{"id":123285,"date":"2014-04-25T00:15:38","date_gmt":"2014-04-25T00:15:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=123285"},"modified":"2014-04-24T17:18:03","modified_gmt":"2014-04-24T17:18:03","slug":"gruenspecht-ist-vogel-des-jahres-2014","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=123285","title":{"rendered":"Gr\u00fcnspecht ist Vogel des Jahres 2014"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/180-Gr\u00fcnspecht.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-123286\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/180-Gr\u00fcnspecht-265x176.jpg\" alt=\"180-Gr\u00fcnspecht\" width=\"265\" height=\"176\" \/><\/a>Landkreis Fulda. Der Gr\u00fcnspecht ist nach dem Schwarzspecht (1981), Wendehals (1988) und Buntspecht (1997) der vierte Specht als Vogel des Jahres. Er ist nach dem Buntspecht der zweith\u00e4ufigste heimische Specht und hat etwa 35.000 Brutpaare in Deutschland. Mehr als 90 Prozent seines weltweiten Verbreitungsgebiets liegen in Europa und Vorderasien.<!--more--><\/p>\n<p>Er wird bis 36 Zentimeter gro\u00df, 140 bis 190 Gramm schwer und ist gr\u00fcn-wei\u00dflich gef\u00e4rbt. Seine Fl\u00fcgelspannweite betr\u00e4gt einen halben Meter. Markant ist vor allem die Rotf\u00e4rbung am Kopf, die von der Stirn bis zum Hinterkopf reicht. Das M\u00e4nnchen hat zus\u00e4tzlich noch einen roten Bartstreif. Die Jungv\u00f6gel sind stark dunkel getropft, erst im Sp\u00e4therbst mausern sie ins Federkleid der Erwachsenen. Der Gr\u00fcnspecht lebt in lichten Laubw\u00e4ldern, Feldgeh\u00f6lzen, Streuobstwiesen, Parks und Auen. Dabei bevorzugt er S\u00fcdlagen mit hohem Rohbodenanteil und gro\u00dfem Ameisenvorkommen. Die derzeitige Auflichtung der W\u00e4lder infolge Sturmw\u00fcrfe und starken Holzeinschlag sowie milde Winter f\u00f6rdern sein Vorkommen. In kalten, schneereichen Wintern dagegen erleidet er hohe Verluste.<\/p>\n<p>Der Gr\u00fcnspecht hat einen im Vergleich mit anderen Spechten einen deutlich schw\u00e4cheren Schnabel. Deshalb nutzt er lieber vorhandene H\u00f6hlen. Seine in morsches Holz selbst gezimmerte H\u00f6hle hat ein typisch querovales Einflugloch. Bezugsfertige H\u00f6hlen werden bewacht, um die Besetzung durch Konkurrenten zu verhindern. In Parks und Streuobstwiesen benutzen seine H\u00f6hlen zum Beispiel Gartenrotschwanz, Trauerschn\u00e4pper, Kleiber, Star, Siebenschl\u00e4fer, Flederm\u00e4usen und Hornissen. Der standorttreue Vogel l\u00e4sst seine Rufe bei mildem Winterwetter schon im Dezember\/Januar h\u00f6ren. Seine bis zu 20 Silben umfassende Rufreihe \u201ekl\u00fc-kl\u00fc-kl\u00fc\u201c bleibt auf einer Tonh\u00f6he, wird gegen Ende schneller und leiser und endet meist mit einem zweisilbigen Abschluss \u201ekl\u00fc-\u00fcck\u201c. Im Vergleich mit anderen Spechtarten trommelt er ausgesprochen selten. Dennoch hat auch er elastisch gelagerte Knochenteile am Sch\u00e4del, die jeden Schnabelschlag abmildern.<\/p>\n<p>Die Balz im Februar\/M\u00e4rz beginnt mit stimmreichen Verfolgungsfl\u00fcgen, bis sich die sonst einzelg\u00e4ngerisch lebenden Tiere aneinander gew\u00f6hnt haben. Nach dem Bau beziehungsweise Bezug der H\u00f6hle erfolgt im April\/Mai die Eiablage. Nach 15 bis 17 Tagen schl\u00fcpfen drei bis sechs nackte, taube und blinde Junge, die sich in der k\u00fchlen Baumh\u00f6hle gegenseitig w\u00e4rmen. Die von den Eltern im Kropf herbeigebrachte Nahrung besteht vor allem aus Ameisenbrut und Insekten. Mithilfe der klebrigen und mit Widerhaken besetzten Zunge holt der Gr\u00fcnspecht Insekten aus Baumst\u00fcmpfen oder unter Steinen hervor. Auch W\u00fcrmer, Schnecken, Beeren und Obst geh\u00f6ren zu seinem Speiseplan. Nach 23 bis 27 Tagen fliegen die Jungen Mitte Juni aus. Sie werden noch drei bis sieben Wochen &#8211; oft getrennt von beiden Altv\u00f6geln &#8211; gef\u00fchrt. Wie alle Spechte schl\u00e4ft auch der Gr\u00fcnspecht in Baumh\u00f6hlen, klettert mithilfe seiner St\u00fctzschwanzfedern und zeigt einen wellenf\u00f6rmigen Flug. Er l\u00e4sst sich von Ameisen mit Ameisens\u00e4ure einspr\u00fchen (\u201eeinemsen\u201c), um Parasiten aus seinem Gefieder zu vertreiben.<\/p>\n<p>Obwohl der Gr\u00fcnspecht in D\u00f6rfern lebt und in der Winternot ans Vogelfutterhaus kommt, bleibt er dem Menschen gegen\u00fcber scheu. Schaden tut ihm alles, was auch Ameisen sch\u00e4digt: Umwandlung von Gr\u00fcnland in Ackerland, \u00dcberd\u00fcngung von Magerwiesen, Verbuschung von Magerrasen oder sonnenwarmen \u00d6dlandarealen, Insektengifte in der Landwirtschaft und im Obstbau. Leider werden immer wieder auch H\u00f6hlenb\u00e4ume im Wald und in Obstwiesen gef\u00e4llt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Landkreis Fulda. Der Gr\u00fcnspecht ist nach dem Schwarzspecht (1981), Wendehals (1988) und Buntspecht (1997) der vierte Specht als Vogel des Jahres. Er ist nach dem Buntspecht der zweith\u00e4ufigste heimische Specht und hat etwa 35.000 Brutpaare in Deutschland. 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