{"id":123874,"date":"2014-05-09T00:13:20","date_gmt":"2014-05-09T00:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=123874"},"modified":"2014-05-08T17:20:13","modified_gmt":"2014-05-08T17:20:13","slug":"markierte-treppenstufen-veraenderbare-schriftgroessen-und-beinlose-tische-trotz-seheinschraenkungen-im-alter-selbststaendig-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=123874","title":{"rendered":"Markierte Treppenstufen, ver\u00e4nderbare Schriftgr\u00f6\u00dfen und \u201ebeinlose\u201c Tische: Trotz Seheinschr\u00e4nkungen im Alter selbstst\u00e4ndig bleiben"},"content":{"rendered":"<p>Bonn\/Berlin. Stolperfallen in Wohnung und Verkehr, Fahrpl\u00e4ne in Miniaturschrift, unleserliche Beh\u00f6rdenformulare, eine nicht entzifferbare Tageszeitung \u2013 Senioren mit Sehbehinderungen sto\u00dfen in ihrem Alltag \u00fcberall an Grenzen. Durch die schwindende Sehkraft f\u00fchlen sich die betroffenen Menschen h\u00e4ufig in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit eingeschr\u00e4nkt, R\u00fcckzug und Isolation drohen. Wie ein altersgerechtes Wohnumfeld und ver\u00e4nderbare Schriftgr\u00f6\u00dfen in Informationsmedien helfen k\u00f6nnen, Sehbeeintr\u00e4chtigungen auszugleichen, und welche M\u00f6glichkeiten es dar\u00fcber hinaus gibt, sehbehinderten Seniorinnen und Senioren m\u00f6glichst lange ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld zu erm\u00f6glichen, diskutieren Professor Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und ehemalige Bundesministerin sowie weitere Experten auf einer Pressekonferenz am 27. Juni 2014 im Rahmen der Fachtagung \u201eSehen im Alter\u201c in Bonn.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eSehen ist ein Tor zur Welt\u201c, sagt die BAGSO-Vorsitzende. \u201eWir m\u00fcssen deshalb alles tun, damit auch sehbehinderte und blinde Menschen voll am Leben teilhaben k\u00f6nnen.\u201c Rasche Hilfe tut hier Not, denn Deutschland altert im Eiltempo: Im Jahr 2010 lag die Zahl von Menschen mit 65 Jahren und \u00e4lter bei 16,8 Millionen, Hochrechnungen zufolge leben im Jahr 2030 hierzulande etwa 22,4 Millionen. Entsprechend rechnen Experten mit einem starken Anstieg altersbedingter Augenerkrankungen und Sehst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>In behindertengerecht ausgestatteten Wohnungen bleibt die Selbstst\u00e4ndigkeit der Bewohner l\u00e4nger erhalten, das zeigen Studien. \u201eGeb\u00e4udenormen m\u00fcssen deshalb systematisch \u00fcberpr\u00fcft und das Einrichtungsdesign an die ge\u00e4nderten Bed\u00fcrfnisse angepasst werden\u201c, fordert die ehemalige Bundesministerin f\u00fcr Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit Ursula Lehr. So helfen beispielsweise Tische mit einem Zentralfu\u00df statt vier Beinen, St\u00fcrze zu vermeiden. Aber auch im Wohnumfeld sieht sie Verbesserungsbedarf: \u201eMarkierte erste und letzte Treppenstufen beugen Unf\u00e4llen vor, ebenso Handl\u00e4ufe auf beiden Seiten der Stufen\u201c, betont die Expertin.<\/p>\n<p>Um lesbar zu sein, m\u00fcsse die Schrift auf Stra\u00dfennamen, Hausnummern und Verkehrsschildern kontrastreich und ausreichend gro\u00df sein. Dies gelte auch f\u00fcr jedwede Lesemedien im Alltag von Senioren, gleich ob \u00dcberweisungsformular, Internetseite oder Erl\u00e4uterungstext zu einem Kunstwerk im Museum. \u201eSchriftgr\u00f6\u00dfe, Zeilenabst\u00e4nde und Kontraste\u201c m\u00fcssen stimmen, so Professor Lehr. Wie genau Schriften konzipiert sein m\u00fcssen, um auch f\u00fcr Menschen mit Sehbeeintr\u00e4chtigungen lesbar zu bleiben, erkl\u00e4rt die vom DBSV herausgegebene Brosch\u00fcre \u201eKlartext\u201c.<\/p>\n<p>Die Verbesserungsma\u00dfnahmen sollten durchdacht sein und jeweils die gesamte Anwendung umfassen, fordern die Experten. Denn immer wieder, so berichtet die Alternswissenschaftlerin, scheitere die Nutzung sogenannter altersgerechter Assistenzsysteme (AAL) daran, dass die Beschriftung zu klein beziehungsweise zu undeutlich ist. Was Gesellschaft und Politik tun k\u00f6nnen, damit Vorsorgeangebote, neue Therapien und individuell abgestimmte Hilfen zuk\u00fcnftig besser beim Patienten ankommen und welche Vorteile eine Vernetzung aller mit dem Thema Befassten bringen kann, ist Gegenstand der Pressekonferenz am 27. Juni in Bonn zur DBSV-Fachtagung \u201eSehen im Alter\u201c.<\/p>\n<p>Die Fachtagung des DBSV \u201eSehen im Alter: Neue Herausforderungen \u2013 gemeinsame Antworten\u201cfindet in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und mit Unterst\u00fctzung von Aktion Mensch, Bayer HealthCare und der Stiftung Auge statt. Ausf\u00fchrliche Informationen finden Sie auf der Internet-Seite des DBSV: www.sehenimalter.org<\/p>\n<p>Die Brosch\u00fcre \u201eKlartext\u201c ist abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.dbsv.org\/fileadmin\/publikationen\/20_265_Testwarenkorb\/DBSV_Klartext.pdf\">www.dbsv.org\/fileadmin\/publikationen\/20_265_Testwarenkorb\/DBSV_Klartext.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Bonn\/Berlin. Stolperfallen in Wohnung und Verkehr, Fahrpl\u00e4ne in Miniaturschrift, unleserliche Beh\u00f6rdenformulare, eine nicht entzifferbare Tageszeitung \u2013 Senioren mit Sehbehinderungen sto\u00dfen in ihrem Alltag \u00fcberall an Grenzen. Durch die schwindende Sehkraft f\u00fchlen sich die betroffenen Menschen h\u00e4ufig in ihrer Selbstst\u00e4ndigkeit eingeschr\u00e4nkt, R\u00fcckzug und Isolation drohen. 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