{"id":123562,"date":"2014-05-03T00:09:43","date_gmt":"2014-05-03T00:09:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=123562"},"modified":"2014-05-03T07:38:13","modified_gmt":"2014-05-03T07:38:13","slug":"luchse-in-deutschland-rueckkehr-auf-leisen-pfoten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=123562","title":{"rendered":"\u201eLuchse in Deutschland \u2013 R\u00fcckkehr auf leisen Pfoten\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dr.-Marco-Heurich.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-123563\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/Dr.-Marco-Heurich.jpg\" alt=\"Dr. Marco Heurich\" width=\"560\" height=\"358\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rh\u00f6n. 150 Jahre nach der Ausrottung in Deutschland kehrt der Luchs auf leisen Pfoten in deutsche W\u00e4lder zur\u00fcck. Am Donnerstag, den 24.04., in Hilders und Freitag, den 25.04.14, in Friedewald-Motzfeld berichtete Dr. Marco Heurich, Luchsexperte und Wildbiologe, in abendlichen Vortr\u00e4gen, die durch das Biosph\u00e4renreservat Rh\u00f6n initiiert wurden, \u00fcber die Biologie des Luchses und die ersten Ergebnisse eines im Nationalpark Bayerischer Wald laufenden Forschungsprojektes zur Anzahl, Verbreitung und der \u00f6kologischen Bedeutung des Luchses.<!--more--><\/p>\n<p>Mit Hilfe eines Fotofallenmonitorings konnten insgesamt 24 den Wald durchstreifende Luchse festgehalten werden. Von diesen wurden 10 adulte Tiere mit Revier innerhalb des Nationalparks identifiziert. Bei der Untersuchungsfl\u00e4che von 1170 km\u00c2\u00b2 (117 000 ha) ergibt sich unter der Ber\u00fccksichtigung weiterer Faktoren eine Dichte von nur 0,87 Luchsen pro 100 km\u00c2\u00b2, wobei die Reviergr\u00f6\u00dfe der m\u00e4nnlichen Luchse (auch \u201eKuder\u201c) zwischen 150 und 400 km\u00c2\u00b2 liegt. Auffallend vielen Individuen werden wir auch in Zukunft folglich nicht begegnen, schon gar nicht in den Ortschaften, da die Tiere in der Regel sehr scheu sind. Dr. Heurich geht davon aus, dass der Luchs nur innerhalb von Gro\u00dfschutzgebieten \u00fcberleben wird, da er au\u00dferhalb den Verfolgungen durch den Mensch in Form von Jagd und Vergiftung ausgesetzt ist, aber auch durch die heutige Landnutzung in seiner Verbreitung stark eingeschr\u00e4nkt ist.<\/p>\n<p>Der Luchs ist etwa so gro\u00df wie ein Sch\u00e4ferhund und neben der auff\u00e4lligen Zeichnung des gelb- bis graubraunen Fells eindeutig an seinem kurzen Schwanz mit schwarzer Spitze, dem breiten Kopf und den mit Pinseln besetzten Ohren zu erkennen. Die bevorzugten Reviere des \u201ePinselohrs\u201c sind gro\u00dfe zusammenh\u00e4ngende Waldareale, die sich durch Strukturreichtum und dichtes Unterholz auszeichnen. Dies macht, laut Dr. Heurich, auch die Rh\u00f6n zu einem potentiellen Ausbreitungsgebiet f\u00fcr den Luchs. Erste Luchs-Sichtungen wurden seitens des Publikums f\u00fcr die Region best\u00e4tigt und es liegen aktuell Nachweise durch Fotofallen f\u00fcr den Kreis Hersfeld-Rothenburg vor. Es ist jedoch davon auszugehen, dass diese Tiere auf Wanderz\u00fcgen aus dem Harz in die Gegend vorgedrungen sind. Im Harz wurden im Jahr 2000 24 Luchse angesiedelt, die sich erfolgreich vermehren und ausbreiten.<\/p>\n<p>Dass einzelne Luchse zwischenzeitlich bis in die Rh\u00f6n vorgedrungen sind, l\u00e4sst auch der unbest\u00e4tigte Verdacht des Risses eines Kalbes in einer Mutterkuhherde in Th\u00fcringen vermuten. Sowohl Dr. Heurich als auch Dr. Franz M\u00fcller, erfahrener Wildbiologe, halten den Luchs als Schadensverursacher in diesem Fall jedoch f\u00fcr unwahrscheinlich. Dr. M\u00fcller hierzu: \u201eWarum liefert man mir das Kalb nicht zum Sezieren auf den Tisch?!\u201c Bedenken \u00fcber die Auswirkungen des Luchses auf Nutz- und Wildtierbest\u00e4nde wurden in der an den Vortrag angeschlossenen Diskussion ausgiebig diskutiert. Die J\u00e4gerschaft bemerkt auch am Verhalten ihres Wildes, dass der \u00dcberraschungsj\u00e4ger Luchs, der sich auf bis zu 20 m an seine Beute heranschleicht und dann blitzartig zuschl\u00e4gt, in ihren Jagdgebieten umherstreift. Vorgebrachten Sorgen muss fr\u00fchzeitig entsprochen werden, um eine Akzeptanz der Wiederansiedlung des Luchses in der Region auch unter J\u00e4gern, Landwirten und Grundbesitzern zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Trotz manch vorgebrachter Bedenken hei\u00dft die Rh\u00f6ner Bev\u00f6lkerung ihren \u201epinselohrigen\u201c Wiederkehrer als Sympathietr\u00e4ger und dar\u00fcber hinaus als Indikator f\u00fcr ein intaktes \u00d6kosystem willkommen. Der Luchs tr\u00e4gt als weiterer Baustein zur Aufwertung der Biodiversit\u00e4t der Rh\u00f6n bei.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rh\u00f6n. 150 Jahre nach der Ausrottung in Deutschland kehrt der Luchs auf leisen Pfoten in deutsche W\u00e4lder zur\u00fcck. 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