{"id":123131,"date":"2014-04-20T00:10:18","date_gmt":"2014-04-20T00:10:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=123131"},"modified":"2014-04-21T17:32:04","modified_gmt":"2014-04-21T17:32:04","slug":"unterwegs-mit-den-klapperjungen-und-maedchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=123131","title":{"rendered":"Unterwegs mit den Klapperjungen und -m\u00e4dchen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/174-Rasdorf-Klappern.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-123132\" alt=\"174-Rasdorf Klappern\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/174-Rasdorf-Klappern.jpg\" width=\"560\" height=\"358\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rasdorf. Kurz vor sieben Uhr. Der Tag erwacht langsam. Es ist Karfreitag-Morgen. Aus den Stra\u00dfen kommen die Messdienerinnen und Messdiener und sammeln sich vor der Stiftskirche. In der Hand halten sie ihre Klappern, manchmal ist schon ein Ton zu h\u00f6ren, so zur Begr\u00fc\u00dfung der anderen, die ebenso m\u00fchsam aus dem Bett gekrabbelt, in die zurechtgelegten Kleider geschl\u00fcpft sind und sich dann zu ihrem Dienst aufgemacht haben.<!--more--><\/p>\n<p>Die Morgenfrische tut das Ihrige und so fr\u00f6steln die M\u00e4dchen und Jungen etwas, egal ob es richtig kalt oder regnerisch ist oder nicht. Eigentlich m\u00fcsste man meinen, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler seien das fr\u00fche Aufstehen gew\u00f6hnt, aber in den Ferien haben sie sich eher auf l\u00e4nger Schlafen eingestellt. Die f\u00fcnf Gruppen, die von einem oder zwei \u00e4lteren Messdienern angef\u00fchrt werden, wurden bereits beim Vorbereitungstreffen und \u00dcben von Gemeindereferentin Elfriede M\u00f6ller eingeteilt. Eine Menge Arbeit steht ab diesem Morgen den Klapperjungen und -m\u00e4dchen bevor.<\/p>\n<p>Die erste Runde durch die Gassen und Strassen von Rasdorf beginnt mit dem \u201eEnglischen Gru\u00df\u201c, den ein kurzes intensives Klappern ank\u00fcndet und beschlie\u00dft. Wurde fr\u00fcher bereits der \u201eEngel des Herrn\u201c um sechs Uhr geklappert, so hat man sich in diesem Jahr dem Morgenl\u00e4uten der Glocken angepasst. Um 8.15 Uhr beginnt die n\u00e4chste Klapperrunde, denn mit dem Ruf \u201eWir rufen die Christen zur Kirche\u201c werden die Menschen auf den Kreuzweg um neun Uhr in der Stiftskirche aufmerksam gemacht. Dann ist erst einmal Pause, und wer noch nicht gefr\u00fchst\u00fcckt hatte, hat jetzt Gelegenheit.<\/p>\n<p>Klappern wird in jedem Ort anders praktiziert. Hat man in Rasdorf Klappern &#8211; Holzbretter, in denen ein Stiel steckt, an dessen oberem Ende sich ein bewegliches H\u00e4mmerchen befindet, das auf das Brett mit Schwung aufschl\u00e4gt -, so benutzt man in Gr\u00fcsselbach Klapperk\u00e4sten. Die T\u00f6ne werden hier mittels eines Schallkastens erzeugt, auf den flexibel gelagerte Holzh\u00e4mmerchen aufschlagen, die durch eine Kurbel bewegt werden. Ebenso unterschiedlich sind die Rufe. So kann ich mich noch gut erinnern, dass wir in Oberbimbach, als ich dort Klapperjunge war, gerufen haben: \u201eIhr Christen erhebet die H\u00e4nde zu Herrn und betet mit Andacht den Engel des Herrn.\u201c<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Klapperrunde in Rasdorf beginnt dann um zw\u00f6lf Uhr mittags und fordert ebenfalls zum \u201eAngelusgebet\u201c auf, gefolgt um 14.15 Uhr von der Einladung zur Feier der Karfreitagsliturgie um drei Uhr, in der nat\u00fcrlich auch geklappert wird, denn seit dem Gloria in der Abendmahlsfeier am Gr\u00fcndonnerstag schweigen ja bekanntlich die Glocken der Kirchen in den traditionellen katholischen Ortschaften. Die letzte Klapperrunde startet an diesem Tag um sechs Uhr abends zum \u201eEngel des Herrn\u201c oder, wie man auch sagt, zum \u201eNachtl\u00e4uten\u201c.<\/p>\n<p>Der Karsamstag ist nicht ganz so anstrengend, obwohl die Klapperjungen und -m\u00e4dchen auch wieder um sieben Uhr anfangen. Doch ab zehn Uhr kommt dann der Teil, wo sie von Haust\u00fcr zu Haust\u00fcr ziehen, rhythmisch klappern und um ihren Lohn bitten, verbunden mit dem Satz: \u201eWir haben gewacht am Heiligen Grab und bitten um eine milde Gab.\u201c Das gesammelte Geld und die S\u00fc\u00dfigkeiten werden anschlie\u00dfend von den Gruppenleitern gemeinsam mit der Gemeindereferentin gerecht aufgeteilt, so dass jeder, egal welchen Alters, den gleichen Anteil als \u201eLohn\u201c f\u00fcr seinen kirchlichen Dienst bekommt.<\/p>\n<p>Das Geld gibt es nicht sofort, sondern erst nach dem Auferstehungsgottesdienst in der Kirche &#8211; in diesem Jahr in Rasdorf wohl die schwerste Klapperrunde. Denn dieser findet um f\u00fcnf Uhr in der Fr\u00fche am Ostersonntag statt, und da m\u00fcssen die Klapperjungen und -m\u00e4dchen bereits um 4.15 Uhr ihre Runde durch das Dorf machen, zum Gottesdienst rufen und dann auch noch anschlie\u00dfend in der Osternachtliturgie ihren Dienst verrichten, auch wenn ab dem Gloria die Klappern bis zum n\u00e4chsten Jahr schweigen und Orgel und Glocken wieder erschallen. (Foto &amp; Text Winfried M\u00f6ller)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Rasdorf. Kurz vor sieben Uhr. Der Tag erwacht langsam. Es ist Karfreitag-Morgen. Aus den Stra\u00dfen kommen die Messdienerinnen und Messdiener und sammeln sich vor der Stiftskirche. 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