{"id":125089,"date":"2014-06-12T06:06:11","date_gmt":"2014-06-12T06:06:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=125089"},"modified":"2014-06-12T06:06:11","modified_gmt":"2014-06-12T06:06:11","slug":"traditioneller-priestertag-in-der-orangerie-bischof-feige-sprach-vor-rund-200-geistlichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=125089","title":{"rendered":"Traditioneller Priestertag in der Orangerie \u2013 Bischof Feige sprach vor rund 200 Geistlichen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0559.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-125090\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0559-265x176.jpg\" alt=\"IMG_0559\" width=\"265\" height=\"176\" srcset=\"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0559-265x176.jpg 265w, https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/IMG_0559.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 265px) 100vw, 265px\" \/><\/a>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg (bpf). \u201eEine Gemeinde, die nicht missionarisch ist und die nicht neue Menschen f\u00fcr Jesus Christus gewinnen will, ist eigentlich tot. Missionarisch kann sie aber nur sein, wenn in ihr viele ihr Leben miteinander verbinden, ihre Charismen zusammentun..\u201c Dies betonte Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch beim traditionellen Priestertag der Di\u00f6zese in Fulda. In einem feierlichen Gottesdienst im Dom, an dem rund 200 Welt- und Ordensgeistliche teilnahmen, rief der Bischof die Geistlichen dazu auf, einander dabei zu helfen, sich \u201eunter allen Umst\u00e4nden und immer wieder auf Jesus Christus hin zu sammeln\u201c. Es sei Grundvoraussetzung f\u00fcr die Sammlung einer Gemeinde, dass auch die Priester des Bistums immer wieder zusammenkommen. \u201eWie wir im Presbyterium miteinander umgehen, so werden wir uns auch in unseren Gemeinden bewegen\u201c, so der Fuldaer Oberhirte.<!--more--><\/p>\n<p>Gott habe in Jesus Christus sein Antlitz gezeigt; das unabl\u00e4ssige Ringen der Menschheit um das Bild des wahren Gottes sei damit laut Algermissen beendet. \u201eIn Jesus ist die endg\u00fcltige Wahrheit \u00fcber Gott erschienen. Er ist das wahre Bild Gottes. Gott ist nun ganz in der Welt, und zwar in Jesus, seinem Sohn.\u201c Es gebe indes verschiedene Jesusbilder, seien sie psychologisch oder politisch. \u201eEr muss herhalten als Best\u00e4tigung der eigenen W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume, als Legitimation einer universalen \u00e2\u20ac\u0161Toleranz\u00e2\u20ac\u2122, die ihrerseits vorgibt, niemanden auszugrenzen, der aber in Wahrheit alles beliebig und gleichg\u00fcltig geworden ist.\u201c Die Begegnung mit Jesus d\u00fcrfe nicht dem subjektiven religi\u00f6sen Erleben \u00fcberlassen bleiben. Sondern Jesus sei, wie Romano Guardini sagte, \u201eein Raum zugeordnet, der richtig gebaut ist, so dass er darin recht gesehen und vernommen werden kann, und das ist die Kirche\u201c. Wer zur Kirche geh\u00f6re, geh\u00f6re ihr aus freier Entscheidung an. Die Kirche als Versammlung lebe wesentlich von der Sammlung ihrer Priester auf Jesus Christus hin.<\/p>\n<p><strong>Vortrag \u00fcber \u00f6kumenische Perspektiven und Herausforderungen<\/strong><br \/>\nGeneralvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke begr\u00fc\u00dfte im Anschluss an den Gottesdienst die im Hotel Maritim (Orangerie) versammelten Geistlichen, insbesondere die diesj\u00e4hrigen Jubilare unter den Geistlichen sowie die neugeweihten Priester und Diakone und die Pension\u00e4re, und erinnerte an die im vergangenen Jahr verstorbenen Geistlichen. In seinem Vortrag \u201e50 Jahre nach \u00e2\u20ac\u0161Unitatis Redintegratio\u00e2\u20ac\u2122 \u2013 \u00f6kumenische Perspektiven und Herausforderungen\u201c ging der Ehrengast des Bistums Fulda, der Magdeburger Di\u00f6zesanbischof und Vorsitzende der \u00d6kumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Gerhard Feige, auf den aktuellen Stand der \u00d6kumene in Deutschland und der Welt ein. Das \u00d6kumenismusdekret des Zweiten Vatikanischen Konzils sei nach 50 Jahren noch immer relevant, da das Ziel, die Einheit der Christen zu erreichen, noch nicht gegl\u00fcckt sei. Feige sieht keinen Grund zur Resignation in der \u00d6kumene. Der Text von damals m\u00fcsse auch f\u00fcr die heutige Zeit fruchtbar gemacht und weiterentwickelt