{"id":125440,"date":"2014-06-20T00:40:59","date_gmt":"2014-06-20T00:40:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=125440"},"modified":"2014-06-20T07:41:22","modified_gmt":"2014-06-20T07:41:22","slug":"katholiken-feierten-fronleichnam-predigt-von-bischof-algermissen-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=125440","title":{"rendered":"Katholiken feierten Fronleichnam \u2013 Predigt von Bischof Algermissen"},"content":{"rendered":"<p>Fulda (bpf). Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. Eine der gr\u00f6\u00dften Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit \u00fcber 700 Jahren begangen wird. Rund 3.000 Gl\u00e4ubige zogen hier nach einem Gottesdienst im vollbesetzten Dom bei wolkenverhangenem Himmel durch die mit frischem Birkengr\u00fcn, farbenfrohen Blumenteppichen und gelb-wei\u00dfen Fahnen geschm\u00fcckte Innenstadt.<!--more--><\/p>\n<p>Dass die Gewissheit im Glauben an die Gegenwart Jesu Christi die innerste Mitte des eucharistischen Geheimnisses bilde, hob Bischof Heinz Josef Algermissen in seiner Predigt in dem Pontifikalamt besonders hervor. Sie bewege die Gl\u00e4ubigen zu jener Grundhaltung, die im Wort \u201eEucharistie\u201c selbst enthalten sei, n\u00e4mlich Dankbarkeit, die ihrerseits in die Verehrung und zur Anbetung hinf\u00fchre. \u201eDie Feier der Hl. Eucharistie ist, wie es die Kirchenkonstitution des Zweiten Vaticanums zusammenfasst, die Mitte und der H\u00f6hepunkt des ganzen kirchlichen Lebens\u201c, betonte der Oberhirte. Die andauernd geringer werdende Zahl der an der Sonntagsmessfeier Teilnehmenden sei darum ein deutliches Alarmsignal. Von 21 Prozent im Jahre 2000 sei die Gottesdienstbesucherzahl auf 14 Prozent im Jahr 2013 gesunken. Dies zeige einen \u201eSchwund des Glaubens und ein Erkalten der Liebe\u201c.<\/p>\n<p>Wenn die Menschen Jesu Liebe unbeantwortet lie\u00dfen, m\u00fcssten sie sich eigentlich klarmachen, wie beleidigend und undankbar sie sich damit verhielten und wie schuldig sie dadurch w\u00fcrden. \u201eAm Ende des Prozesses des Erkaltens ist es dann soweit, dass der Glaube an Jesus Christus unserem Leben keine echte Perspektive, keinen Inhalt und keine Form mehr gibt\u201c, gab Bischof Algermissen zu bedenken. Darum d\u00fcrfe man den Schwund bei der Mitfeier der Sonntagsmesse nicht resigniert hinnehmen. Denn die Kirche sei im Kern Eucharistie und werde von ihr her immer wieder neu aufgebaut. \u201eIn der Eucharistie gehen wir in das \u00fcber, was wir empfangen. Wir empfangen den Leib Christi, um immer deutlicher und glaubw\u00fcrdiger Leib Christi in der Welt darzustellen.\u201c<\/p>\n<p>Am Beginn seiner Predigt hatte der Bischof herausgestellt, dass viele Zeugnisse aus der fr\u00fchen Zeit der Kirche zeigten, dass die Teilnahme an der sonnt\u00e4glichen Eucharistiefeier kennzeichnend war f\u00fcr die Christen. Bischof Ignatius von Antiochien wurde Anfang des 2. Jahrhunderts unter Kaiser Trajan (98-117) als Gefangener nach Rom gebracht. Auf der Fahrt dorthin schrieb er sieben Briefe an verschiedene Gemeinden, in denen er als zum Tod Verurteilter noch einmal Wesentliches zusammenfa\u00dfte. \u201eIn seinem ber\u00fchmten Wort zur Eucharistie bezeichnet er diese als \u00e2\u20ac\u0161Arznei der Unsterblichkeit\u00e2\u20ac\u2122; Christsein hei\u00dfe, gem\u00e4\u00df der sonnt\u00e4glichen Eucharistie zu leben\u201c, erinnerte der Oberhirte.