Fuchsknabenkraut und dar\u00fcber schwirrt eine Libelle. Doch ganz so einfach, wie Kastilans Gleichung aussieht, ist sie nicht. Denn auch Forscherflei\u00df, Geduld und der Wunsch, etwas f\u00fcr die Umwelt zu tun, geh\u00f6ren dazu.<\/p>\n<p>1993 hatte der Naturfreund das fast 12.000 Quadratmeter gro\u00dfe Grundst\u00fcck erworben und \u00fcberlegt, welche Bedingungen f\u00fcr gute Obstertr\u00e4ge sorgen. Die Wiese kannte er, seit er als Kind darauf Ziegen geh\u00fctet und sp\u00e4ter den Vorbesitzern bei der Ernte geholfen hatte. Um die Best\u00e4ubung zu sichern, fertigte er Hummelk\u00e4sten. Doch blieb der Erfolg aus. \u201eWenn ich eine Hummel w\u00e4re, w\u00fcrde ich da auch nicht reingehen\u201c, bekam er von einem Experten zu h\u00f6ren. \u201eAlso baute ich die Wohnungen gr\u00f6\u00dfer und mit anderen Eing\u00e4ngen.\u201c An den Einflugl\u00f6chern experimentiert der 69-J\u00e4hrige noch heute: \u201eManchmal ist es besser, den Schutz wegzulassen als eine Klappe anzubringen, an der die Pollen abgestreift werden\u201c, meint er. Auch f\u00fcr die F\u00fctterung nach der gro\u00dfen Mahd der Landwirte hat der Besitzer der gr\u00f6\u00dften Hummel-Anlage im Landkreis Fulda eine geeignete Zuckerl\u00f6sungs-Mixtur gefunden.<\/p>\n<p>Weitere Unterk\u00fcnfte, beispielsweise f\u00fcr Wespen, Hornissen und Solit\u00e4rbienen, folgten. \u201eIm Winter bastele ich die K\u00e4sten, im Fr\u00fchjahr h\u00e4nge ich sie auf\u201c, erz\u00e4hlt Kastilan. Ein Blickfang ist das gro\u00dfe Insektenhotel, das immer wieder von Spazierg\u00e4ngern bewundert wird und das \u2013 laut \u201eT\u00fcrschild\u201c \u2013 auch an Eidechsen, K\u00e4fer und Kleins\u00e4uger untervermietet ist.<\/p>\n<p>Durch jahrelange Beobachtungen und Fachliteratur-Studien ist der ehemalige Verwaltungsangestellte inzwischen selbst zum Hummelexperten geworden, der um Rat gefragt wird. Gerne zeigt der Rentner, der unter anderem im Netzwerk Rh\u00f6nbotanik, im Verein f\u00fcr Naturkunde Osthessen (VNO), im Vorstand der Rh\u00f6ner Apfelinitiative und als Natursch\u00fctzer im Rh\u00f6nklub-Zweigverein Elters aktiv ist, Schulklassen und anderen Gruppen die Wiese und Hummelanlage. \u00dcber die Apfelinitiative waren sogar schon Interessierte aus den USA und Japan bei ihm, um sich anzuschauen, wie er \u00f6kologisch zertifizierte \u00c4pfel, Mirabellen, Kirschen, Birnen und Zwetschgen im Einklang mit der Natur anbaut.<\/p>\n<p>Die Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung erledigen Florfliegen, Taghafte, Marienk\u00e4fer, Wespen und Hornissen. Gegen die Kirschfliege hat Bernhard Kastilan Fledermausk\u00e4sten aufgeh\u00e4ngt, die auch prompt bezogen wurden. Das \u201eM\u00e4hen\u201c der gro\u00dfen Wiese \u00fcbernimmt ein Sch\u00e4fer mit seiner Herde. \u201eAber erst Ende Juni, nachdem alles zum Bl\u00fchen gekommen ist und sich Fruchtst\u00e4nde gebildet haben\u201c, betont der Wiesenbesitzer.<\/p>\n<p>Neben Blumen finden auch Brennnesseln und Giersch ihren Platz. \u201eMehr als wir ernten und essen k\u00f6nnen\u201c, scherzt Frieda Kastilan, die ihren Mann vor allem bei der anstrengenden Obsternte unterst\u00fctzt. Dieser kennt sich mit den verschiedenen Apfelsorten genauso gut aus wie mit den Insekten- und Pflanzenarten.<\/p>\n<p>Erd-, Baum-, Stein-, Acker-, Garten- und Wiesenhummel, Schornsteinwespe, Schornstein-Pelzbiene \u2013 irgendwann brummt dem Laien der Kopf. Dann kann es passieren, dass man bei dem Hinweis \u201eEine M\u00f6nchsgrasm\u00fccke!\u201c erst einmal nach einem Insekt Ausschau h\u00e4lt, auch wenn man wei\u00df, dass die Naturbegeisterung des Eltersers auf dessen ehemaligen Lehrer Dr. Werner Sunkel zur\u00fcckgeht und mit Vogelkunde begonnen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hofbieber. Schaf-, Insekten- und Augenweide zugleich ist die Streuobstwiese der Familie Kastilan am Ortsrand von Elters: Verschiedene Orchideen wie Mannsknabenkraut oder Wei\u00dfes Waldv\u00f6gelein, T\u00fcrkenbundlilien, Aronstab sowie weitere sch\u00f6ne und seltene Pflanzen bl\u00fchen dort im Fr\u00fchsommer unter 180 Obstb\u00e4umen. 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