werden. \u201e\u00e2\u20ac\u2122Unitatis Redintegratio\u00e2\u20ac\u2122 hat die katholische Kirche f\u00e4hig zur \u00d6kumene gemacht durch die Anerkennung, dass der Heilige Geist auch in anderen Kirchen wirkt\u201c, unterstrich der Referent. Heute geh\u00f6re die \u00d6kumene mit anderen Christen \u201eorganisch\u201c zum Leben und Wirken der katholischen Kirche dazu. \u00d6kumene sei ein unumkehrbarer Prozess auf die Einheit der Christen hin geworden, wobei allerdings die Zielvorstellung konkreter werden m\u00fcsse. Feige forderte eine \u201e\u00d6kumene des Lebens\u201c im gemeinsamen diakonischen und missionarischen Handeln der Kirchen. Gemeinsames Gebet, Gespr\u00e4che und Handeln am N\u00e4chsten geh\u00f6rten dazu. \u00d6kumenisches Tun m\u00fcsse ein \u201eDialog der Liebe\u201c (Papst Franziskus) sein.<\/p>\n<p><strong>Die Entwicklung der \u00d6kumene im 20. Jahrhundert<\/strong><br \/>\nDass die \u00d6kumene in der katholischen Kirche mit dem Zweiten Vatikanischen Konzils nicht einfach \u201evom Himmel gefallen\u201c sei, hatte Bischof Feige zu Beginn seines Vortrags dargelegt: Auf katholischer Seite habe es schon im ausgehenden 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert Pers\u00f6nlichkeiten wie Johann Adam Moehler und John Henry Newman gegeben, die Vordenker der \u00d6kumene waren. Die \u201egemeinsame Erfahrung der Unterdr\u00fcckung\u201c in der Zeit des Nationalsozialismus habe die \u00f6kumenische Zusammenarbeit gef\u00f6rdert. Die P\u00e4pste seit Pius X. (1903-1914) h\u00e4tten zun\u00e4chst besonders das Gebet f\u00fcr die Einheit der Christen (geistlicher \u00d6kumenismus) initiiert. Unter Johannes XXIII. kam es zu intensiveren Kontakten zu nichtkatholischen Christen, und im Zweiten Vatikanischen Konzil wurde dann das \u00d6kumenismusdekret mit gro\u00dfer Mehrheit der Konzilsv\u00e4ter beschlossen. Erstmals wurde darin nichtkatholischen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften die Kirchlichkeit zugesprochen. Dabei war es leichter, Orthodoxe und Altorientalen als Kirchen zu betrachten als die aus der Reformation hervorgegangenen kirchlichen Gemeinschaften. \u201eDie Kirche bedarf immer wieder der Erneuerung und wird auf dem Weg der Pilgerschaft zu dauernder Ver\u00e4nderung gerufen\u201c, machte der Bischof deutlich.<\/p>\n<p>Nach dem Konzil habe es bis in die heutige Zeit viele erfreuliche Fortschritte gegeben, fuhr Dr. Feige fort. So sei das gemeinsame Gebet sehr stark vorangetrieben worden, was \u201enicht wenig und keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit\u201c sei. In seiner Enzyklika \u201eUt unum sint\u201c von 1995 habe Papst Johannes Paul II. die \u00d6kumene als eine Verpflichtung betrachtet, die nicht ohne Folgen f\u00fcr das Petrusamt sein k\u00f6nne. Auch die Gemeinsame Erkl\u00e4rung zur Rechtfertigungslehre von 1999 zwischen Lutheranern und Katholiken sei ein wichtiger Schritt gewesen. Im Anschluss an die Gemeinsame Synode der deutschen Di\u00f6zesen sei die katholische Kirche in Deutschland 1974 Mitglied im Rat der christlichen Kirchen (AcK) geworden. Von da an sei auch der Dialog mit den Feikirchen intensiviert worden.<\/p>\n<p>Das Reformationsjubil\u00e4um 2017 stelle f\u00fcr Katholiken nicht unbedingt ein Grund zum freudigen Feiern dar \u2013 hier sei eine \u201eReinigung des Ged\u00e4chtnisses\u201c ebenso angestrebt wie Zeichen der Vers\u00f6hnung. \u201eIm Hinblick auf 2017 m\u00fcssen wir uns auf unseren gemeinsamen Weg zu Christus besinnen, um gemeinsam auf die mehr und mehr s\u00e4kularisierte Gesellschaft zu wirken\u201c, zeigte sich Bischof Feige \u00fcberzeugt. Papst Benedikt XVI. habe 2011 in Erfurt herausgestellt, dass sich die \u00d6kumene nicht auf die Anerkennung der Unterschiede und ein friedvolles Miteinander beschr\u00e4nken d\u00fcrfe, sondern weiter die Einheit der Christen zum Ziel haben m\u00fcsse.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Fulda\/Hanau\/Kassel\/Marburg (bpf). \u201eEine Gemeinde, die nicht missionarisch ist und die nicht neue Menschen f\u00fcr Jesus Christus gewinnen will, ist eigentlich tot. Missionarisch kann sie aber nur sein, wenn in ihr viele ihr Leben miteinander verbinden, ihre Charismen zusammentun..\u201c Dies betonte Bischof Heinz Josef Algermissen am Mittwoch beim traditionellen Priestertag der Di\u00f6zese in Fulda. 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