{"id":122928,"date":"2014-04-15T00:09:48","date_gmt":"2014-04-15T00:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/?p=122928"},"modified":"2014-04-15T06:43:30","modified_gmt":"2014-04-15T06:43:30","slug":"grosse-artenvielfalt-im-naturschutzgebiet-oberbernhardser-hoehe-durch-extensive-weidenutzung-entstanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fuldaernachrichten.de\/?p=122928","title":{"rendered":"Gro\u00dfe Artenvielfalt im Naturschutzgebiet \u201eOberbernhardser H\u00f6he\u201c &#8211; durch extensive Weidenutzung entstanden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he1.jpg\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-122929\" alt=\"166-Naturschutzgebiet Oberbernhardser H\u00f6he1\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he1.jpg\" width=\"560\" height=\"410\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hofbieber. Bei dem seit 1977 bestehenden, etwa f\u00fcnf Hektar umfassenden Naturschutzgebiet \u201eOberbernhardser H\u00f6he\u201c handelt es sich um ein mit Wacholderb\u00fcschen und Kiefern bestandenes Kalkmagerrasenareal, das sich nord\u00f6stlich von Kleinsassen im Naturraum \u201eMilseburger Kuppenrh\u00f6n\u201c befindet. Solche Kalkmagerrasen kommen in unserer Mittelgebirgsregion au\u00dferhalb ihres eigentlichen Verbreitungsgebiets vor und sind daher als hochgradig gef\u00e4hrdete Lebensr\u00e4ume anzusehen.<!--more--><\/p>\n<p>Ihre Entstehung verdanken sie hier wie \u00fcberall in der Rh\u00f6n einer Jahrhunderte langen, extensiven Nutzung durch den Menschen und seiner Weidetiere, insbesondere Schafe. Die Rodung der W\u00e4lder und die damit verbundene Umwandlung in Weiden f\u00fchrten zu einer starken Verarmung der B\u00f6den an N\u00e4hrstoffen. Im Laufe der Zeit haben sich\u00c2\u00a0 dann Pflanzengesellschaften herausgebildet, die den n\u00e4hrstoff- und stickstoffarmen Bodenverh\u00e4ltnissen, aber auch der st\u00e4ndigen Belastung durch Tritt und Verbiss angepasst sind. Zumeist auf trockenem, flachgr\u00fcndigem Muschelkalk und oftmals in exponierter S\u00fcdlage weisen diese halbnat\u00fcrlichen \u00d6kosysteme ein reiches Spektrum an seltenen und gesch\u00fctzten Pflanzenarten auf, deren Zusammensetzung weitgehend durch das Fressverhalten der Schafe bestimmt ist. Denn diese bevorzugen eine Reihe von Arten, w\u00e4hrend sie andere wegen ihrer Stacheln oder bitteren Inhaltsstoffe verschm\u00e4hen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-122930\" alt=\"166-Naturschutzgebiet Oberbernhardser H\u00f6he2\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he2-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>Zum floristischen Grundinventar des Kalkmagerrasens auf der Oberbernhardser H\u00f6he geh\u00f6ren unter anderem Hornklee, Hopfenklee, Knolliger Hahnenfu\u00df, Tauben-Skabiose, Fr\u00fchlings-Fingerkraut, Kleiner Wiesenknopf, Zypressen-Wolfsmilch, Hauhechel, Echtes Labkraut und Feld-Thymian. Besonders zu erw\u00e4hnen ist die K\u00fcchenschelle, die zu den ersten Fr\u00fchlingsboten z\u00e4hlt und hier noch sehr zahlreich vorkommt. Auch Orchideen k\u00f6nnen in diesem Gebiet gefunden werden. Hinzu kommen verschiedene Distelarten, deren stacheligen Enden nicht nur Anpassungen zugunsten einer verringerten Verdunstung darstellen, sondern zudem einen wirksamen Schutz gegen Verbiss durch Weidevieh bieten. Vor allem die Silberdistel ist als Wahrzeichen der Rh\u00f6n weithin bekannt. Ferner sind die Golddistel und die St\u00e4ngellose Kratzdistel hier einzuordnen. Im erbst erfreuen zudem die auff\u00e4llig leuchtenden Violett-T\u00f6ne des Deutschen Enzians den Naturliebhaber.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he3.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-122931\" alt=\"166-Naturschutzgebiet Oberbernhardser H\u00f6he3\" src=\"http:\/\/www.fuldaer-nachrichten.de\/wp-content\/uploads\/2014\/04\/166-Naturschutzgebiet-Oberbernhardser-H\u00f6he3-265x198.jpg\" width=\"265\" height=\"198\" \/><\/a>Jedoch sind solche Kalkmagerrasen-Standorte auch mancherlei Gefahren ausgesetzt. Die Hauptgef\u00e4hrdung geht dabei vor allem von der Aufgabe der fr\u00fcheren Bewirtschaftungsweise aus. Vom Rand her k\u00f6nnen dann Geh\u00f6lze wie Schlehe, Wei\u00dfdorn oder Hartriegel verst\u00e4rkt in die offenen Fl\u00e4chen vordringen. Durch diese zunehmende Sukzession werden die mikroklimatischen Bedingungen derart ver\u00e4ndert, dass W\u00e4rme liebende Arten keine angemessene Lebensgrundlage mehr vorfinden und die typische Pflanzengesellschaft allm\u00e4hlich zerst\u00f6rt wird. Eine Nachahmung der ehemaligen Bestand erhaltenden Nutzung in Form von Pflegema\u00dfnahmen ist unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten ein geeigneter Weg, um diesen floristisch wertvollen Bereich der Oberbernhardser Hute als Reliktstandort offen zu halten und somit zuk\u00fcnftig in seiner Artenvielfalt und dar\u00fcber hinaus als Zeugnis menschlicher Kulturt\u00e4tigkeit zu bewahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"tmnf_excerpt\"><p>Hofbieber. 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