<\/p>\n<p>Die Christen der ersten drei Jahrhunderte h\u00e4tten in der Zeit der Verfolgung verstanden, dass die Feier der Eucharistie am Sonntag zu ihrer Identit\u00e4t geh\u00f6rte, da sie die Quelle war, aus der sie lebten. \u201eDenn in dieser Feier wird gegenw\u00e4rtig, was Jesus beim letzten Abendmahl sagte und tat, als er seinen J\u00fcngern Brot und Kelch reichte und sprach: \u00e2\u20ac\u0161Dies ist mein Leib f\u00fcr euch\u00e2\u20ac\u2122 und \u00e2\u20ac\u0161Dies ist mein Blut, das f\u00fcr euch vergossen wird\u00e2\u20ac\u2122\u201c, so Algermissen weiter. Vom hl. Johannes Maria Vianney, dem Pfarrer von Ars, werde \u00fcberliefert, er habe sich bei seinen in der Kirche stattfindenden Katechesen immer wieder umgedreht und zum Tabernakel hingewendet mit den Worten: \u201eIl est l\u00c3\u00a0!\u201c \u2013 \u201eEr ist da!\u201c. Dies bezeichnete der Bischof als \u201eein sch\u00f6nes Zeugnis des Glaubens an die Gegenwart Jesu Christi in der Feier der Eucharistie und der Verehrung seiner bleibenden Gegenwart in der Kirche auch \u00fcber die liturgische Feier der Eucharistie hinaus\u201c.<\/p>\n<p>Am Fronleichnamsfest feierten die Gl\u00e4ubigen den eucharistischen Herrn in der \u00d6ffentlichkeit und tr\u00fcgen ihn hinaus auf die Stra\u00dfen und Pl\u00e4tze ihrer Stadt Fulda, fuhr Algermissen fort. \u201eDas hat zur Konsequenz, dass die Feier der Eucharistie Ausdruck im Alltag dieser Stadt finden muss.\u201c Die Haltung, die den Herrn bei der Einsetzung der Eucharistie im Abendmahlssaal beseelte, m\u00fcsse auch die Christen beseelen. \u201eWir k\u00f6nnen das Geschenk des eucharistischen Brotes nur teilen, wenn wir auch das t\u00e4gliche Brot und unser Leben in Freude und Hoffnung wie in Trauer und Angst zu teilen bereit sind.\u201c Die Gl\u00e4ubigen m\u00fcssten sich fragen, ob sie die Armen in ihrer Stadt als eine Herausforderung ans\u00e4hen und sich auf ihre Seite stellten. \u201eBewegen wir uns denn wirklich auf die \u00e2\u20ac\u0161R\u00e4nder unserer Gemeinden\u00e2\u20ac\u2122 zu, wie Papst Franziskus immer wieder fordert?\u201c<\/p>\n<p>Sich den Armen zur Verf\u00fcgung zu stellen sei ein wirkliches Heilmittel f\u00fcr eine Gesellschaft, die statt zu geben zu nehmen und festzuhalten suche. Viele k\u00f6nnten gar nicht genug bekommen. Diese Menschen glaubten, so der Bischof, durch Haben ihr Leben versichern zu k\u00f6nnen. Dann suchten sie die einmal erreichten Besitzst\u00e4nde mit aller Macht zu wahren. \u201eDadurch ist alles so festgefahren bei uns; es bewegt sich kaum mehr etwas und l\u00e4sst sich kaum etwas bewegen.\u201c Solche egoistische Erstarrung sei aber Zeichen des Todes und nicht des Lebens. Denn Leben entstehe aus Liebe und Teilen. Nur wer sein Leben hingebe, werde es finden. \u201eDie Hingabe des Herrn f\u00fcr uns Menschen und zu unserem Heil ist das Lebensmittel auf dem Weg unserer Pilgerschaft hin zum endg\u00fcltigen Zuhause\u201c, betonte Algermissen.<\/p>\n<p>Die Christen gingen am Sonntag zur Feier der Hl. Eucharistie in die Kirche, die dazu geweiht sei, den Dienst Gottes an den Menschen zu erm\u00f6glichen. Sie verlie\u00dfen dann aber die Kirche wieder, um ihren \u201eMenschendienst im Alltag\u201c neu zu beginnen. \u201eDer Dienst Gottes an uns und der konsequente Dienst am Menschen unsererseits entsprechen einander und sind wie die beiden Brennpunkte einer Ellipse\u201c, sagte Algermissen am Ende seiner Predigt.<\/p>\n<p>Der Fuldaer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber sang in dem Gottesdienst Chors\u00e4tze aus der \u201eMissa Dominicalis\u201c von W. Menschick; an der Domorgel spielte Domorganist Prof. Hans-J\u00fcrgen Kaiser. An den Alt\u00e4ren wirkten der Domchor und eine Bl\u00e4sergruppe musikalisch mit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda (bpf). Mit Gottesdiensten und Prozessionen feierten die Katholiken am Donnerstag das Fronleichnamsfest. Eine der gr\u00f6\u00dften Fronleichnamsprozessionen in Hessen fand in Fulda statt, wo das Fest seit \u00fcber 700 Jahren begangen wird. 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