{"id":124334,"date":"2014-05-22T00:15:19","date_gmt":"2014-05-22T00:15:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=124334"},"modified":"2014-05-21T18:01:24","modified_gmt":"2014-05-21T18:01:24","slug":"familienleben-am-rande-der-gesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=124334","title":{"rendered":"Familienleben am Rande der Gesellschaft"},"content":{"rendered":"<p>Augsburg\/N\u00fcrnberg\/Fulda. Bedarfsgemeinschaften oder Hartz-IV-Familien sind in der \u00d6ffentlichkeit vielfach das Sinnbild f\u00fcr arme Familien. Allerdings sind sie bislang weder in der Armutsforschung noch im Rahmen der Begleitforschung zum Zweiten Buch Sozialgesetzbuch SGB II, das seit dem 1. Januar 2005 in Kraft ist, hinreichend untersucht. Eine Projektgruppe der Universit\u00e4t Augsburg (UA) und der Hochschule Fulda (HFD) ist jetzt vom Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) damit beauftragt worden, diese Forschungsl\u00fccke gemeinsam mit dem IAB in einem drei Jahre laufenden Projekt (2014 bis 2017) zu schlie\u00dfen.<!--more--><\/p>\n<p>Wie gestalten sogenannte \u201eMehrpersonenbedarfsgemeinschaften in der Grundsicherung\u201c ihren Alltag und ihr gemeinsames Leben als Familie? Wie organisieren sie ihren Haushalt und ihre Finanzen? Welchen Einfluss haben der sozialrechtliche Status der \u201eMehrpersonenbedarfsgemeinschaft\u201c und die daran ankn\u00fcpfenden Aktivierungsanforderungen auf das Selbstverst\u00e4ndnis armer Familien und ihrer erwachsenen Mitglieder, vor allem aber auch der Kinder und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Diesen Fragen widmet sich das im Mai gestartete Projekt aus sozial-, haushalts- und rechtswissenschaftlicher Sicht anhand intensiver qualitativer Erhebungen, die in bundesweit sieben \u2013 nach Arbeitsmarktlage, Siedlungsstruktur und kulturellen Traditionen variierenden \u2013 Untersuchungsregionen durchgef\u00fchrt werden. Programmatik und methodisches Design des Projekts sind daran ausgerichtet das Alltagsleben von Familien im Grundsicherungsbezug in den Mittelpunkt zu r\u00fccken.<\/p>\n<p><strong>Wie sieht der Familienalltag unter Hartz-IV-Bedingungen aus?<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Frage nach dem Familienalltag geht es nicht nur um das Verh\u00e4ltnis der Familienmitglieder zueinander und ihre jeweiligen Lebenswirklichkeiten, sondern auch um die Formen der Bew\u00e4ltigung \u00e4u\u00dferer sozialer Anforderungen \u2013 aus dem privaten Freundes- und Bekanntenkreis, der Nachbarschaft, vor allem aber seitens betreuender Jobvermittler oder etwa Lehrer und Sozialarbeiter sowie der durch sie repr\u00e4sentierten Institutionen. Besondere Aufmerksamkeit soll dabei auch dem haush\u00e4lterischen Handeln der Familienmitglieder und ihrer materiellen Teilhabe, ihrer Beteiligung bzw. ihren Beteiligungsw\u00fcnschen an Erwerbst\u00e4tigkeit sowie ihrer jeweiligen Kultur des Umgangs mit den f\u00fcr sie relevanten wohlfahrtsstaatlichen Institutionen, etwa der Arbeitsmarktpolitik und des Bildungssystems, gewidmet werden. Im Sinne einer sozial-sensitiven Armutsforschung werden dabei die Handlungsperspektiven der Familien und ihrer jeweiligen Mitglieder als Akteure ins Zentrum ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Das vom Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) mit insgesamt 580.000 Euro gef\u00f6rderte Projekt mit dem Titel \u201eLebenszusammenh\u00e4nge in Mehrpersonenbedarfsgemeinschaften\u201c wird von den beiden Soziologen Prof. Dr. Werner Schneider (UA) und Prof. Dr. Simone Kreher (HFD) geleitet. Es wird im Rahmen der vom IAB-Forschungsbereich \u201eErwerbslosigkeit und Teilhabe\u201c konzipierten und seit 2007 laufenden qualitativen Panelstudie \u201eArmutsdynamik und Arbeitsmarkt \u2013 \u00dcberwindung und Verstetigung von Hilfebed\u00fcrftigkeit\u201c (Gesamtprojektleitung Dr. Andreas Hirseland) durchgef\u00fchrt und ist Teil der vom Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) nach \u00c2\u00a755 SGB II finanzierten Evaluations- und Begleitforschung zur Grundsicherung f\u00fcr Arbeitssuchende.<\/p>\n<p><strong>Projektverantwortliche und Ansprechpartner:<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Dr. Werner Schneider<\/p>\n<p>Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakult\u00e4t<\/p>\n<p>Universit\u00e4t Augsburg<\/p>\n<p>86135 Augsburg<\/p>\n<p>Telefon: 0821-598-5570<\/p>\n<p>werner.schneider@phil.uni-augsburg.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prof. Dr. Simone Kreher<\/p>\n<p>Fachbereich Pflege und Gesundheit<\/p>\n<p>Hochschule Fulda<\/p>\n<p>Marquardstra\u00dfe 35<\/p>\n<p>36039 Fulda<\/p>\n<p>Telefon: 0661-9640-630<\/p>\n<p>simone.kreher@pg.hs-fulda.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Andreas Hirseland<\/p>\n<p>Institut f\u00fcr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)<\/p>\n<p>Regensburger Stra\u00dfe 104<\/p>\n<p>90478 N\u00fcrnberg<\/p>\n<p>Telefon: 0911-1795070<\/p>\n<p>andreas.hirseland@iab.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Augsburg\/N\u00fcrnberg\/Fulda. 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